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Nachricht vom 30.09.2009    

Arbeitsmarkt: Die Herbstbelebung lässt hoffen

Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt: Zwar ist die Herbstbelebung üblich, mit einer solchen recht deutlichen Erholung hatten die Experten angesichts der Wirtschaftskrise nicht gerechnet. Trotzdeem, so die Arbeitsagentur Neuwied: Von einem Ende der Krise kann noch keine Rede sein. Vor allem im Kreis Altenkirchen. Dort hat sie tiefere Spuren hinterlassen als im Kreis Neuwied.

Kreis Altenkirchen/Region. Nach deutlicher Zunahme in der ersten Jahreshälfte beobachten Experten nun einen saisonüblichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Der Spätsommer zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt von seiner angenehmen Seite: Wie zu dieser Jahreszeit üblich ging die Zahl der Arbeitslosen im September zurück. Im Bezirk der Agentur Neuwied - er umfasst die Landkreise Neuwied und Altenkirchen - zählten die Statistiker zum Monatsende 10.799 arbeitslose Frauen und Männer - 610 weniger als vier Wochen zuvor. Die Arbeitslosenquote sank von 7 auf nun 6,6 Prozent. Weniger günstig fällt der Jahresvergleich aus. Denn im September 2008 waren 2088 Menschen weniger arbeitslos; die Quote lag damals bei 5,4 Prozent. Trotzdem ist Manfred Stein, der stellvertretende Leiter der Arbeitsagentur, mit der aktuellen Entwicklung zufrieden. "Was wir zurzeit beobachten, ist die übliche Herbstbelebung. Allerdings konnten wir angesichts der Wirtschaftskrise und ihren Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten nicht unbedingt damit rechnen, dass die Arbeitslosigkeit zum Ferienende auch diesmal so deutlich sinken würde. Das ist zumindest ein weiterer Hoffnungsschimmer."
Trotz dieser positiven Einschätzung ist Stein jedoch weit davon entfernt, das Ende der Krise zu verkünden. Wie es weitergehe, hänge in erster Linie davon ab, wie schnell sich die Weltwirtschaft erholen wird. "Es gibt durchaus Entwicklungen, die uns noch Sorgen bereiten." Dazu gehören nicht nur namhafte Betriebe, die ins Wanken geraten sind und offen über Stellenabbau nachdenken. Auch die sehr unterschiedlichen Auswirkungen in den beiden betreuten Landkreisen beschäftigen die Arbeitsmarktexperten. Denn die Krise hat in Altenkirchen tiefere Spuren hinterlassen als in Neuwied; und auch von der aktuellen Entspannung kommt im Westerwald deutlich weniger an als bei den Nachbarn am Rhein. So zählt die Arbeitsagentur im Landkreis Neuwied zum Monatsende 6.071 Arbeitslose - 406 weniger als im August und 778 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 6,5 Prozent. Im Landkreis Altenkirchen sind 4728 Menschen arbeitslos gemeldet, was hier allerdings einer Quote von 6,8 Prozent entspricht. Verglichen mit dem Vormonat ging der Wert um 204 zurück, während er im Vergleich zum Vorjahr um 1310 anstieg. Besonders drastisch ist die Veränderung im Raum Betzdorf, wo die Arbeitslosigkeit vor der Krise besonders niedrig war. Innerhalb eines Jahres schnellte die Quote hier von 4,2 auf nun 6,2 Prozent nach oben; die Arbeitslosenzahl liegt mit 2869 um 49 Prozent höher als vor einem Jahr. "Dass die verschiedenen Regionen unseres Bezirkes so unterschiedlich stark betroffen sind, liegt vor allem an den Branchen, die sich dort angesiedelt haben", erklärt Manfred Stein. "Die Maschinenbauer und Kfz-Zulieferer etwa, die in der Vergangenheit stets für einen hohen Beschäftigungsgrad in ihrer Umgebung sorgten, haben den Nachfragerückgang und damit die Auswirkungen der Krise besonders stark zu spüren bekommen."
Das Schlimmste konnte aber auch dank der Kurzarbeit verhindert werden: 28 Unternehmen zeigten sie in den vergangenen Wochen für 280 Mitarbeiter bei der Arbeitsagentur an. Seit November 2008 griffen damit rund 730 Betriebe im Agenturbezirk für etwa 16.300 ihrer Mitarbeiter auf dieses Angebot zurück und versuchten so, die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ohne Entlassungen zu überstehen. "Ohne diese Unterstützung und ihre rege Nutzung, sähe der Arbeitsmarkt in unserer Region zweifellos sehr viel düsterer aus."



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