Werbung

Nachricht vom 23.01.2018    

Horst Moog aus Hamm mit German Jewish History Award ausgezeichnet

Horst Moog aus Hamm/Sieg, Rheinland-Pfalz wurde am Montagabend, 22. Januar in Berlin für seinen Beitrag zur Bewahrung des Gedenkens an die jüdische Vergangenheit mit dem German Jewish History Award der US-amerikanischen Obermayer-Stiftung ausgezeichnet. Gewürdigt wurde damit der Einsatz Moogs für sein jahrzehntelanges Engagement um die Bewahrung der jüdischen Geschichte der Region.

Horst Moog (Mitte) aus Hamm wurde in Berlin ausgezeichnet. Der Präsident der Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (links) und Karen Franklin, Jurypräsidentin der Stiftung, überreichten die Urkunde. Foto: Landesarchiv Berlin

Hamm/Berlin. Im Vorfeld des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar gab es in Berlin eine verdiente und besondere Ehrung für Horst Moog, 82 Jahre alt, aus Hamm. Sie fand im Berliner Abgeordnetenhaus statt. Moog wurde mit dem German Jewish History Award der US-amerikanischen Obermayer-Stiftung ausgezeichnet.

Horst Moog hat viele Jahrzehnte seines Lebens der Erforschung, Ausstellung und Bewahrung der Geschichte der jüdischen Gemeinden gewidmet, die einst im Westerwald und an der Sieg ansässig waren. So trug er unter anderem umfassende Archive zur Chronik der jahrhundertelangen Geschichte der jüdischen Gemeinden an der Sieg zusammen. Dank seines Engagements wurde im Hammer Kulturhaus ein jüdisches Museum eingerichtet. Über viele Jahre hielt er Vorträge, um das Bewusstsein für den Beitrag der Juden zum Leben in der Region zu stärken. Moog kümmerte sich um den erhaltenden jüdischen Friedhof, er führte Nachfahren ehemaliger ermordeter jüdischer Bürger durch den Ort und schuf Begegnungen, die bei vielen Menschen für immer im Gedächtnis blieben. Moog erlebte als Kind die Schrecken der Naziherrschaft, die ihn dauerhaft prägten und seinen Heimatort dauerhaft veränderten.

Neben Horst Moog wurden auch die Joseph Gruppe (Berlin), Karl und Hanna Britz (Kehl), Volker Mall und Harald Roth (Herrenberg) und Brunhilde Stürmer (Niederzissen) mit den German Jewish History Awards 2018 ausgezeichnet. Zusätzlich erhielt Margot Friedländer (Berlin) die Auszeichnung für besondere Leistungen.

Bereits zum achtzehnten Mal wurden die German Jewish History Awards an Bürger aus Deutschland verliehen, die ehrenamtlich einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung des Gedenkens an die jüdische Vergangenheit geleistet und Juden aus aller Welt auf der Suche nach ihren Wurzeln in Deutschland unterstützt haben.

„Die Preisträger der Obermayer Awards haben gezeigt, welch wichtige Rolle die Juden für die deutsche Gesellschaft und Kultur spielten, bevor die Nazis sie auszulöschen versuchten“, sagt Dr. Judith H. Obermayer, Präsidentin der Obermayer Foundation. „Ihr unermüdliches ehrenamtliches Engagement trägt zur generationenübergreifenden und interkulturellen Versöhnung bei – und das in einer Zeit, da in Deutschland und weltweit düstere Stimmen Rassismus befördern und versuchen, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.“ (Pressemitteilung/hws)

Hintergrund
Die German Jewish History Awards werden von der Obermayer-Stiftung (USA) verliehen. Die Auszeichnung wurde im Jahr 2000 von Dr. Arthur S. Obermayer und seiner Frau Dr. Judith H. Obermayer ins Leben gerufen. Der vielfältig engagierte amerikanische Unternehmer und Philanthrop verstarb Ende 2016.
Die Auszeichnung wird jedes Jahr im Abgeordnetenhaus von Berlin, dem Sitz des Berliner Landesparlaments, überreicht. Die Verleihung der German Jewish History Awards 2018 fand am 22. Januar im Abgeordnetenhaus von Berlin statt.
Die Preisverleihung in Berlin wird durch das Berliner Abgeordnetenhaus finanziell und organisatorisch unterstützt. Co-Sponsoren sind das Leo Baeck Institut (New York) und GerSIG (Forum für deutsch-jüdische Genealogie, Teil der weltweiten Plattform JewishGen.org). Weitere Informationen zu den Preisträgern 2018 und aus den Vorjahren finden Sie unter http://www.obermayer.us/award.



