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Nachricht vom 04.06.2018    

Endlich wieder pures Festivalfeeling bei Rock am Ring

Nach den Rückschlägen der letzten Jahre mit Wetterkapriolen und einem vermuteten Anschlag, welche durchaus prägend für Besucher und Veranstalter waren, konnte das Festival Rock am Ring in diesem Jahr endlich wieder durchatmen. Mit gleich vier großen Headlinern und unzähligen Musikstilen wurde der Geschmack eines jeden der rund 71.400 Fans getroffen.

Casper zeigte sich publikumsnah. Fotos: LJS

Nürburg. Das deutschlandweit bekannte, über dreißig Jahre alte Festival, welches auch in diesem Jahr wieder vom 1. bis 3. Juni am Nürburgring stattfinden konnte, war 2018 erstmals seit langer Zeit nicht ausverkauft. Am angehäuften Pech der vergangenen Jahre gemessen, so Marek Lieberberg, sei die Resonanz trotz allem jedoch überwältigend. Die Festivalbesucher gäben ein durchweg positives Feedback ab und seien mit der Gesamtsituation, auch das Wetter betreffend, mehr als zufrieden.

Das spiegelte sich auch auf dem Festivalgelände wieder: Nach einem Gewitter in der Nacht zum ersten Tag, bei dem jedoch dank der guten Vorbereitung alles glimpflich verlief, und ein paar kleineren Regenschauern stürmten die Besucher mit Gummistiefeln und Regencapes bewaffnet das Gelände. Diese Ausstattung sollte die nächsten Tage, zur Freude aller, jedoch nicht mehr benötigt werden, denn von da an blieb es trocken und sogar zeitweise sonnenbeschienen.

Bereits der freitägliche Start bereitete vielen Fans Herzklopfen: Neben „Walking on Cars“, der „Antilopen Gang“, „Stone Sour“ und „Marylin Manson“, welcher unter anderem mit seiner außergewöhnlichen Show voller Rauch, grellen Lichteffekten und starken Bässen den Tag beendete, konnten noch „Casper“, sowie dem Headliner „Thirty Seconds To Mars“ zugejubelt werden. Ersterer überraschte seine Fans neben Specials wie einem Funkenregen, mit den Gastaufritten von „Drangsal“ und Kraftklub-Frontmann Felix Brummer, welche Songs mit ihm zum besten gaben. Jared Leto, der bekannte Sänger von „Thirty Seconds To Mars“, verstand sich ebenfalls darin, die Menge in seinen außergewöhnlichen Outfits zu begeistern. Neben einem Feuerwerk zu Beginn sowie zum Abschluss, ließ die Band riesige Luftballons und aufblasbare Tiere in die Menge katapultieren, welche zusammen mit der rockigen Musik eine atemberaubende Atmosphäre kreierten.

Auch die Deutschrap-Szene kam nicht zu kurz, und war vornehmlich auf der Alternastage vorzufinden: Neben Ufo361, SummerCem und Yung Hurn trat unter anderem Bausa auf, der mit „Was du Liebe nennst“ in diesem Jahr die Charts stürmte.

Tag zwei begann bereits mit angenehmen Temperaturen und einer Show von „Bury Tomorrow“ auf der Beck’s Crater Stage, „Yungblud“ auf der Volcano Stage und „Nightcrawler“ auf der Alternastage. Unter anderem spielten an diesem Tag noch die Hamburger Gruppe „Kettcar“, zu deren Auftritt die ersten Sonnenstrahlen erschienen, „Parkway Drive“, „Beth Ditto“, welche auch ohne ihre ehemalige Band „Gossip“ mit kraftvoller Stimme auf ganzer Linie überzeugte, „Kaleo“, bekannt durch „Way Down We Go“, „Snow Patrol“, die während einem wunderschönen Sonnenuntergang passend gefühlvoll die Menge mit „Chasing Cars“ zu Tränen rührten, und selbstverständlich der Headliner des Tages, „Muse“. Wie von ihnen gewohnt, präsentierten sie ihre Songs in einer spektakulären Lichtshow, welche über das gesamte Festivalgelände zu sehen war. Die begeisterte Menge vor der Bühne kam nicht eine Minute zum Stillstand, und wiegte und tobte in den rockigen Klängen der Band.

Mit Acts wie „Good Charlotte“, „Bad Religion“, „RAF Camera“, „Bilderbuch“ oder „Rise Against“ ging das Festival in die letzte Runde. Die Band „Alma“, welche durch Hits wie „Karma“, „Dye my hair“ oder „Bonfire“ bekannt wurde, schaffte es, die Menge vor der Crater Stage trotz verhältnismäßig früher Uhrzeit mit der markanten Stimme der Frontsängerinnen zum Toben zu bringen. „Trailerpark“, welche ein paar Stunden später ebenfalls auf der mittleren Bühne standen, unterhielten ihr überwiegend jüngeres Publikum mit außergewöhnlichem Bühnenbild und gewohnt ungeschliffenen Texten. Trotz der Tatsache, dass einer der vier Mitglieder, „Basti“, fehlte, konnten „Alligatoah“, welcher auch einen eigenen Hit performte, „Sudden“ und „Timi“ das Publikum mit einem Mix aus alten und neuen Stücken überzeugen.

Den Abschluss des letzten Tages machten die zwei Headliner „Foo Fighters“ und „Gorillaz“. Die „Foo Fighters, welche insgesamt über zweieinhalb Stunden auf der Volcano Stage spielten, hatten eine schier endlose Palette ihrer Songs in einem lockeren Bühnenprogramm integriert. Neben Liedern zum mitwiegen, wie „Run“ oder einer anderen Version von „Wheels“, wurden vor den Zuschauern auch Lieder wie „Everlong“ oder „Learn to fly“ zum Besten gegeben, bei denen sich keiner mehr auf seinem Platz halten konnte. Die Freude am Auftritt war der Band mit Ex-Nirvana Frontmann Dave Groll zu jeder Sekunde anzumerken, und das nach über 20 Jahren auf der Bühne. Sowohl vor der Hauptbühne, als auch vor der Crater Stage, auf der später die „Gorillaz“ auftraten, sprudelte die Freude der Fans über, es wurde getanzt, mitgesungen und vielerorts Stagediving betrieben.

Somit kam das diesjährige Rock Am Ring ohne Zwischenfälle mit über 80 Bands zu einem Ende, das wohl jeden Fan zufriedenstellte. Vorfreude auf das kommende Jahr wurde bereits geweckt: Die Enthüllung des ersten Acts, „Die Ärzte“, sorgte nach ihrer sechsjährigen Auftritts-Pause vielerorts für Erstaunen und Begeisterung. LJS


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