Werbung

Nachricht vom 28.10.2017    

Keine Rettungsgasse gebildet – jetzt Bußgeld ab 200 Euro

Bis Ende September diesen Jahres ereigneten sich auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der Verkehrsdirektion des Polizeipräsidiums Koblenz bereits über 2.100 Verkehrsunfälle, wobei in nahezu 270 Fällen Personenschäden zu beklagen waren. Teilweise kamen Personen zu Tode oder wurden unfallbedingt schwerverletzt, in den meisten Fällen blieb es aber glücklicherweise bei leichteren Verletzungen.

Symbolfoto: Polizei

Region. Doch unabhängig von der Schwere eines Unfallereignisses, haben viele Unfälle in der Regel eines gemeinsam: Menschen befinden sich in einer Situation, in welcher sie Hilfe benötigen. Da sich insbesondere auf Autobahnen aufgrund der hohen Verkehrsbelastung nach einem Verkehrsunfall oftmals innerhalb kürzester Zeit ein Rückstau der Fahrzeuge bildet, haben sich Fahrzeugführer bei ebensolchen Situationen an besondere Regeln zu halten. Sie müssen eine Rettungsgasse bilden.

Wie eine solche Rettungsgasse zu bilden ist, wird klar in der Verhaltensvorschrift des § 11 Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ausgedrückt. Demnach haben Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, sobald diese mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse zu bilden.

Bedauerlicherweise kommt es aber immer wieder vor, dass Verkehrsteilnehmer sich in erforderlichen Situationen nicht an die Vorschrift halten. Hierdurch wird den alarmierten Einsatzkräften oftmals ein zeitnahes Erreichen einer Einsatzstelle in erheblichem Maße erschwert und es geht wertvolle Zeit verloren. Bei einem schweren Verkehrsunfall Zeit, in welcher verletzten Personen nicht geholfen werden kann.

Da es in jüngster Vergangenheit bundesweit zu mehreren Vorfällen kam, bei welchen fehlerhaftes Verhalten bei Staubildungen auf Autobahnen zu unhaltbaren Problemsituationen führte, hat der Gesetzgeber nunmehr reagiert und die diesbezüglichen Bußgeldandrohungen mit Wirkung zum 19. Oktober drastisch erhöht.



So beginnt nunmehr das Regelbußgeld, wenn entsprechend der Verkehrssituation, also bei stehendem Verkehr oder auch schon bei Fahrten in Schrittgeschwindigkeit, keine vorschriftsmäßige Gasse gebildet wird, bereits bei einem Betrag von 200 Euro, zu welchem noch zwei Punkte im Fahreignungsregister des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg hinzukommen. Verstöße, bei welchen zusätzlich noch eine Behinderung, Gefährdung oder gar Schädigung hinzukommt, führen zu noch höheren Bußgeldern und zu dem Punkteeintrag im Fahreignungsregister kommt noch ein einmonatiges Fahrverbot hinzu.

Die Polizei in Rheinland-Pfalz startet eine Verkehrsoffensive, um durch verschiedentlich angelegte Maßnahmen das Bewusstsein für das Thema "Rettungsgasse" zu stärken. Auch die Verkehrsdirektion des Polizeipräsidiums Koblenz wird sich an dieser Verkehrsoffensive beteiligen und ab dem 30. Oktober insbesondere auf den Autobahnen in verstärktem Umfang entsprechende Kontrollmaßnahmen durchführen. Diese werden unter Leitung der jeweils zuständigen Polizeiautobahnstation anlassbezogen stattfinden und sich auf alle Fahrzeugarten erstrecken, da nicht nur PKW, sondern auch LKW, Busse und Motorräder die Verpflichtung haben, bei besonderen Verkehrslagen eine freie Gasse zu bilden.

„Denken Sie im Sinne der Verkehrssicherheit daran, dass ein jeder bei der Teilnahme am Straßenverkehr in einen Unfall verwickelt werden kann und sich schnellstmögliche Hilfe erhofft. Daher der Appell: Denken Sie an die Rettungsgasse - die Rettungsdienste könnten auch auf dem Weg zu Ihnen sein!“, gibt die Polizei zu bedenken.


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Effektives Zusammenspiel: Feuerwehr und Rettungsdienst üben in Mehren

In Mehren fand ein umfangreiches Ausbildungsevent statt, bei dem die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr ...

Brand auf Spielplatz in Bruchertseifen: Polizei sucht Zeugen

In Bruchertseifen kam es zu einem Brand auf einem Spielplatz. Ein Spielgerät wurde dabei stark beschädigt. ...

Klimabänke in Flammersfeld: Ein Ort der Reflexion und Bildung

In Flammersfeld wurden sechs Klimabänke im Raiffeisengarten und am Bürgerhaus aufgestellt, die nicht ...

Ein Baum zur Geburt: Nachhaltige Neuerung in Altenkirchen-Flammersfeld

In der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld gibt es für junge Familien ab sofort eine neue Begrüßungsgeste. ...

Lernen trotz Krankheit: 20 Jahre Klinikschule an der DRK-Kinderklinik Siegen

Wenn der eigene Alltag von Behandlungen, Therapien wegen einer Krankheit bestimmt wird, kann so etwas ...

Mittelalter-Markt in Wissen: Zwei Tage Lagerleben und Handwerk

ANZEIGE | Am Samstag, 5., und Sonntag, 6. September 2026, verwandelt sich die Rathausstraße in Wissen ...

Weitere Artikel


Alekärjer Karnevalisten „schmücken“ ihr Vereinslokal

Eine kleine Abordnung der Alekärjer Karnevalisten besuchte Ende Oktober (2017) das neue Vereinslokal ...

5.000 Euro für Kinder- und Jugendfußball des VfL Hamm

Die „BEYER-Mietservice KG“ folgt ihrer langjährigen Tradition und unterstützt in diesem Jahr mit einer ...

Kommunalaufsicht fordert Haushalts-Konsolidierungskonzept

Obwohl die SPD-Fraktion in Wallmenroth immer kritisch auf die Politik des Ortsbürgermeisters geschaut ...

Backes am Raiffeisenhaus Flammersfeld eingeweiht

Der „Backes“ am Raiffeisenhaus Flammersfeld konnte nach mehr als einem Jahr Planung und Bau seiner Bestimmung ...

Kindertagesstätte Herdorf feiert 25-jähriges Dienstjubiläum

Am Donnerstag, den 26. Oktober, versammelten sich alle Kinder und Erzieherinnen der Kindertagesstätte ...

Sparkassenstiftung unterstützt Hospizverein Altenkirchen

Die Stiftungen der Sparkasse Westerwald-Sieg unterstützte den Hospizverein Altenkirchen bei der Beschaffung ...

Werbung