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Nachricht vom 02.10.2009    

Handwerk braucht einen langen Atem

Das Handwerk im Norden des Landes braucht einen langen Atem: Das geht aus der aktuellen Konjunkturbefragung der Handwerkskammer für den Kammerbezirk Koblenz unter 2800 Mitgliedsbetrieben hervor.

Region/Koblenz. "Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage unter den Handwerksbetrieben im Bezirk der Handwerkskammer Koblenz bleiben insgesamt beständig, aber eher gedämpft. Es fehlen nachhaltige Impulse, um einen Aufschwung anzuschieben. Einzelne Konjunktur-Indikatoren wie Umsatzentwicklung und Auftragseingang wurden ähnlich dem Vorjahr bewertet. Die Preisentwicklung auf dem Beschaffungsmarkt hat sich entspannt. Dennoch sinken Investitionsbereitschaft und Investitionsvolumen. Die Beurteilung der Geschäftslage hat sich leicht verschlechtert", so Präsident Karl-Heinz Scherhag und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden.
Nach der aktuellen Konjunkturbefragung der Handwerkskammer Koblenz unter 2800 Mitgliedsbetrieben schätzen 73 Prozent der Betriebsinhaber ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend ein. Im Vorjahr waren es 75 Prozent. Damit liegen die Koblenzer Ergebnisse leicht unter dem Landesdurchschnitt von 75 Prozent. Die Prognosewerte der Geschäftslage für die nächsten drei Monate bleiben mit 73 Prozent konstant.
Die Stimmungslage in den einzelnen Landkreisen unterliegt einer Bandbreite von 67 bis 82 Prozent. Das beste Geschäftsklima melden in diesem Herbst die Betriebe im Rhein-Hunsrück-Kreis, den niedrigsten Wert geben die befragten Betriebe im Kreis Cochem-Zell an.
In den einzelnen Handwerksbranchen ist die Beurteilung der Geschäftslage im Kammerbezirk Koblenz recht unterschiedlich. Von den Betrieben für den gewerblichen Bedarf, die im letzten Jahr mit 86 Prozent noch die beste Einschätzung gaben, melden aktuell nur noch 66 Prozent eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage. Von den befragten Ausbaubetrieben sind es immerhin 82 Prozent. 69 Prozent der Bau- und Kfz-Betriebe melden aktuell eine positive Geschäftslage. Im Nahrungsmittelgewerbe und bei den Betrieben im Gesundheitsgewerbe liegt der Anteil der Befragten mit einer guten und zufriedenstellenden Geschäftslage bei 63 Prozent beziehungsweise 62 Prozent. Die beste Beurteilung geben in diesem Herbst die Betriebe der personenbezogenen Dienstleistungen. Hiervon melden 91 Prozent der Betriebe ein zufriedenstellendes Geschäftsklima.

Kapazitätsauslastung und Umsatzentwicklung ohne Impulse
Bei der Kapazitätsauslastung erreichen die Handwerksbetriebe in der Region Mittelrhein einen höheren Wert als der Landesdurchschnitt. 63 Prozent der Unternehmer geben an, zu mindestens 70 Prozent ausgelastet zu sein. Im Landesdurchschnitt sind dies 61 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 65 Prozent der Befragten im Kammerbezirk Koblenz. Spitzenreiter sind hier die Betriebe der Ausbau- und Bauhandwerke mit 74 Prozent. Von den Handwerken für den gewerblichen Bedarf geben nur noch 47 Prozent eine zufriedenstellende Auslastung an (Vorjahreswert: 68 Prozent).
Beim Auftragsvorlauf liegen die Betriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz mit 7,4 Wochen ebenfalls über dem Landesdurchschnitt von 6,8 Wochen, wobei der Rhein-Hunsrück-Kreis mit 10,9 Wochen den höchsten, hingegen die Stadt Koblenz mit 3,4 Wochen den niedrigsten Wert aufweist.
Die Ergebnisse der Umsatzentwicklung der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Koblenz liegen leicht über dem Landesdurchschnitt und über den Vorjahreswerten. 69 Prozent der befragten Betriebe in der Region Mittelrhein geben höhere oder zumindest gleiche Einnahmen gegenüber dem Vorquartal an. Im Landesdurchschnitt sind dies 66 Prozent und vor einem Jahr waren es 67 Prozent der Befragten.
Der Preisdruck für die Betriebe in der Region Mittelrhein ist gesunken. Nur noch 30 Prozent der Befragten gegenüber 68 Prozent im Vorjahr geben steigende Einkaufspreise an. Allerdings können nur 7 Prozent der Befragten höhere Verkaufspreise bei ihren Kunden durchsetzen (15 Prozent).

Investitionstätigkeit sinkt - Beschäftigungssaldo positiv
Im Kammerbezirk Koblenz investieren derzeit 35 Prozent der Betriebe eine durchschnittliche Investitionssumme von 18.000 Euro. Im Vorjahr waren es 41 Prozent mit 29.000 Euro Investitionssumme.
"Erfreulich ist, dass die Beschäftigungsbilanz nach dieser Befragung positiv bleibt. Wie im Landesdurchschnitt stellen 16 Prozent der befragten Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Koblenz Mitarbeiter ein, 10 Prozent nehmen Entlassungen vor", stellt die HwK-Spitze fest. Um unter den gewachsenen Anforderungen am Markt zu bestehen, bietet die HwK Koblenz ihren Mitgliedsbetrieben einen umfassenden betriebswirtschaftlichen und technischen Beratungsservice zu Fragen der Finanzierung mit öffentlichen Mitteln, Kostenrechnung, Marketing, Gestaltung von Produkten und Ideen und vielem mehr. "Wir möchten für unsere Mitgliedsbetriebe in allen Fragen erster Ansprechpartner sein, wenn diese beispielsweise in neue Märkte investieren oder erstmals einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen möchten", betonen Scherhag und Baden und fordern die Handwerksbetriebe auf, aktiv an dem ganzheitlichen Beratungsangebot der Handwerkskammer zu partizipieren.
Informationen zu Einzelheiten der Herbstbefragung 2009 bei der Handwerkskammer Koblenz, Telefon 0261/398-257, Telefax 0261/ 398-994, beratung@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de.



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