Werbung

Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 03.04.2018 - 14:31 Uhr    

Hauptzollamt Koblenz kontrollierte 550 Bauunternehmen

Nach einer Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) müssen sich Bauunternehmen in der Region auf häufigere Kontrollen durch den Zoll einstellen. Im Fokus der Beamten: mögliche Schwarzarbeit. Allein im Vorjahr hätte das Hauptzollamt Koblenz acht Prozent mehr Unternehmen überprüft als 2016 und insgesamt 62 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne eingeleitet. Die IG BAU fordert mehr Personal für effektive Ermittlungsarbeit.

Wenn der Zoll auf die Baustelle kommt, haben die Beamten oft etwas zu bemängeln. Nach Einschätzung der IG BAU Koblenz-Bad Kreuznach kommt ein Großteil der schwarzen Schafe jedoch „ungeschoren“ davon – weil engmaschige Kontrollen fehlten. (Foto: IG BAU)

Altenkirchen. Baufirmen in der Region müssen häufiger mit einem Besuch vom Zoll rechnen. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Danach kontrollierten Beamte im Bereich des zuständigen Hauptzollamts Koblenz im vergangenen Jahr insgesamt 550 Bauunternehmen – das sind rund acht Prozent mehr als im Jahr 2016. Hierbei leiteten die Zöllner 62 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne ein. Der Schaden wegen hinterzogener Steuern und Sozialabgaben belief sich auf rund 42,05 Millionen Euro.

Die IG BAU Koblenz-Bad Kreuznach nennt die Zahlen „alarmierend“. Der Anteil schwarzer Schafe in der Baubranche sei nach wie vor sehr hoch. „Selbst dabei ist noch von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Viele Dumping-Firmen gehen nicht ins Netz des Zolls, weil die Beamten mit den Kontrollen überhaupt nicht hinterherkommen“, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Walter Schneider. Angesichts des aktuellen Bau-Booms sei davon auszugehen, dass auch die illegale Beschäftigung stark zugenommen habe. „Zwar ist das Plus bei den Prüfungen zu begrüßen." och mit Blick auf das Ausmaß krimineller Machenschaften in der Branche müssten die Behörden laut Schneider noch viel stärker kontrollieren.

Hierfür benötige der Zoll jedoch deutlich mehr Personal – auch beim Hauptzollamt Koblenz. „Für eine effektive Ermittlung brauchen wir Manpower“, erklärt Schneider. Die IG BAU fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte bei der FKS (Finanzkontrolle Schwarzarbeit). Zuletzt waren lediglich gut 6.400 FKS-Planstellen besetzt. Die Zollbilanz geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. Um mehr Möglichkeiten im Kampf gegen Schwarzarbeit zu haben, schlägt die IG BAU die Schaffung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften in allen Bundesländern vor. Auch die Gewerkschaften könnten an den Kontrollen beteiligt werden. „Die Schweiz hat damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Schneider. Nach dem „Genfer Modell“ machen dort Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsame Kontrollen auf Baustellen. (PM)


Kommentare zu: Hauptzollamt Koblenz kontrollierte 550 Bauunternehmen

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Wirtschaft


Einweihungsparty vom Autohaus Siegel lockte zahlreiche Gäste

Bruchertseifen. Das Autohaus Siegel in Bruchertseifen hatte für Sonntag (16. Juni), zu einem großen Sommerfest eingeladen. ...

Fit oder Geld zurück – Fortius Fitness aus Dänemark macht Deutschland fit

Fit mach mit?

Die Gründer von Fortius Fitness leben vor, wie einfach es sein kann, einen definierten und gut durchtrainierten ...

Marienthal und Mallorca: Junge Gastronomen erweitern ihren Horizont

Marienthal/Mallorca. Zwei Mann, ein Wort: Stefan Zaelke und Uwe Steiniger wollen einen Austausch ihrer jungen Mitarbeiter ...

Azubi-Karrieretag am 25. Juni in der Westerwald-Brauerei

Hachenburg. Mitarbeiter, Führungskräfte, Brauereichef Jens Geimer und die technischen sowie kaufmännischen Auszubildenden ...

IHK-Report zu Fachkräftemangel: Die Lage spitzt sich zu

Rheinland-Pfalz. Die Umfrage haben die rheinland-pfälzischen IHKs gemeinsam mit dem Unternehmer Peter Hack, CEO der Hack ...

Projektentwickler Ratisbona baut neuen Mudersbacher Lidl

Regensburg/Mudersbach. Der Investor und Projektentwickler Ratisbona Handelsimmobilien aus Regensburg baut in Mudersbach einen ...

Weitere Artikel


Kreative aufgepasst: Jetzt für Kreativsonar bewerben

Mainz. Der Wettbewerb Kreativsonar geht in die vierte Runde: Kreative mit einer guten Idee, Gründer und auch gestandene Unternehmer ...

EAM-Stiftung vergibt 50.000 Euro Spendengelder

Kassel/Wissen. Von der Fürsorge hilfebedürftiger Menschen bis zur Erstellung einer Dorfchronik – in diesem Jahr fördert die ...

TTVR lädt zum Vereinsservicetag am 26. Mai ein

Region. „Es ist uns gelungen, Jan Lüke, Sportwissenschaftler für Medienrecht an der FH Köln sowie Buchautor „111 Gründe Tischtennis ...

Neue Wohnformen, neue Netzwerke: die Bürgergenossenschaften

Hamm. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Raiffeisen-Jubiläumsjahr laden Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und ...

Einbrecher waren rund um die Feiertage unterwegs

Helmenzen/Rott/Wissen. Die Kriminalinspektion Betzdorf beschäftigt sich derzeit unter anderem mit einem Einbruch in Helmenzen. ...

Zappa-Nacht in Nauroth mit „FIDO“ und „CHATO“

Nauroth. Am Samstag, 14. April, findet nach über drei Jahren Pause die 15. Zappa-Nacht erstmalig in Nauroth im Bürgerhaus ...

Werbung