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Nachricht vom 15.10.2009    

Eigenvermarktung brachte Abfallwirtschaft voran

In zunehmendem Maße hat sich die Abfallwirtschaft zum Lieferanten von Sekundär-Rohstoffen entwickelt. Daran ist auch die Abfallwirtschaft des Kreises Altenkirchen beteiligt. Außerdem ist sie ein nicht geringer Betandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. In den vergangenen Jahren wurde nämlich auch eine erhebliche Reduzierung der Kosten erreicht.

Kreis Altenkirchen. Die Abfallwirtschaft hat sich in zunehmendem Maße zum Lieferant von Sekundär-Rohstoffen entwickelt. Das gilt auch für die Abfallwirtschaft des Kreises Altenkirchen. Schon früh wurden im Landkreis Altenkirchen auf der Basis eines modernen Abfallwirtschafts-Konzeptes die Weichen für eine getrennte Erfassung der Hausabfälle gestellt. So besteht seit Anfang der 90er Jahre eine getrennte Erfassung von Restabfall, Sperrabfall/Schrott, weißer Ware, Altkühlgeräten, Grünabfall, Altpapier und die Sammlung der Leichtverpackungen (gelbe Tonne) durch die Dualen Systeme. Auf den ersten Blick ein aufwändige und kostenintensive Abfallerfassung. Aber gerade die günstige Kostenentwicklung des Abfallwirtschafts-Betriebes zeige, so der Werkleiter des AWB, Wolfgang Philipp, dass eine effiziente, ressourcen- und umweltschonende Abfallerfassung mit vertretbaren Kosten erfolgen kann. Mit den Abfallentsorgungs-Gebühren befindet sich der Landkreis Altenkirchen schon seit einigen Jahren im Landesvergleich im unteren Drittel. Vergleicht man zum Beispiel die Kosten der Abfallwirtschaft des Jahres 1999 mit denen des Jahres 2009 so stellt man fest, dass der Gesamtaufwand für die Hausabfallentsorgung von über 12 Millionen Euro auf rund 7 Millionen Euro (siehe Grafik) zurückgegangen ist. Das hat nach Aussage des Werkleiters des AWB im Wesentlichen zwei Gründe:
1. Seit 2001 sind alle Restabfall- und Bioabfallgefäße im Eigentum des Abfallwirtschaftsbetriebes. Die Altpapiergefäße wurden 2005 übernommen.
Die zuvor anfallenden Kosten der Anmietung der Abfallgefäße waren um ein vielfaches höher als die jetzt anfallenden Abschreibungen und kalkulatorischen Zinsen der eigenen Gefäße.
2. Insbesondere die seit 2005 übernommene Eigenvermarktung des Altpapiers brachte eine erhebliche Entlastung der Gesamtkosten. Betrug der Entsorgungsaufwand für das Altpapier bis 2005 noch rund 1,5 Millionen Euro jährlich, so konnte seither durch die Vermarktungserlöse flankiert durch die Übernahme der Abfallgefäße Kostendeckung und zuletzt sogar ein Überschuss in diesem Bereich erwirtschaftet werden.
Die Eigenvermarktung von Schrott und Elektronik-Schrott tragen mittlerweile, wenn auch in geringerem Umfang, ebenfalls zur Entlastung bei.
Kommunale Eigeninitiative in der Abfallwirtschaft zahlt sich also aus. Das muss nicht mit einer kommunalen Übernahme des Abfuhrgeschäftes einhergehen. Eine solche Überlegung kann sich nur an einer ordentlichen Marktananalyse orientieren. Wichtig ist aber, dass die kommunale Seite Netzwerkbetreiber der Abfallwirtschaft ist und bleibt. Das garantiert bei Ausschreibungen einen freien Wettbewerb privater Unternehmen. Um das abfallwirtschaftliche Netzwerk in diesem Sinne zu vervollständigen, so Werkleiter Wolfgang Philipp, könnte eine eigene Umladestation des Abfallwirtschafts-Betriebes beitragen. Derzeit steht die Fortschreibung des Abfallwirtschafts-Konzeptes an. Vorbereitend dazu wird eine Ökoeffizienzanalyse vorgenommen und ein so genannter Biomasterplan für die Bioabfallentsorgung erstellt. Weitestgehende stoffliche Verwertung der Abfälle und nicht Entsorgung sind dabei die vorgegebenen Ziele.
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Grafik: Kostenentwicklung in der öffentlichen Abfallsammlung- und Entsorgung des Landkreises Altenkirchen von 1999 bis 2009.



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