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Nachricht vom 31.07.2009 - 12:27 Uhr    

Siegener Studenten werden Opernsänger

Die Universität Siegen und das Apollo-Theater planen die erste echte Opern-Inszenierung in Siegen. Inszeniert wird Hernry Purchells "Dido und Aeneas". Premiere soll am 8. Juli 2010 sein.

Siegen. Eigentlich war lediglich eine konzertante Aufführung von Henry Purchells "Dido and Aeneas" geplant. Aber nun gibt es - dank Kooperation - eine richtige Inszenierung. Also ganz große Oper! Für das ambitionierte Projekt - die erste echte Siegener Operninszenierung - tun sich der Fachbereich Musik der Siegener Universität und das Apollo-Theater zusammen. Ute Debus wird das Hochschulorchester und den Uni-Chor dirigieren, während die Dozentin Susanne Schlegel sich um die Solisten und ihre Rollen kümmert. Die Arbeit hat schon begonnen, die Partien und Partituren werden studiert, Probentermine sind gesetzt.
Und es wurde ein erfahrener Musiktheater-Regisseur engagiert: Werner Hahn, seit 27 Jahren Sänger am Hagener Theater, außerdem seit 17 Jahren Regisseur und Leiter der jungen Bühne "lutzhagen", der gerade erst mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und dem Hagener Integrationspreis ausgezeichnet wurde.
"Ich habe große Lust", sagt Hahn, "weil wir im Apollo erstklassige Arbeitsbedingungen haben werden." Er kennt das neue Siegener Theater, da er in der Oper "Dead Man Walking" selbst schon auf der Apollo-Bühne stand. Siegens Intendant Magnus Reitschuster wird als Dramaturg mit Hahn eng zusammen arbeiten, ebenso Petra Georg-Achenbach, die Bühnen- und Kostümbildnerin des Apollo-Theaters.
Für die Lehramt-Musikstudenten ist diese Zusammenarbeit mit erfahrenen Theaterprofis natürlich eine enorme Chance - und eine ziemliche Herausforderung. "Diese Kooperation hebt unser Projekt auf eine ganz andere Stufe", freut sich Susanne Schlegel. "Professionelle Regie, Kostüme und Bühnenbild, eine echte szenische Erarbeitung - das wird für die künftige Tätigkeit dieser Musiklehrerinnen und Musiklehrer wahrscheinlich eine sehr prägende Erfahrung."
Für Magnus Reitschuster sind die guten Erfahrungen auf der Apollo-Bühne mit Ute Debus, dem Hochschulorchester und dem Hochschulchor entscheidend. Außerdem passe diese Zusammenarbeit "perfekt zum Schwerpunkt der kommenden Spielzeit", sagt der Apollo-Intendant, "denn der heißt: Lust auf Bildung."
Alle sind sich einig: "Dido and Aeneas" ist es wert, für diese Oper lohn sich die ganze Arbeit. Denn "Dido und Aeneas" ist ein Meilenstein der Musikgeschichte. Das Werk ist nicht nur die einzige komplette Oper des Komponisten Henry Purcell (er starb 1695 mit 36 Jahren), sondern zugleich die erste vollwertige englische Oper überhaupt. Die Handlung, von Purcell wie im Brennspiegel auf nur eine Stunde konzentriert, spielt in Karthago nach dem Ende des Trojanischen Krieges.
Es geht um den Mythos der Königin Dido, die den Troja-Flüchtling Aeneas aufnimmt und sich in ihn verliebt. Obwohl zunächst zögerlich, gibt Dido ihren Gefühlen und dem Werben des Geliebten nach. Doch missgünstigen Hexen gelingt es, die Verbindung der beiden zu vereiteln. Arglistig täuschen sie Aeneas einen Götterbefehl vor, der ihn zum Abzug nach Italien zwingt. Dido, die verlassene Geliebte, stirbt vor Gram. Diese traurige Wendung am Schluss des dritten Aktes ist Auslöser eines der berühmtesten Stücke der Musikgeschichte, Didos Klagegesang "When I am laid in earth".
Nach Klagegesang allerdings ist den Beteiligten im Moment gar nicht, im Gegenteil: Bis zur Premiere am 8. Juli 2010 gibt es noch haufenweise Arbeit - aber an allen Ecken ist die Lust auf "Dido and Aeneas" zu spüren.
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Das Foto zeigt von links die Apollo-Bühnen- und Kostümbildnerin Petra Georg-Achenbach, die Gesangspädagogin und Lehrbeauftragte Susanne Schlegel, den Hagener Regisseur Werner Hahn, den Apoillo-Intendanten Magnus Reitschuster sowie Ute Debus, die Dirigentin des Uni-Orchesters und -Chores. Fotos: Apollo-Theater



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