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Nachricht vom 17.01.2018    

BI Hümmerich bleibt auch im neuen Jahr kampfbereit

Die Bürgerinitiative (BI) Hümmerich wird auch im Jahr 2018 gegen die geplanten Windenergieanlagen auf dem Hümmerich bei Mittelhof vorgehen. Bei einem Treffen der Verantwortlich gab es den Rückblick auf ein arbeitsreiches Jahr und den Ausblick für 2018.

Dr.-Ing. Toni Leyendecker (links) und Dieter Glöckner von der BI Hümmerich sind sich einig: „Das drohende Verfahren wird uns noch einiges an Kraft kosten, den Hümmerich vor der Verschandelung durch Windräder zu schützen". Foto: BI Hümmerich

Mittelhof/Gebhardshain. Kurz nach dem Jahreswechsel trafen sich die Verantwortlichen der BI Hümmerich zum einem „Kick-off-Meeting 2018“. Der Jahresrückblick mit der bisher erfolgreichen Abwehr der von der Altus AG und dem Grafen Hatzfeldt geplanten industriellen Windanlagen auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof sowie der Ausblick auf die nächsten Aufgaben standen dabei im Vordergrund. Tenor: Die BI will auch weiterhin mit allen Mitteln gegen die „Windradmonster“ auf dem Hümmerich vorgehen, zumal Altus jetzt gegen die Entscheidung des Kreisrechtsausschusses Klage erhoben hat.

Informationsveranstaltungen, die eigene Homepage www.bi-hümmerich.de, Newsletter an die Mitglieder, zahllose Gespräche mit Bürgern und Entscheidern – 2017 war für die BI Hümmerich ein arbeitsreiches Jahr, unterstrich ihr Sprecher Dieter Glöckner in seinem Rückblick. „Doch die größten Erfolge entstanden ohne unser Zutun: Die Ablehnung der Bauanträge durch die Kreisverwaltung in Altenkirchen und die Zurückweisung des Widerspruchs dagegen durch den Kreisrechtsausschuss waren zweifelsohne die Jahreshöhepunkte für die BI“, fuhr er fort und stellte dabei insbesondere die hervorragende Arbeit der Kreisverwaltung heraus.

„Unsere ganz besondere Hochachtung gilt dem Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde, Olaf Riesner-Seifert, der vor dem Kreisrechtsausschuss dem großen Aufgebot an Altus-Anwälten und -Gutachtern deutlich aufzeigte, dass die Gutachten in wesentlichen Punkten fehlerhaft und unvollständig vorgelegt worden waren, so dass ernsthafte Zweifel bestehen, dass es zu keinen erheblichen Beeinträchtigungen des Vogelschutzgebietes kommen kann. Genau diese Beweispflicht besteht aber für die Antragsteller.“

Die Hoffnung von Dieter Glöckner und seinen Mitstreitern, dass Graf Hatzfeldt und die Altus AG nun ihre Fehler einsehen und die Pläne zur Verschandelung des Hümmerichs mit Windrädern bei Seite legen, ist schon wieder geschwunden: Man hat erfahren, dass Altus inzwischen Klage beim Verwaltungsgericht Koblenz gegen die Entscheidung des Kreisrechtsausschusses eingereicht hat.

Auch an diesem Verfahren ist die BI Hümmerich nicht beteiligt, dennoch beschäftigen sich die Mitglieder mit den möglichen Konsequenzen. Zum einen, so deren klare Erkenntnis: Graf und Co. wollen sich Subventionen sichern. Denn am Tag der Antragstellung galten noch günstigere Voraussetzungen, um Fördermittel für die Windräder nach dem EEG (Erneuerbare Energie Gesetz) zu bekommen, als jetzt. Bei einem Neuantrag müssten die Windräder auf dem Hümmerich, um subventioniert zu werden, in ein Bewertungsverfahren, bei dem die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden muss und mit anderen Windenergieprojekten verglichen wird. „Allein schon wegen der relativ geringen Windhöffigkeit auf dem Hümmerich wären dann die Chancen wesentlich kleiner, einen Zuschlag für Fördermittel zu bekommen. Also wird jetzt alles auf eine Karte gesetzt und der Klageweg beschritten“, meint Dr.-Ing. Toni Leyendecker, Mitglied der BI Hümmerich.

Trotz der klaren Entscheidung durch den Kreisrechtsausschuss könnte nun Gefahr drohen, dass das Verwaltungsgericht die Lage anders beurteilt. „Wir kennen keine Klageschrift und haben keine Ahnung, worauf die Altus-Klage abzielt. Aber wir wollen auch nicht einfach nur abwarten, sondern uns weiterhin für einen windradfreien Hümmerich einsetzen“, so Toni Leyendecker.




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So will die BI in diesem Jahr die Faktenlage mit zusätzlichen eigenen Erhebungen untermauern, das heißt, insbesondere die Milan-Bewegungen festzuhalten und Störaktionen zu dokumentieren, mit denen die Milane am Nisten gehindert oder zur Aufgabe ihrer Horste veranlasst werden sollen. „Wir werden jede geringste verdächtige Handlung unverzüglich zur Anzeige bringen“, betonte Dieter Glöckner, der damit auf Beobachtungen in der Vergangenheit verwies, die auf solchen Frevel schließen ließen.

Darüber hinaus will die BI weiterhin Überzeugungsarbeit leisten gegenüber der Politik und Öffentlichkeit und die gezielten Fehlinformationen der Windkraft-Lobby aufdecken: „Wir erleben, dass die immer noch subventionsgetriebene Windkraftbranche unter veränderten politischen Rahmenbedingungen nun wild um sich schlägt und noch mehr als zuvor mit falschen und halb wahren Aussagen die Windenergie als segensreich für Klima und Umwelt darstellt. Dass dies nicht stimmt und in Wirklichkeit das Bild unserer Mittelgebirgslandschaft mit ihren Wäldern und Wiesen verschandelt, dass unsere heimische Flora und Fauna zerstört wird und nachhaltige Belastungen für die Menschen der Region drohen, etwa durch gefährlichen Infraschall, werden wir im neuen Jahr noch deutlicher herausstellen“, meint Toni Leyendecker.

Wachsam wollen die Mitglieder die weitere Entwicklung bei Altus und Co. verfolgen, um rasch und entschlossen agieren zu können: „Welche Register die Anwälte auch ziehen mögen – wir werden darauf vorbereitet sein“, unterstrich Dieter Glöckner den Kampfeswillen der BI. Er dankte in diesem Zusammenhang allen Unterstützern, insbesondere der Naturschutzinitiative e.V. mit ihrem Vorsitzenden Harry Neumann sowie der Pollichia e.V., die mehrfach ihre Unterstützung zugesagt haben, und nötigenfalls auch selbst gegen die Windräder auf dem Hümmerich klagen wollen. (PM)


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