Werbung

Nachricht vom 09.03.2018    

Windkraft auf dem „Knippen“: Anzeige gegen Windpark

Die Naturschutzinitiative e. V. zeigt den Windpark-Betreiber der Anlagen auf dem „Knippen“ bei Freudenberg unweit des Friesenhagener Ortsteils Hühnerkamp an. An den dortigen Windkraftanlagen war in den letzten Tagen entgegen aktueller Gerichtsurteile weitergebaut worden. Auch MdL Michael Wäschenbach hat sich in die Diskussion eingeschaltet.

Anders als angekündigt wurden die Rotorblätter der Windenergieanlage auf dem Knippen offensichtlich nicht abmontiert. (Foto: privat)

Friesenhagen/Freudenberg. Die Naturschutzinitiative e. V. (NI) erstattet Anzeige gegen die Windpark Knippen GmbH & Co. KG wegen Verstoßes nach Paragraf 62 Abs.1 Nr. I des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BimSchG). Danach handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine Anlage ohne gültige Genehmigung errichtet. Das Unternehmen hat nach Auffassung der NI vorsätzlich und trotz fehlender rechtsgültiger Genehmigung den Bau von Windkraftanlagen auf dem bewaldeten Höhenzug des „Knippen“ bei Freudenberg weitergeführt. Das Areal liegt weniger als einen Kilometer vom Friesenhagener Ortsteil Hühnerkamp entfernt.

Der angeordnete Sofortvollzug der Genehmigung durch die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein wurde, so eine aktuelle Pressemitteilung der NI, „durch das Oberverwaltungsgericht NRW und das Verwaltungsgericht Arnsberg wieder aufgehoben. Dennoch haben Investor und die Windpark Knippen GmbH & Co. KG weitergebaut.“ Daher hat die NI eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, Anzeige zu erstatten.

Naturschutzinitiative: Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein hat zu spät gehandelt
„Dieses Vorgehen ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten und muss rechtliche Folgen haben. Auch die Vertreter der Windindustrie haben sich an geltendes Recht und Gesetz zu halten. Das Vorgehen der Windpark Knippen GmbH & Co. KG zeigt aber auch, dass die Kreisverwaltung viel zu spät gehandelt hat, um diesem vorherzusehenden Treiben rechtzeitig Einhalt zu gebieten. Nur so war es möglich, dass an einem Windrad widerrechtlich alle drei Rotoren angebracht werden konnten. Mit der Androhung eines Zwangsgeldes ist es jetzt nicht getan. Die Kreisverwaltung hat konsequent durchzusetzen, dass die rechtswidrig montierten Flügel wieder abmontiert werden. Wir fordern sie auf hierbei den Sofortvollzug anzuordnen“, erklärte Harry Neumann, Landesvorsitzender der Naturschutzinitiative.

Das Verwaltungsgericht Arnsberg hatte die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein mit Datum vom 7. März aufgefordert, „die geeigneten Maßnahmen zu treffen, um die Umsetzung der Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichtes für das Land Nordrhein-Westfalen vom 26. Februar 2018 sowie der Kammer vom 6. März 2018 zu gewährleisten.“ Erst danach, so die NI, „wurde die Kreisverwaltung wirklich aktiv, denn am Abend zuvor (06.03.2018) duldete sie noch die Montage des dritten Rotorflügels.“ Am Mittwoch war die Windkraft-Baustelle schließlich von der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein gesperrt und versiegelt worden.



