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Nachricht vom 25.02.2018    

Vor- und Nachteile von Elektromobilität in Betzdorf diskutiert

Als energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion lud der Abgeordnete Michael Wäschenbach kürzlich Experten zum Austausch über die Elektromobilität ein. Dabei kamen kontroverse Sichtweisen zur Sprache.

Betzdorf. Dr. Björn Peters, studierter Physiker und Leiter des Ressorts Energiepolitik beim Deutschen Arbeitgeber Verband, betrachtet die Elektromobilität als einen wichtigen Forschungszweig, um Praxiserfahrungen zu sammeln. Allerdings solle man von der Technologie hinsichtlich des Klimawandels nicht allzu viel erwarten: „Der ganz klare Vorteil von Elektroantrieben liegt in der Einsparung von Stickoxiden, doch nur zehn Prozent des Feinstaubs kommen aus dem Auspuff. Der Rest wird auf natürlichem Wege freigesetzt.“

Dazu seien die Abbaubedingungen von Lithium und Kobalt, den für die Batterien von E-Automobilen so wichtigen Rohstoffen, ethisch nicht zu vertreten. Es werde noch Jahrzehnte bis zu alltagstauglichen Batterien dauern.

Einen anderen Blickwinkel hat Florian Strunk, Projektleiter für Elektromobilität im ländlichen Raum bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Auch wenn es noch Hürden bei Speichertechnologien, Lade-Infrastruktur und der Reichweite der Fahrzeuge gebe, so könne die Elektromobilität dennoch einen wichtigen Beitrag für umweltfreundlichen Verkehr schaffen: „Bereits mit dem heutigen Strommix, verfügen die Fahrzeuge über einen Klimavorteil.“ Dieser verbessere sich, wenn sich der Anteil an erneuerbaren Energien erhöhe. Strunk schätzt, dass die momentan noch hohen Produktions- und Anschaffungskosten im Laufe der kommenden Jahre weiter deutlich sinken werden. Ein gut ausgebautes Versorgungsnetz im ländlichen Raum hält er für durchaus realisierbar, verweist aber auch darauf, dass mehr als 90 Prozent der Ladevorgänge im privaten Bereich stattfinden werden.




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Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen, Maik Köhler, plädierte dafür, die Menschen nicht zu bevormunden. E-Mobilität sei eine interessante Technologie. Zurzeit sei die E-Mobilität jedoch noch nicht konkurrenzfähig.

Werner Weller, Sprecher der BI Siegtal, warnte vor einer ideologisch motivierten Energie- und Mobilitätspolitik: „Die Politik stößt etwas an, ohne zu überlegen was danach, beispielsweise mit ausgedienten Autobatterien, passieren soll. Es darf nicht der zweite Schritt vor dem ersten gemacht werden.“

Michael Wäschenbach selbst sieht die Elektromobilität als einen von vielen Bausteinen im Kampf gegen den Klimawandel. So werden zur Antriebstechnikwende auch eine Mobilitätswende gehören. Dazu zähle die Nutzung von Carsharing genauso wie Bürgerbus-Modelle. „Wir werden den aktuellen Verkehr niemals eins zu eins auf Elektromobilität umstellen können. Die Anwendungsfälle sind noch begrenzt, doch für Kurzstrecken oder im Stadtverkehr wird sie sich zu einer attraktiven Alternative entwickeln.“ (PM)


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