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Nachricht vom 28.11.2017    

Hat Raiffeisens Idee heute noch Aktualität?

Weyerbuscher Gespräche: „Sind Genossenschaften die bessere Sharing Economy?“
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hatte Dr. Ralf Kölbach (Vorstand der Westerwald Bank) einen kompetenten Gast zu den Weyerbuscher Gesprächen in das Raiffeisen-Begegnungs-Zentrum geladen: Professorin Dr. Theresia Theurl, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen in Münster.

Von links: Markus Kurtseifer, Dr. Ralf Kölbach (beide Vorstand Westerwald Bank), Dr. Theresia Theurl (geschäftsführende Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen in Münster), Andreas Tillmanns (Vorstand Westerwald Bank), Wilhelm Höser (Vorstandssprecher Westerwald Bank). Foto: WW-Bank

Weyerbusch. In einem kurzweiligen und strukturierten Vortrag stellte sie die Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf den Prüfstand. Wie aktuell ist seine Idee und kann die sogenannte Sharing Economy - die Ökonomie des Teilens - die Nachfolgerin dieser genossenschaftlichen Idee werden? Ein spannendes Thema und noch spannender war es, diese Idee vor dem Originalhintergrund zu spiegeln.

Die Professorin für Volkswirtschaftslehre erklärte den Sachverhalt in prägnanten Worten, die von tiefer Kenntnis zeugten. Sie unterteilte ihre interessanten Ausführungen in drei große Abschnitte.

Was ist Sharing Economy?
Es galt zu klären, ob Sharing Economy eine neue Wertewelt eröffne. Im Kern der Sharing Economy stehen eine nachhaltige und ressourcenschonende Gesellschaftsordnung, die Erhöhung wirtschaftlicher/gesellschaftlicher Teilhabe sowie der Wandel vom „fremdbestimmten Konsumenten“ hin zum „selbstbestimmten Nutzer“. Die wichtige Frage „Kaufen oder Nutzen/Teilen?“ stellen sich überwiegend Privatpersonen, die sich die Antwort überlegen, als Nachfrager und Anbieter. Doch welche Plattformen gibt es heutzutage? Festzuhalten bleibt, dass sie im digitalen Zeitalter einfacher funktionieren denn je. Zu beachten seien ferner verschiedene Herausforderungen der Plattformen wie die Gefahr der Ausbeutung der Nutzer durch eben diese Plattform, die Gefahr der Vermeidung notwendiger Regulierungen und/oder die Gefahr der Desillusionierung engagierter Menschen.




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Was sind Genossenschaften?
Theurl lieferte folgende Beschreibung: „Eigenständig, klein und verwurzelt bleiben, aber zusammen große Projekte steuern können.“ Sowohl ein kooperatives Geschäftsmodell als auch Dezentralität und Zentralität - genossenschaftliche Kooperationen können alles abbilden. Auf die Mischung käme es an. Sie definierte Member Value in Anlehnung an den bekannteren Shareholder Value. Im Ergebnis wird beim genossenschaftlichen Modell der Share Economy aus dem Shareholder Value der Investoren der digitalen Plattformen ein Member Value, ein Nutzerwert. Wirtschaftlich erfolgreiche Genossenschaften vergeben Aufträge an Unternehmen, bezahlen Steuern, investieren in Infrastrukturen und schaffen Arbeitsplätze. Genossenschaften haben Antworten auf gesellschaftliche Forderungen, besonders denen jüngerer Menschen.

Sind Genossenschaften die bessere Sharing Economy?
Ob diese Aussage zutrifft, so Theurl, hänge nicht zuletzt von der jeweiligen Plattform ab und wer der Eigentümer sei. Die Nutzer sind die Eigentümer, also Anbieter oder Nachfrager. Probleme seien in diesem Zusammenhang als Herausforderungen zu betrachten. Theurls Resümee am Ende des Abends: es gibt keine Erfolgsgarantie, dennoch ist die genossenschaftliche Idee eine große Chance, frei nach dem Motto „Zur Kenntnis nehmen - zu Ende denken - zum Erfolg führen“. (PM)


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