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Nachricht vom 29.10.2009 - 12:41 Uhr    

Mehr als 400 Senioren feierten im Kulturwerk

In Wissens guter Stube (Kulturwerk) fand die 36. städtische Seniorenfeier statt, eine Premiere, die allen gut gefiel. Den Gästen ebenso wie den vielen Mitwirkenden, die den Nachmittag gestalteten. Da herrschte ein besonderes Flair in der Halle, mit Erinnerungen und Wiedererkennen der einstigen Arbeitstellen und ehemaligen Kollegen. Kurz und knapp wie man es im Wisserland kennt, brachte der ältestete Einwohner des Landkreises, Lehrer a.D. Wilhelm Dörner, die Dinge auf den Punkt: "Dat Dingen ist schön geworden!"

Wissen. "Dat Dingen ist ja schön geworden", sagte der 107jährige Wilhelm Dörner, als er den ersten Eindruck im Kulturwerk in Wissen gesammelt hatte. So wie er waren viele der mehr als 400 Gäste der 36. städtischen Seniorenfeier von dem Ambiente der Halle begeistert. Für viele der Anwesenden war es auch die Rückkehr an den einstigen Arbeitsplatz, und da gab es besondere Momente des Erinnerns. Im ehemaligen Walzwerk arbeiteten einmal 3000 Menschen, eine Zahl die heute unvorstellbar ist. Bürgermeister Michael Wagener begrüßte in Wissens guter Stube im Namen des Stadtrates und des Ausschusses, der die Seniorenfeier vorbereitet hatte und durchführte. Blitzschnell wurden noch Tische gedeckt und Stühle gestellt, denn es kamen am Mittwoch weit mehr Gäste als angemeldet.
Ehrengäste gehörten dazu, so galt Monsignore Rudolf Scheurer ein besonderer Gruß und Magdalena Michels, die frühere langjährige Beigeordnete der Stadt, sowie Pfarrer Martin Kürten von der katholischen Pfarrgemeinde und Pastorin Christiane Neufang von der evangelischen Kirchengemeinde sowie Pater Paul und Pater Dariusz Glowacki.
„Wir sind jetzt im Kulturwerk, wir haben rund 15 Jahre viel geredet, wir sind jetzt angekommen“, sagte Wagener und erinnerte auch an die Trostlosigkeit des Areals vor zehn Jahren. Die schwere Zeit des Niedergangs des Werkes, die die Anwesenden alle miterlebten, stand in seinen Betrachtungen. „Aber die Wissener haben sich nicht unterkriegen lassen“, sagte der Bürgermeister und berichtete von den zukunftsfähigen Einrichtungen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Dann lief ein Teil des Filmes auf Großbildleinwand, der auch schon bei der Eröffnung für besondere Beachtung gesorgt hatte. Viele der Anwesenden erkannte die Arbeitssituationen und einstige Kollegen wieder. „Dat da ist der Josef“, oder „Do han ich mol ussjeholfen, dat wor schwer“, klang aus den Reihen der Gäste bei den Filmaufnahmen aus dem Werk. Einer, der den großen Kran in einstigen Reparatur- und Lehrlingswerkstatt bediente, ist der heute 90-jährige Albert Wäschenbach. „Ich kam 1967, als die Friedrichhütte in Wehbach schloss, nach Wissen ins Werk und habe hier bis zum Eintritt in die Rente hier gearbeitet“, erzählte der Senior. „Auch ab und zu als Kranführer“, sagte Wäschenbach mit Blick auf den restaurierten Kran über der Bühne des heutigen Kulturwerkes. „Mein Sohn Helmut lernte hier, wo wir jetzt sitzen“, sagte sichtlich beeindruckt, Albert Wäschenbach.
Am Ende des Films zur Geschichte der Alfredhütte und des Walzwerkes sagte Wagener: „Jetzt kommt die neue Zeit des Kulturwerkes“. Zuvor hatte es die Grußworte von Pfarrer Martin Kürten und Pastorin Christiane Neufang gegeben. Christa Zeugner, Moderatorin und Cheforganisatorin der Seniorenfeier freute sich sichtlich, die Jugend ankündigen zu können. Mit reizvollen Liedern unterhielten die beiden Kinderchöre „Die starken Töne“ und „Choro Piccolo“ unter Leitung von Andreas Auel die Gäste. Anneliese Weitershagen hatte ein Gedicht verfasst und in Wissener Dialekt gab es den gereimten Blick auf die Stadt von früher und heute. Dominik Weitershagen, Geschäftsführer der Kulturwerk gGmbH, fiel seiner Oma dann mal gekonnt ins Wort und so geschah die Überleitung in die neue Zeit, wo auch das „Wissener Ei“ seine humorvolle Würdigung fand. Marianne Reifenrath und Anneliese Weitershagen sangen noch ein Lied auf die Omas von gestern und heute. „Ein Glück, das es die Omas gibt“ hieß es unter anderem im mehrstrophigen Lied.
Die ältesten Bürger der Stadt werden traditionell geehrt, seit Jahren schon ist Wilhelm Dörner immer dabei. Mit 107 Jahren zählt er zu den ältesten Bürgern des Landkreises und der Republik (der älteste männliche Einwohner in Deutschland ist 108 Jahre alt). Um aber auch anderen Männern einmal eine Chance zu geben, war das Verfahren erweitert worden. Erwin Mast ist 97 Jahre alt, er wurde ebenso wie Gerda Nising (97) und Martha Rödder (95) geehrt. Ein Dank für die Lebensleistung der Senioren erging an alle Anwesenden. Dörner ließ es nicht nehmen, ein paar Worte ins Mikrofon zu sprechen und seinem „Hui Wäller“ scholl aus vielen hundert Kehlen ein kräftiges „Allemol“ entgegen.
Mit zum Programm gehörte der Auftritt des Jugendorchesters der Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen unter Leitung von Christian Böhmer. Seit zwei Jahren zeigt der Stadtrat auch, das er singen kann. Mit Leiterin Dr. Katrin Salveter standen die Ratsmitglieder mit Verstärkung auf der Bühne. Sie sangen zum Abschluss der diesjährigen Seniorenfeier die passenden Lieder und sorgten für den stimmungsvollen Abschluss. (hw)
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Die ältesten Teilnehmer unter mehr als 400 Gästen im Kulturwerk in Wissen am Mittwoch waren (von links): Martha Rödder (95), Erwin Mast (97), Wilhelm Dörner (107) und Gerda Nising (97). Fotos: Helga Wienand



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