Für Harry Neumann sind die die Beschlüsse der Gerichte „eine schallende Ohrfeige für die immer offensichtlicher werdende rechtswidrige Genehmigung der Immissionsschutzbehörde. Vorsorglich empfehlen wir der Kreisverwaltung dringend, unsere Hinweise bei den weiteren geplanten Windindustrieanlagen auf dem benachbarten Kuhlenberg zu beachten und dem europäischen Natur- und Artenschutzrecht vollumfänglich Geltung zu verschaffen. Am besten wäre es für den Investor, wenn er seinen Bauantrag zurückzieht. Im Falle einer Genehmigung würden wir aus natur- und artenschutzrechtlichen Gründen dagegen vorgehen.“

MdL Michael Wäschenbach beklagt unternehmerische Arroganz
Auch den heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach hat die aktuelle Entwicklung am Knippen auf den Plan gerufen. In einer E-Mail an die Redaktion des AK-Kuriers äußerte er sich „entsetzt, mit welcher Ignoranz, unternehmerischer Arroganz und der mächtigen Windkraftlobby im Rücken hier der Rechtsstaat mit Füßen getreten wird und Gerichtsentscheidungen offenbar bewusst umgangen werden sollen.“ Er fordert darin die Baugenehmigungsbehörde in der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein auf, „alle rechtsstaatlichen Mittel anzuwenden, um die Glaubwürdigkeit in die Politik und die Staatsorgane wieder herzustellen.“

Der Siegener Landrat Andreas Müller als Behördenchef sei gefordert, weil seine Behörde von Anfang an wichtige Unterlagen nicht in die Baugenehmigung einbezogen habe, so der Wahlkreisabgeordnete für den Landtagswahlkreis 1, zu dem Friesenhagen gehört. Das „von Waldbesitzern mit Dollarzeichen in den Augen betriebene rücksichtslose Vorgehen bringt die Energiewende und den Klimaschutz nicht voran. Die Verantwortlichen sind zur Rechenschaft zu ziehen“, fordert Wäschenbach. Er zeigte sich zudem enttäuscht darüber, „wie profitgetrieben und unsinnig große Teile der Windkraftbranche jegliches Vertrauen in transparente und ehrliche Ausbaustrategien unterlaufen.“

Beim AK-Kurier gingen zwischenzeitlich Meldungen aus der Bevölkerung ein, wonach anders als angekündigt die Rotorblätter einer Windenergieanlage nicht abgenommen wurden und der hierzu nötige Baukran zerlegt und abtransportiert worden ist. (PM/as)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Kirchen auf Facebook werden!


Kommentare zu: Windkraft auf dem „Knippen“: Anzeige gegen Windpark

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Fünf Monate Haft für Besitz von 0,75 Gramm Amphetamine – Wie geht das?

Eines ist sicher: Beim Amtsgericht Altenkirchen sitzt nicht der berühmt-berüchtigte "Richter Gnadenlos" aus Hamburg. Trotzdem hat Richter Volker Kindler keine andere Möglichkeit gesehen, einen Angeklagten wegen des Besitzes von 0,75 Gramm Amphetamin zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten ohne Bewährung zu verurteilen.


„Wald leidet massiv“ in Region Daaden-Herdorf wegen Motocrossfahrern und Mountainbikern

Das Forstamt Altenkirchen übt in einer Pressemitteilung deutliche Kritik an Motocrossfahrern und Mountainbikern, die im Wald der Region Daaden-Herdorf auf nicht dafür vorgesehen Wegen fahren. Die illegalen Aktivitäten gefährdeten Mensch und Tier. Außerdem leide das Ökosystem Wald massiv. Nun nimmt das Forstamt die gesamte Gesellschaft in Verantwortung.


Germania Wissen: Pforten ab 31. Oktober wieder offen

Darf man den Informationen aus verschiedenen Quellen im Internet glauben, so öffnet das Restaurant der Germania in Wissen ab dem 31. Oktober seine Pforten wieder. Neben dem neuen Pächter bestätigt dies auf Nachfrage auch das Citymanagement der Stadt Wissen zudem in einer Veröffentlichung in den sozialen Netzwerken.