Kommentar von Helga Wienand-Schmidt
Berlin stand am 22. Januar mit zwei Ereignissen aus der Geschichte im Fokus der Öffentlichkeit. 55 Jahre Elyseé-Vertrag wurde versucht im Bundestag zu würdigen, aber da zeigte sich erschreckend der populär gewordene Rassismus, der in Deutschland Einzug hielt und dem niemand etwas entgegensetzte. In meinen Augen eine peinliche Veranstaltung, Hochachtung verdient die französische Delegation mit ihrem Parlamentspräsidenten.

Im Berliner Abgeordnetenhaus fand abends die Verleihung der amerikanischen Obermayer-Stiftung statt die Menschen würdigt, die gegen das Vergessen des jüdischen Lebens in Stadt und Land kämpfen und vorbildlich ehrenamtlich wirken. Während die großen Medien aus Berlin und Paris zur deutsch-französischen Freundschaft berichteten, blieb diese Preisverleihung bislang unerwähnt. Natürlich passt so eine Würdigung von Menschen, die sich gegen Faschismus, Rassismus und gegen das Vergessen einsetzen, vielleicht nicht in die Welt der großen Nachrichtenagenturen - eigentlich schade!

Ich habe Horst Moog bei vielen Anlässen begleitet, so brachte er Menschen jüdischen Glaubens aus den USA mit Hämmscher Wurzeln mit Bürgern aus Hamm zusammen, die ihre Erinnerungen austauschten. Es waren ergreifende Momente, ich denke da an die Familie Hirsch. Auch seine Vorträge, wo er Jugendlichen der Region von den Schreckensereignissen der Naziherrschaft als Zeitzeuge erzählte, fanden nie mit dem erhobenen Zeigefinger statt - sie regten zum Nachdenken an. Moogs Aktivitäten waren nicht immer beliebt, auch nicht in Hamm - aber auch das ertrug er und sprach eher selten darüber und wollte diese Anfeindungen nie öffentlich haben.

Mein ganz persönlicher Glückwunsch gilt Horst Moog, aber auch der Bürgerschaft von Hamm, die sich glücklich schätzen kann, einen solchen Mann in ihrem Ort zu haben.



Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Hamm auf Facebook werden!


Kommentare zu: Horst Moog aus Hamm mit German Jewish History Award ausgezeichnet

1 Kommentar
Herzlichen Glückwunsch
#1 von Jörg Burbach, am 24.01.2018 um 15:54 Uhr

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Corona im AK-Land: Ein Todesfall in der VG Daaden-Herdorf

Am Montagnachmittag weist die Corona-Statistik für den Kreis Altenkirchen im Vergleich zu Sonntag 32 laborbestätigte Neuinfektionen aus. Seit Pandemiebeginn wurden insgesamt 4093 Infektionen nachgewiesen. Mit dem Tod eines 80-jährigen Mannes aus der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf steigt die Zahl der mit oder an Corona Verstorbenen auf 93.


Intensivstationen Kirchen und Hachenburg: „Wir sind am Anschlag“

Deutschlandweit schlagen Intensivmediziner Alarm angesichts der Betten, die mit Corona-Patienten belegt sind. Die Kuriere haben mit Verantwortlichen der Intensivstationen in Kirchen und Hachenburg geredet. Demnach ist die Lage sehr angespannt. In Kirchen wird derzeit überlegt, ob geplante Operationen verschoben werden müssen.


