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Nachricht vom 07.06.2018    

„Traumatisierte Flüchtlinge“: Kreisverwaltung informierte

Zu einem Fachvortrag mit dem Thema „Traumatisierte Flüchtlinge“ trafen sich Ende Mai Lehrerinnen und Schulsozialarbeiterinnen bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen. Eingeladen hatte hierzu der Bildungskoordinator für Neuzugewanderte, Holger Telke, der die Diplompsychologin Carolin Wolff für einen Vortrag gewinnen konnte.

Die Teilnehmer des Fachvortrags „Traumatisierte Flüchtlinge“ gemeinsam mit der Referentin Carolin Wolff (4. von links) vom Diakonischen Werk Altenkirchen. Foto: Privat

Altenkirchen. Wolff arbeitet mit geflüchteten Menschen im psychosozialen Zentrum der Diakonie Altenkirchen und konnte nicht nur aus Ihrer breiten Erfahrung berichten, sondern diese dem Auditorium auch mit ausgewählten statistischen Daten veranschaulichen. So sei das Risiko einer posttraumatischen Belastungsstörung bei Geflüchteten um das 10- bis 20fache erhöht und vor allem die Kinder und Jugendlichen könnten in Ihrer Entwicklung entsprechend eingeschränkt sein, wie die Expertin darstellte.

Sie gab in ihrem Vortrag praktische Ratschläge zu Anzeichen einer Traumatisierung, Verhaltensregeln im Umgang mit traumatisierten Menschen und zur Selbstfürsorge, wenn man im beruflichen Alltag häufiger belastende Situationen erfährt.

Die berufliche Situation der Teilnehmerinnen war auch Thema des anschließenden Workshops. Unterstützt durch die Fachberaterin für Kindertagesstätten, Petra Mönter, und den Ausländerbeauftragten des Landkreises Altenkirchen, Daniel Bitzhöfer, wurden die dringlichsten Herausforderungen angesprochen und Lösungsansätze diskutiert. In Zukunft sollten solche Synergien noch viel häufiger genutzt werden, so der geäußerte Wunsch.
Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass Integration ein andauernder Prozess ist, der nicht mit dem Abklingen der großen Flüchtlingszahlen plötzlich endet. Allgegenwärtig ist beispielsweise das Problem der Verständigung: viele Eltern seien der deutschen Sprache nicht in dem Maße mächtig, dass Sie etwa einem Elterngespräch folgen könnten.



Die Kreisverwaltung hat hierzu nun Mittel aus dem Programm „Dialogbotschafter“ bereitgestellt. Damit kann ehrenamtlich tätigen Sprachmittlern eine Kostenerstattung für ihre Tätigkeit gewährt werden.
Da sich bisher leider zu wenige Freiwillige melden, die bereit sind, während der Elterngespräche zu übersetzen, können sich Interessierten gerne an Bildungskoordinator Holger Telke (holger.telke@kreis-ak.de) bei der Kreisverwaltung wenden, der eine entsprechende Liste aufbaut. Die Freiwilligen werden zudem zu Datenschutz und Erwartungen an Sprachmittler geschult. Voraussetzung sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 oder besser.


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