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Nachricht vom 26.08.2018 - 11:31 Uhr    

Gibt es eine evangelische Perspektive der digitalen Revolution?

Diplom-Kaufmann Lars-Oliver Farwick (Köln) vom Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer hatte den Besuchern des Stiftungsfestes des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen eine Menge Anregendes und Nachdenkenswertes rund um die digitale Welt mitgebracht. Als evangelischer Unternehmer und Christ, so Farwick, „ist man ständig gefordert, Position zu beziehen und auch Grenzen zu setzen!“ Will man das ständige „Höher, Schneller, Weiter“ einfach mitmachen? Wie etwa mit Mitarbeitenden umgehen, damit diese sich in einer verdichteten Welt gewollt fühlen und auch in ihren umfassenden Fähigkeiten wahrgenommen werden?

Unternehmer Lars-Oliver Farwick referierte beim Fest der Stiftung des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen über die „protestantischen Perspektiven“ der Digitalen Revolution und lud zum gesellschaftlichen Disput ein. (Foto: Petra Stroh)

Altenkirchen. Die Mail ist doch schon seit zehn Minuten raus und noch immer keine Antwort!? Wenn eine Bewerbung nur noch online läuft, scheinbar von Algorithmen ausgewertet wird, gibt es da noch eine „menschliche Komponente“, die vielleicht in dem Datenwulst das entscheidende, das letzte Wort spricht? Schön, dass ein Roboter nachts ein Bier ins Hotelzimmer bringt. Aber auch schön, wenn ein solcher „Roboter“ meinen Angehörigen pflegt? Die zunehmende Digitalisierung öffnet permanent „neue Welten“ und schafft gleichzeitig neue Herausforderungen. Wie damit umgehen? Gibt es eine „evangelische Perspektive in der Digitalen Revolution“?

Man ist ständig gefordert
Wie alljährlich griff die Stiftung des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen bei ihrem Jahresfest ein aktuelles gesellschaftliches Thema auf, und Diplom-Kaufmann Lars-Oliver Farwick (Köln) vom Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer hatte den Besuchern des Stiftungsfestes, diesmal im Gemeindezentrum in Altenkirchen, eine Menge Anregendes und Nachdenkenswertes rund um die digitale Welt mitgebracht. Als evangelischer Unternehmer und Christ, so Farwick, „ist man ständig gefordert, Position zu beziehen und auch Grenzen zu setzen!“ Will man das ständige „Höher, Schneller, Weiter“ einfach mitmachen? Wie etwa mit Mitarbeitenden umgehen, damit diese sich in einer verdichteten Welt gewollt fühlen und auch in ihren umfassenden Fähigkeiten wahrgenommen werden?

„Es geht nicht nur um lebenslanges Lernen, sondern man muss sich in guter protestantischer Tradition auch fragen, wo man sich anpasst und wo ‚Stopp‘ ruft!“ Farwick spürte den ethischen Grenzen der künstlichen Intelligenz nach und appellierte an die Menschen in Kirche und Diakonie, sich in die gesellschaftlichen Diskussionen einzumischen und das „christliche Menschenbild“ im Blick zu behalten. Darunter versteht Farwick auch den Einsatz für die Menschen, die sich ängstigen angesichts der schnellen Entwicklungen. „Nicht nur in der Diskussion um den freien Sonntag spüren wir das zunehmend, wie die ‚Work-Life-Balance‘ aus den Fugen gerät!“ Da alle Lebensbereiche mittlerweile von der digitalen Revolution nicht nur berührt, sondern teils massiv „umgekrempelt“ würden, seien auch hier laustarke „Befürworter des gelingenden Lebens“ gefragt.

Zu Wort melden!
„Der christliche Laie darf sich auch da zu Wort melden!“, appellierte Farwick an sein Publikum und wollte seine Fragestellungen auch als Anregung der sich anschließenden Gespräche verstanden wissen. Dass ihm dies gelungen ist, zeigte sich am regen Austausch der Besucher des Stiftungsfestes. Hier trafen kirchlich Aktive aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen, aus Haupt- und Ehrenamt auf politisch Handelnde und hatten viel Gesprächsbedarf, wie sich in der langen „Nachphase“ des Stiftungsfestes zeigte.