Corona im AK-Land: 14 neue Infektionen am Wochenende – Inzidenz bei 139,7

Am Sonntagnachmittag weist die Corona-Statistik für den Kreis Altenkirchen im Vergleich zu Freitag 14 laborbestätigte Neuinfektionen aus. Seit Pandemiebeginn wurden insgesamt 4061 Infektionen nachgewiesen. Als genesen gelten 3174 Menschen.


Polizei Wissen meldet mehrere Unfälle

Ein Zusammenstoß, ein Motorradunfall und eine Trunkenheitsfahrt: Die Polizei Wissen meldet mehrere Vorfälle auf Straßen am vergangenen Wochenende. Dabei zog sich ein Motorradfahrer schwere Verletzungen zu.


Corona: DRK richtet weiteres Testzentrum in Nauroth ein

Der DRK-Ortsverein Gebhardshain wird ab nächster Woche ein weiteres Testzentrum zur Covid-19-Vorsorge einrichten. Beginn der Testungen im großen Saal des Bürgerhauses Nauroth (Schulweg 13) ist dort ab Montag, 26. April, um 18 Uhr.




Aktuelle Artikel aus Region


Ab Mittwoch, 21. April: Corona-Schnelltestzentrum in Stadthalle Betzdorf

Betzdorf. Ab Mittwoch, den 21. April, kann sich jeder in der Betzdorfer Stadthalle kostenlos auf eine Corona-Infektion schnell-testen ...

Stegskopf-Nutzung: Kreisausschuss meldet vor möglicher Mediation weiteren Beratungsbedarf an

Kreis Altenkirchen. Die Geschichte des Truppenübungsplatzes Daaden (Stegskopf) reicht bis zur erstmaligen Erwähnung im Jahr ...

Neu am Start: Der Raiffeisentriathlon

Hamm (Sieg). Das Spektakel wird sich rund um das Waldschwimmbad Thalhausermühle abspielen. Organisiert wird die Veranstaltung ...

Corona im AK-Land: Ein Todesfall in der VG Daaden-Herdorf

Die tagesaktuellen Zahlen und Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Kreis Altenkirchen (Stand: 19. April, 15.30 Uhr):

Als ...

Fahrrad-Diebstähle in Altenkirchen und Wallmenroth

Altenkirchen/Wallmenroth. Zwischen 7.20 und 12.50 Uhr wurde am Montag, den 19. April, ein Fahrrad am Schulzentrum in Altenkirchen ...

Corona: DRK richtet weiteres Testzentrum in Nauroth ein

Nauroth. Angewendet wird ein PoC-Schnelltest mittels Nasen-Rachen-Abstrich. Das Testergebnis liegt nach 15 bis 20 Minuten ...

Weitere Artikel


Bankentest bescheinigt Sparkasse Westerwald-Sieg Bestnoten

Bad Marienberg. Als sichtbares Zeichen dieser hohen Beratungsqualität ist die Sparkasse Westerwald-Sieg mit dem Qualitätssiegel ...

Jungmännerverein Elkenroth bietet Novum an Karneval

Elkenroth. Das Motto in diesem Jahr lautet: "Von Ghandi bis Al Capone, beim JVE geht es gut und böse durch die Session". ...

Gudrun Höpker gastiert im Haus Hellertal

Alsdorf. „Es könnte so schön sein...“ heißt das erste Soloprogramm von Gudrun Höpker in dem sie mit subtilem Humor und viel ...

Lauftreff VfL Wehbach startete mit traditioneller Winterwanderung

Kirchen-Wehbach. 35 Läufer und Läuferinnen des Lauftreffs VfL Wehbach trafen sich am Samstag, 13. Januar bei trockenem und ...

SVS bei Rheinland-Pokal und "Lemming Loppet" im Nordschwarzwald

Emmerzhausen/Kniebis. Früh stand fest, dass die Bedingungen am Morgen des Rheinland-Pokals bei beständigem Schneefall und ...

Sportfreunde Wallmenroth bekommen Unterstützung

Wallmenroth. Dass die Sportfreunde Wallmenroth Fußball spielen können, haben sie mit ihrem Aufstieg im vorigen Jahr ja schon ...

Werbung