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Nachricht vom 30.01.2018    

Wissener Brauereigeschichte stieß auf großes Interesse

Der Heimatverein des Kreises Altenkirchen hatte zum Vortrag in das neue Gebäude der einstigen Germania-Brauerei eingeladen und der Saal konnte die interessierten Besucher kaum fassen. Konrad Schwan, Vorsitzender des Heimatvereins, sieht darin auch ein wachsendes Interesse an der Geschichte, und dies nicht nur in Wissen.

Konrad Schwan vom Heimatverein (stehend) begrüßte die Gäste und Referenten des Abends, Horst Rolland und Bruno Wagner (von rechts) Fotos: Heimatverein

Wissen. Zahlreiche Besucher kamen am Montagabend ins Wissener Germania, um einen Vortrag von Bruno Wagner und Horst Rolland zur Wissener Brauereigeschichte zu hören. Der Vorsitzende des Kreis-Heimatvereins, Konrad Schwan begrüßte die Gäste im überfüllten Saal und betonte, dass schon das Buch, das die beiden Vortragenden verfasst haben, auf großes Interesse gestoßen sei. Offenbar wachse das Interesse an Heimatgeschichte wieder, denn auch das Heimatjahrbuch sei – trotz gestiegener Auflage – restlos ausverkauft.

Bruno Wagner begann den Vortrag zunächst mit einer allgemeinen Einleitung zu Heimat und dann zur etwa 8.000-jährigen Geschichte des Bieres, ehe er auf die Wissener Brauerei näher einging. Immer wieder ergänzte ihn Horst Rolland mit speziellen Details. Bereichert wurden die mündlichen Darstellungen durch zahlreiche Fotos, auf denen sich mancher ehemalige Brauereimitarbeiter wiedererkannte. Die vielen Zwischenkommentare belegten auch, dass gerade die anwesenden Wissener sich noch an manche Begebenheit und viele Gesichter erinnern konnten. (PM)

Neu war sicher für viele, dass das seit 1975 in Wissen gebraute Bier nicht immer Germania hieß, sondern zunächst unter dem Namen Sieggold-Bier vertrieben wurde. Die Referenten wiesen auch auf den Zusammenhang zwischen der Eisenhütte und der Brauereigründung hin, denn auch andernorts lässt sich belegen, dass Brauereien in Zusammenhang mit dem Aufbau der Montanwerke entstanden. In der Geschichte lässt sich auch belegen, dass schon in früheren Zeiten Brauereien aufgeben mussten. So konnte auch die Wissener Brauerei andere Unternehmen übernehmen, z. B. die Wehbacher Brauerei. Weiter wurde deutlich, dass immer wieder Unternehmer von außerhalb die Wissener Brauereigeschichte mitbestimmten und gerade zur Brauerei in Hersel gab es Verflechtungen, die sich auch im Namen Germania widerspiegeln.

Sowohl im ersten wie im zweiten Weltkrieg hatte die Brauerei ums Überleben zu kämpfen, hatte danach Glanzzeiten und war im Raum Wissen fest verwurzelt. So belegten Fotos, dass die Belegschaft bei örtlichen Festen vertreten war und ein Brauereivorstand auch als Wissener Schützenkönig auftrat. Aus den Erzählungen von Bruno Wagner und Horst Rolland ging aber auch hervor, dass die Eigentümer die Vereine unterstützten und auch gegenüber den eigenen Mitarbeitern sehr sozial eingestellt waren.




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Nachdem man schließlich die Selbstständigkeit aufgeben musste und dann verschiedene Eigentümer hatte, war die Schließung vorprogrammiert. Die hohen Investitionskosten, die anstanden hätte die Wissener Brauerei nicht erwirtschaften können. Nach und nach verschwanden nach der Schließung auch die imposanten Gebäude und bis auf zwei Gebäude, die unter Denkmalschutz standen, ist von der alten Brauerei nichts mehr zu sehen. Stattdessen ist dort – nach langen und unterschiedlichen Planungen – nun das Hotel und Restaurant Germania entstanden, dass zumindest entfernt baulich noch an die alte Zeit erinnert.

Die Zuhörer stellten im Anschluss an den Vortrag noch Detailfragen und spendeten für die interessanten Informationen großen Beifall.
Der Heimatverein wird die nächsten Vortragsabende in Herdorf und Derschen durchführen. Am 16. April wird im Rathaus Herdorf der „Herdorfer Frauenkarneval im Wandel der Zeiten“ beleuchtet und am 14. Mai wird im Bürgerhaus Derschen die dortige Ortsgeschichte vorgestellt.


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