Werbung

Nachricht vom 27.03.2018 - 17:37 Uhr    

Land muss Weidetierhalter bei Schutz vor Wolf unterstützen

Die Weidetierhalter im Westerwald sind in größter Sorge: Nachdem zum wiederholten Male ein Wolf im Kreis Neuwied Weidetiere gerissen hat und auch mehrere Wolfsbeobachtungen vorliegen, muss das Land Rheinland-Pfalz die Viehhalter beim Schutz ihrer Nutztiere endlich wirksam unterstützen. Das fordern die Kreisbauernverbände Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis sowie der Landesverband der Schafhalter und -züchter in Rheinland-Pfalz vom Umweltministerium in einer Pressemitteilung.

Die Kreisbauernverbände Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis sowie der Landesverband der Schafhalter und -züchter stellen klare Forderungen in Bezug auf Wölfe. Foto: Wolfgang Tischler

Neuwied. Es reicht keineswegs aus, den Wolf in Rheinland-Pfalz mit einem Millionenbudget willkommen zu heißen. Es ist vielmehr dringend geboten, die Weidetierhalter als Hauptbetroffene mit den Konsequenzen nicht alleine zu lassen. Der Schutz der Herdentiere vor dem Raubtier Wolf ist extrem aufwändig und kostenintensiv. Die Kreisbauernverbände im Westerwald fordern daher das Land auf, unabhängig von der Einrichtung eines Präventionsgebietes unverzüglich jeden Weidetierhalter im Westerwald unbürokratisch und umfassend bei den erforderlichen Kosten - sowohl das Material als auch der Arbeitsaufwand - für eine wolfssichere Umzäunung zu unterstützen.

Ohne diese Unterstützung wird das Auftreten des Wolfes zur Folge haben, dass die prägende, jedoch gleichzeitig wirtschaftlich äußerst schwierige Weidetierhaltung sich noch weiter aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz zurückzieht. Die Tierhalter wollen und können diese zusätzliche Belastung nicht mehr tragen. Die geforderte Unterstützung kommt der gesamten Bevölkerung zu Gute: Versetzt der Wolf eine Tierherde in Panik und ergreift diese die Flucht, ist dies insbesondere auf den zahlreichen Verkehrswegen eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Menschen.

Diese Gefahr wird im Umweltministerium bislang offenbar unterschätzt. Schutz der Nutztiere vor dem Wolf bedeutet zugleich Schutz der Menschen in Rheinland-Pfalz. Die Kreisbauernverbände fordern das Umweltministerium daher eindringlich auf, die Nutztierhalter im Westerwald nunmehr endlich wirksam bei Schutzmaßnahmen für die Weidetiere und bei der Bewältigung der versicherungsrechtlichen Folgen eines Herdenausbruchs zu unterstützen. Wir fordern die Gründung eines zentralen Kompetenzzentrums, wo alle Fragen, die die Weidetierhalter betreffen, gebündelt und gesetzlichen Regelungen zugeführt werden. Wir fordern eine Wolfsverordnung, um die Einzelfallentscheidungen zu auffälligen Wölfen rechtlich und organisatorisch besser abzusichern und transparent zu machen. Wir fordern, die rechtlichen Grundlagen mit den Nachbarländern abzustimmen, um für die Beteiligten vor allem in den Grenzgebieten eine größtmögliche Rechtssicherheit (zum Beispiel in Fragen der Jagd, der Entschädigung, der Prävention) zu erhalten.

Die Kreisbauernverbände im Westerwald begrüßen Anerkenntnis von Umweltministerin Höfken, dass Wölfe „auffällig“ (was nichts anderes als „gefährlich“ heißt) gegenüber Menschen werden können und erforderlichenfalls der Entnahme bedürfen. Wir hoffen daher auch auf ihr Einsehen, dass das Raubtier Wolf die ohnehin fragile Nutztierhaltung im nördlichen Rheinland-Pfalz vor einer Herausforderung stellt, mit der das Land die Tierhalter nicht alleine lassen darf.“

---
Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!