"Rückgratverstärker" ab dem 20. September in neuen Räumen

Ab dem 20. September findet man die Physiotherapiepraxis Rückgratverstärker an ihrem neuen Standort Am Güterbahnhof 4 in Wissen. Zu diesem Anlass hatte das Team zum Tag der offenen Tür eingeladen. Auf nunmehr 250 Quadratmetern bietet die Praxis in ihren ebenerdigen Räumen noch mehr Möglichkeiten, um ihre vielfältigen therapeutischen Anwendungen anzubieten.


Verkehrsunfall auf der B8: Überholversuch in Gieleroth endete im Graben

Am Dienstag, 21. September, gegen 18.30 Uhr kam es auf der B 8 in der Ortslage Gieleroth zu einem Verkehrsunfall. Eine Kolonne bestehend aus drei Fahrzeugen befuhr die Bundesstraße aus Richtung Altenkirchen kommend. Das letzte Fahrzeug setzte zum Überholen an - trotz durchgezogener weißer Linie.




Aktuelle Artikel aus Politik


„Wald leidet massiv“ in Region Daaden-Herdorf wegen Motocrossfahrern und Mountainbikern

Region. In den letzten rund 40 Jahren hat sich in der Region Daaden-Herdorf laut dem Forstamt Altenkirchen eine „regelrechte ...

Corona: Luftreinigungsfilter für Grundschulen in Trägerschaft der VG Kirchen

Kirchen. „In Anbetracht des wachsenden Infektionsgeschehens musste im Interesse der Gesundheit der Kinder und Lehrkräfte, ...

So hoch ist jetzt schon der Briefwähler-Anteil im Kreis Altenkirchen

Kreisgebiet. Von den 100.005 Wahlberechtigten im Kreis Altenkirchen haben bereits 43.682, also 43,68 Prozent, ihre Wahlscheine ...

Siegstrecke: „Seit Jahrzehnten nichts Grundlegendes verändert“

Region. „Wir appellieren eindringlich dafür, die eingleisigen Abschnitte auf der Siegstrecke unter Umsetzung vollumfänglicher ...

Nassauer Straße in Wissen: „Holperpiste mit vielen Löchern“

Wissen. Kürzlich traf sich Bürgermeister Berno Neuhoff laut einer Pressemitteilung der Verwaltung mit dem Leiter des Landesbetriebs ...

Spahn-Besuch vor Kirchener Krankenhaus wurde zum Demokratie-Happening

Kirchen. „Lüge, Lüge!“ oder „Lassen Sie die Kinder in Ruhe!“ – dazu Pfeifkonzerte und teilweise Geschrei, das in der Menge ...

Weitere Artikel


Grundlagen der Achtsamkeitsschulung im Kloster Hassel

Pracht. Das buddhistische Kloster Hassel in Pracht bietet am Samstag, dem 24. März, eine Achtsamkeitsschulung an. „Die Achtsamkeitsschulung ...

Frühjahrskonzert des Musikvereins Brunken

Brunken/Gebhardshain. Der Musikverein Brunken 1926 e.V. lädt Musikfreunde aller Altersgruppen zu seinem großen Frühjahrskonzert ...

Circus Ronelli gastiert in Weitefeld

Weitefeld. Der Circus Ronelli gastiert vom 5. bis 8. April in Weitefeld in der Ringstraße. Die Vorstellungen finden täglich ...

Dorfgemeinschaft Katzwinkel-Elkhausen bastelte Oster-Dekoration

Katzwinkel. Der Begegnungsraum der Dorfgemeinschaft Katzwinkel-Elkhausen e.V. in der Mehrzweckhalle in Katzwinkel hatte ...

Für jeden etwas dabei: Truck-Grand-Prix am Nürburgring

Region. Motorsport, Show und Musik zum Anfassen – nirgendwo gibt es das so hautnah und ungeschminkt wie beim Internationalen ...

Else: Jobsuche schwer gemacht

Region. Theresa ist zunächst begeistert. Sie hat auch ein eigenes Auto, das sie - so die Voraussetzungen in der Ausschreibung ...

Werbung