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Nachricht vom 08.11.2009 - 18:36 Uhr    

Es ist soweit: Frauenpower im Wissener Karneval

Das letzte Territorium der reinen Männerwelt in Wissen ist erobert: an der Spitze der KG Wissen steht eine Frau. Prinzessin Uta I. führt die Narren des Wisserlandes in die neue Session und freut sich sehr auf dieses Amt. Die Proklamation der Prinzessin auf dem Marktplatz fand im Beisein vieler Gäste und der befreundeten Karnevalsgesellschaften statt. Die Überraschung gelang, denn es war bis zuletzt über einen männlichen Prinzen spekuliert worden.

Wissen. Die Überraschung der KG Wissen war mehr als gelungen: im 153. Jahr der Karnevalsgesellschaft regiert Prinzessin Uta I. (Schmidt) das närrische Volk im Wisserland. Damit zeigt der Traditionsverein der Stadt die Fähigkeit zum Wandel, der Wissener Schützenverein hatte es mit Königin Ramona I. im Sommer vorgemacht. Frauen stehen an der Spitze im Land, als Kanzlerin, als Bischöfin der zweitgrößten Kirche in der Republik, als Königinnen sind sie weltweit im Amt, jetzt hat die Stadt Wissen eine Karnevalsprinzessin. Die Regentin reiht sich damit in die bereits bewährten Reihen der närrischen weiblichen Tollitäten ein, die bereits vorhanden sind, oder immer wieder neu proklamiert werden. Die Prinzessinnen können das närrische Brauchtum und den Frohsinn, der zum Karneval gehört, ebenso gut repräsentieren, wie ihre männlichen Kollegen. Die Wissener, die sich zur Proklamation auf dem Marktplatz zahlreich versammelt hatten, waren jedenfalls begeistert. „Dat wur jo och Zick, immer nur Männer“, war einer der Kommentare. „Total gut, erst Königin, jetzt Prinzessin in Wissen“, meinte ein anderer Gast. Es gab auf dem Marktplatz und der Straße eine breite Zustimmung für die Entscheidung der KG eine Prinzessin zu proklamieren.
Bürgermeister Michael Wagener fiel vor der neuen Regentin auf die Knie und überreichte den Schlüssel der Stadt. „Es hat 1096 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung Wissens gebraucht, und 153 Jahre Karneval, bis eine weibliche Regentin in Wissen das Zepter übernimmt“, schmunzelte Wagener und gab den Schlüssel der neuen Chefin. Der Schlüssel öffne alle Türen und passe überall, von der Altstadt bis zur Figgesjehüh, meinte der Bürgermeister.
Prinzessin Uta I. mit ihren Adjutantinnen Petra Schmidt und Susanne Müller gaben ein reizvolles Bild inmitten der vielen KG-Weißjacken ab – ungewohnt – aber einfach nur schön. Ein wenig Lampenfieber gehört beim ersten Auftritt dazu, Prinzessin Uta I. wandte sich an das närrische Volk. „Ich bin stolz und glücklich, dieses hohe Amt antreten zu dürfen, ich werde alles tun, um allen Narren und Närrinnen im Wisserland eine gute Regentin zu sein“, sagte Prinzessin Uta I. „Ob groß, ob klein, ob arm, ob reich, im Karneval sind alle gleich“ – so das Motto der neuen Regentin in Wissen.
Vor der Antrittsrede hatte KG-Vorsitzender Klaus Kujat die neue Regentin mit den Insignien der närrischen Regentschaft, der Prinzenkette und mit dem Prinzenstab ausgestattet. Sitzungspräsident Alexander Hoffmann hatte die Spannung ansteigen lassen, denn zuvor nahm Prinz Ralf I. (Böhmer) Abschied. Es war ein herrliches Bild auf dem Marktplatz, die befreundeten Karnevalsgesellschaften waren zu Gast und feierten mit und erwarten mit Spannung die neue Tollität. „Es war ein geiles Jahr“, sagte Prinz Ralf I. , er dankte den Adjutanten, und der KG sowie der Familie für die tolle Unterstützung. Dass man mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied von diesem besonderen Amt nehme, dies verstehe sich fast von selbst, meinte Hoffmann. Die Abordnungen aus Morsbach, dem Erbachtal, Pracht, Waldbröl, Altenkirchen, Oberlahr, Scheuerfeld, Fensdorf, Herkersdorf und Hövels erwiesen dem scheidenden Prinzen und der neuen Regentin ihre Reverenz. Die Musik für die Sessionseröffnung und die Begleitung der Regenten übernahmen wie immer der Spielmannszug „Alte Kameraden“ Niederhövels und die Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen. Wissen- o-jö-jo – die fünfte Jahreszeit ist eingeläutet und verspricht viel Spaß und Freude im Wisserland. (hw)
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Prinzessin Uta I. (Schmidt) wird in die Geschichte eingehen. In der 153-jährigen Geschichte des Wesser Fastowends und der KG wird eine Frau mit den Insignien des närrischen Brauchtums ausgestattet. Fotos: Helga Wienand

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