Kommentare zu: Land muss Weidetierhalter bei Schutz vor Wolf unterstützen

1 Kommentar

Was Artenschützer meist mit Freude sehen, treibt Deutschlands Schäfer mittlerweile auf die Barrikaden: Seit der Rückkehr von Isegrimm und dessen rasanter Vermehrung kommt es immer häufiger zu Übergriffen und gravierenderen Schäden - nicht nur bei Schafbeständen – inzwischen sorgen sich vorausschauende Weidetierhalter um ihre Rinder und auch um ihre Pferde. Manche bangen gar um ihre Existenz.
In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland bezeichnen dies einige freimütig als großflächigen Freilandversuch!

Mehr möchten wir zur Zeit hier nicht kundtun. Eine tägliche Aktualisierung mit ständigen Neuigkeiten ist ein Vollzeitjob!

Schauen Sie sich schlau!

Informieren sie sich mit Hilfe der DVD "Weidetierhaltung: Geliebt. Gewollt. Geopfert?" aus dem Shop umfassend. Praktiker, Wissenschaftler und Betroffene verschiedener Tierarten berichten von den Veränderungen die das Großraubtier Wolf vorerst für die Landbevölkerung mit sich bringt! https://www.youtube.com/watch?v=iLYetKjPXB4&t
#1 von Wendelin Schmücker, am 28.03.2018 um 08:09 Uhr

Aktuelle Artikel aus der Region


Feuerwehr Hamm übte im Etzbacher Industriepark

Hamm/Etzbach. Beim Eintreffen war zu erkennen, dass ein Pkw verunfallt war und ein Sattelzug mit Gefahrgut beteiligt war. ...

Jugendrotkreuz im Bezirksverband Koblenz lud zum Wettbewerb nach Altenkirchen ein

Altenkirchen. Bereits am frühen Sonntagmorgen fuhren zahlreiche DRK Fahrzeuge zum Schulzentrum an der Glockenspitze. Hier ...

Alles auf Anfang: Wählergruppe Stötzel stellte Kandidaten für Mudersbach auf

Mudersbach. „Alles auf Anfang“, lautet momentan die Devise für die zwischenzeitlich neu terminierte Ortsgemeinderatswahl ...

Schulstandort Martin-Luther-Straße Hamm/Sieg feiert runden Geburtstag

Hamm/Sieg. Der Schulstandort Martin-Luther-Straße in Hamm/Sieg feierte am Samstag, 15. Juni, 50-jähriges Bestehen. Aus diesem ...

Wissener Reha-Sportler auf Tour ins Frankenland

Wissen/Breitengüßbach. Pünktlich zum vorgesehenen Reisebeginn hatten sich 38 reisewillige Teilnehmer am Busbahnhof in Wissen ...

Thema Abendmahl: Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises tagte

Wissen/Kreisgebiet. „Es gibt nicht den einen richtigen Weg, das Abendmahl zu feiern, aber ganz gleich, in welcher Form wir ...

Weitere Artikel


Landfrauen wurden zu Torten-Meisterinnen

Altenkirchen. Beim Mitmachkurs zur Herstellung von köstlichen Cremetorten stand den Landfrauenim Bezirk Altenkirchen wieder ...

Zwei Meistertitel für Gebhardshainer Bogenschützen

Gebhardshain/Halle a. d. Saale. Zwei Meistertitel und einmal der zweite Platz: Das ist die Bilanz der Bogensportabteilung ...

18 Ehrenamtskarten für Helfer im DRK-Seniorenzentrum Altenkirchen

Altenkirchen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat im Jahr 2014 zusammen mit vielen Städten, Kreisen und Gemeinden ...

Wissener Bogenschützen holen zwei Meistertitel an die Sieg

Wissen/Halle a. d. Saale. Kürzlich fanden in Halle an der Saale die Deutschen Meisterschaften des Deutschen Feldbogenverbandes ...

Heimische DRKler begleiteten den Bundespräsidenten

Altenkirchen/Köln. Für das Deutsche Rote Kreuz war ein Höhepunkt des noch jungen Jahres die Kreisbereisung von Bundespräsident ...

Angesagter Frauenchor Encantada zu Gast beim MGV Sangeslust

Birken-Honigsessen/Wissen. Sein 95-jähriges Bestehen feiert der Männergesangverein (MGV) Sangeslust Birken-Honigsessen mit ...

Werbung