Neben Referat und der ausgiebigen Gelegenheit zum Austausch gehört zum jährlichen Stiftungsfest ein intensiver Blick auf die im laufenden Jahr von der Kirchenkreis-Stiftung unterstützten Projekte. Stiftungsrats-Vorsitzender Dieter Sonnentag und seine Stellvertreterin Superintendentin Andrea Aufderheide moderierten die Vorstellung der aktuell 14 Projekte mit unterschiedlichster Ausrichtung. „Leider sind es angesichts der Niedrig-Zins-Phase nur 5.000 Euro, die wir in diesem Jahr ausschütten konnten“, bedauerte Dieter Sonnentag. Aber viel Segensreiches wurde damit ermöglicht und initiiert. Vom „Baum-Mikado“ bis hin zum „Mehrgenerationentag bei der Puppenkisten-Lok-Emma“ reichte das Tableau.

Einladung zum „Ideenklau“
Die engagierten Ehrenamtler, die die Projekte stemmen und mit viel Engagement am Werk sind, hatten schöne Einblicke in ihr Tun mitgebracht und nutzten neben der Gelegenheit zum „Danke sagen“ auch die Bühne für „Werbung in eigener Sache“, luden zum Mitmachen und Kennenlernen, aber auch zum „Ideenklau“ ein. Auch hier bot das Stiftungsfest die entsprechende Plattform zum Kennenlernen und Austausch.

Bläserklänge des Kreisposaunenchores unter Leitung von Alfred Stroh bereicherten an mehreren Stellen musikalisch das Stiftungsfest, Andreas Baldus (Kirchengemeinde Wissen) sorgte für Leckerbissen der handfesten Art, das Team der Kirchengemeinde Altenkirchen für ein schönes Ambiente und Pfarrer Steffen Sorgatz (Daaden) für den reibungslosen technischen Ablauf. (PES)

Die in 2018 von der Kirchenkreis-Stiftung geförderten Projekte im Überblick:

• Die Kinder der Aktion “Naturkundepass“ in der Kirchengemeinde Almersbach werden unterstützt bei einer Fahrt in den Naturerlebnispark Panarbora in Waldbröhl.

• In der Kindertagesstätte „Arche“ der Kirchengemeinde Altenkirchen wurde das Projekt „Baum-Mikado“ bezuschusst. Zudem kann – dank Zuschuss – die Kirchengemeinde Podeste für Konzerte/Kirchenmusikveranstaltungen anschaffen

• Eine Kamera-Ausstattung wird künftig die Jugendarbeit der Kirchengemeinde und des CVJM Betzdorf bereichern.

• Eine Kinderbibelwoche mit Bau einer Legostadt konnte mittels Zuschuss der Stiftung in der Kirchengemeinde Daaden realisiert werden.

• In der Kirchengemeinde Flammersfeld freut man sich über einen Zuschuss, mit dem eine Fahrt zum multikulturellen Museum „Orientalis“ bei Nimwegen ermöglicht werden kann.

• In der Kirchengemeinde Hilgenroth freut sich der Posaunenchor, der mittels Stiftungsmitteln Instrumente für die Jungbläser-Ausbildung anschaffen konnte.

• Gleich fünf Projekte der ehrenamtlich sehr aktiven Männerarbeit im Kirchenkreis wurden in diesem Jahr von der Kirchenkreis-Stiftung bezuschusst. Dank der Unterstützung der Stiftung müssen Angebote wie der Besuch des Technikmuseums, eine Fahrt „auf den Spuren des Bergbaus“ und ein Mehrgenerationentag zum Thema „Backes“ nicht an „knappen Familien-Portemonnaies“ scheitern. Zudem wurden ein Erste-Hilfe Rucksack und ein Werbebanner bezuschusst.

• Bei der Kirchlichen Sozialstation Altenkirchen e.V. wurde das Frühlingsfest bezuschusst, und dank des Anteils der Kirchenkreis-Stiftung sorgt eine neue Verstärkeranlage im Ev. Altenzentrum in Kirchen für „mehr und besseres Hören“. (PM)

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