Werbung

Kultur |


Nachricht vom 12.10.2009    

Spiegeleisen der Heinrichshütte war weltbekannt

In eindrucksvoller und bemerkenswerter Weise gingen die Hammer Heimatfreunde in einer dreitägigen Ausstellung im Kulturhaus mit Bildern, Exponaten und Zeichnungen auf die ehemalige Heinrichshütte ein.

Hamm. Bereits seit einigen Jahren befasst man sich mit der Geschichte der Heinrichshütte, der ersten Industrieanlage in der näheren Heimat, die über einige Jahrhunderte einen wichtigen und bedeutenden Beitrag leistete. Heimatforscher Norbert Langenbach hat alles zusammen getragen und im Jahre 2006 in einer 70 Seiten umfassenden Dokumentation fest­ge­halten. Bei der Ausstellungseröffnung ging Klaus Thiesbonenkamp, Vorsitzender der Hammer Heimatfreunde, auf Zeilen aus einem Westerwaldlied ein, "wenn an der Sieg im Abendrot das Eisen glüht". Auch am Seelbach glühte das Eisen, nämlich in der Sayner Hütte, der späteren Heinrichshütte. Weltweites Ansehen erreichte diese besonders durch das weiße Spiegeleisen, das höher belastbar und qualitativ hochwertiger als der damals vorhandene Stahl war. Von Hamm und der Heinrichshütte gingen mit dem Spiegeleisen Impulse in die ganz Welt. Eisen wurde auch für die Herstellung von Solinger Klingen geliefert. Thiesenbonen­kamp dankte allen, die zur Ausstellung beigetragen hatten. Grüße des Besucherbergwerkes "Silberhardt" (Windeck-Oettershagen) übermittelte Herbert Wagner.
Die Heinrichshütte war die älteste und einzige Hüttenanlage innerhalb der Sayner Grafschaft und allein deshalb für das gräfliche Haus von großer Bedeutung. Von Alters her bezog die Hütte ihr Eisenstein von der Nachbargrube "Hohegrethe" bei Wickhausen. Grube und Hütte wurden deshalb auch als eine Einheit angesehen. In den Anfängen sprach man von "Hohegreite Hütte" oder auch "Hämchen" genannt. Im November 1650 wurde Freiherr Johann von Diest mit sämtlichen Bergwerken und der Heinrichshütte von den Grafen Sayn belehnt; im Jahre 1700 gingen diese an die holländischen Kaufleute Abraham Melchior und Rudolph de Witt aus Amsterdam über. Sie übernahmen praktisch einen umfassenden Neubau der Hütte. In einem Hüttenbuch ist der gesamte Schriftverkehr über die Baumaßnahme mit Kosten aufgeführt. Eine tabellarische Aufstellung über den Zukauf der benötigten Holzkohle aus dem gesamten Westerwald zeigt auf, dass die hiesigen Wälder den Bedarf an Holzkohle nicht decken konnten. Durch den Staatsvertrag beim Wiener Kongreß im Jahre 1815 kam die Hütte dann in preußischen Besitz. Am 13. August 1827 ersteigerte der Siegener Kaufmann Johann Heinrich Dresler die Hütte mit einem Meistgebot in Höhe von 43.000 Talern. Zusammen mit den Gebrüder Klein betrieb Dresler dann die später nach seinem Vornamen benannte Heinrichshütte. 50 Jahre danach wechselte diese dann an die Wissener Bergwerks- und Hütten AG.
Die Bedeutung der Heinrichshütte ist auch daran zu ermessen, dass in Hamm das Berg- und Hüttenamt - dieses hatte seine Verwaltungsfunktion bis nach Bendorf - eingerichtet wurde. (Rolf-Dieter Rötzel)
xxx
Zur Eröffnung konnte Klaus Thiesbonenkamp (rechts) zahlreiche Besucher im KulturHaus begrüßen. Weiter im Bild von links die Heimatfreunde Klaus Schumacher und Norbert Langenbach. Fotos: Rolf-Dieter Rötzel


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
 



Aktuelle Artikel aus Kultur


Familienfest und Rockkonzert: So feierte die Burgruine Reichenstein ihr Jubiläum

Der Förderverein der Burgruine Reichenstein nahm sein 25-jähriges Bestehen zum Anlass, ein besonderes ...

BrassConnection bringt musikalische Vielfalt nach Altenkirchen

Am Sonntag, 21. Juni 2026, erwartet die Konzertkirche Altenkirchen ein musikalisches Ereignis. Die Formation ...

Ein Fest der Kulturen: Vielfältiges Schulfest an der IGS Hamm/Sieg

Das Gelände der IGS Hamm/Sieg verwandelte sich in einen lebendigen Treffpunkt der Kulturen. Schüler präsentierten ...

Der 46. Europäische Keramikmarkt 2026 lockte tausende Besucher nach Höhr-Grenzhausen

Der Europäische Keramikmarkt 2026 in Höhr-Grenzhausen zog erneut zahlreiche Besucher aus aller Welt an. ...

Architektur im Wandel: Thomas Kellners "Fragmented Icons" in Herford

Der Herforder Kunstverein lädt zu einer Ausstellung ein, die die Grenzen der Wahrnehmung von Architektur ...

Nentershausen entdeckte beim Chorkonzert seine irische Seele

Beim Konzertabend "Irish Heartbeats - Irlands Seele in Liedern" entführten die Männergesangsvereine Harmonie-Liederkranz ...

Weitere Artikel


Alfred Bungard neues Ehrenmitglied beim "Orpheus"

Der MGV "Orpheus" Pracht hat ein neues Ehrenmitglied. Vorsitzender Wilfried Brandenburger und Werner ...

Maulsbacher Schützen ehrten ihre Meister

Ihre Meister ehrten jetzt die Maulsbacher Schützen. Und bei der Aktivenfeier gab es in diesem Sinne einiges ...

Naturfotograf Louis L. Blackmore stellt aus

Am kommenden Wochenende zeigt der bekannte Naturfotograf Louis L. Blackmore seine Bilder erstmals in ...

16-Jährige wird seit Mitte September vermisst

Spurlos verschwunden ist die 16-jährige Sarah Cetkovic aus Betzdorf, seit sie am 14. September ihr Elternhaus ...

Wolfgang Müller siegt bei Stichwahl in Kirchen

Wolfgang Müller hat es geschafft. Auf den Amtsinhaber von der CDU entfielen bei der Stichwahl zum Stadtbürgermeister ...

Jugendfeuerwehr probte den Ernstfall

Ihre Abschlussübung hatte am Samstag die Jugendfeuerwehr aus der Verbandsgemeinde Daaden. Das angenommene ...

Werbung