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Nachricht vom 30.08.2018    

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Rund 40 Unternehmen im Netzwerk

Aus einem ursprünglichen Modellprojekt entwickelt sich ein gelebtes Netzwerk Betriebliches Gesundheitsmanagement: So geschehen in der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain. Das Netzwerk zählt aktuell rund 40 Unternehmen und agiert branchenübergreifend. Um einen strukturierten Austausch untereinander zu gewährleisten, gibt es in jedem Betrieb einen festgelegten BGM-Koordinator, der für das Unternehmen die Gesundheitskommunikation und -koordination im Netzwerk übernimmt. Beispiele für konkrete Maßnahmen des Netzwerks sind Schulungen zur Ausbildung der BGM-Koordinatoren, Ernährungscoachings mit Auszubildenden oder Konzepte für mehr Bewegung am Arbeitsplatz.

Dr. Alexander Hubrich (stehend, links) von der Moove GmbH überreicht zum Vergnügen der Anwesenden eine Fleischwurst an Bürgermeister Bernd Brato (stehend, Mitte) und Michael Becher. (Foto: by)

Wallmenroth. Zahlreiche Dienstleister und Interessierte konnte die Mitarbeiterin der Moove GmbH, Sophia Handrick, in der Halle der Firma Heukäufer in Wallmenroth begrüßen. Moove GmbH ist ein Unternehmen, das auf die intelligente Vernetzung von erlebbaren Gesundheitsmaßnahmen vor Ort mit modernen, digitalen Tools setzt. Moove GmbH und die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain hatten eine Podiumsdiskussion mit integrierter Projektvorstellung und Erfahrungsberichten organisiert. Veranstalter der Vorstellung war das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demographie des Landes Rheinland-Pfalz.

Handrick bedankte sich bei Mitgliedern des aufgebauten Netzwerkes, bei der Fliesen- Heukäufer GmbH für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten und bei der Firma Automaten-Martin GmbH für die Versorgung mit Getränken: „Damit ist das auch schon wieder ein kleines kommunales Projekt entstanden“. Auf dem Podium: Arbeits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Bürgermeister Bernd Brato, Michael Becher von der regionalen Entwicklungsgesellschaft der Verbandsgemeinde, Alke Peters von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz und Dr. Alexander Hubrich von der Moove GmbH.

Abschluss des Modellprojekts
Ministerin Bätzing-Lichtenthäler sah zwei Anlässe als Grund zum Feiern. Einmal den Abschluss des Modellprojektes der Landesregierung für ein kommunales Netzwerk zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), gleichzeitig den Startschuss für ein eigenes kommunales Netzwerk des BGM Betzdorf-Gebhardshain. „Ich finde das ist ein wunderbarer Anlass einen Abschluss zu haben und eine Bilanz zu ziehen, aber auch nach vorne zu schauen und sagen zu können: Aus diesem Projekt hat sich etwas Konkretes entwickelt, wir machen weiter.“ Das Projekt BGM liege der Landesregierung und ihr als Arbeits- und Sozialministern besonders am Herzen. Tagtäglich habe sie im Rahmen der demographischen Entwicklung mit vielen Herausforderungen zu tun. Die Belegschaften in den Betrieben würden immer älter, damit wiederum seien neue Herausforderungen für die Unternehmen verbunden, die altersgerechte Arbeitsplätze, Prozesse und Abläufe schaffen müssten. „Man möchte, dass die Mitarbeiter lange und gesund im Unternehmen arbeiten können.“ Betriebe, die ein Gesundheitsmanagement implementieren, die investierten in ihre wichtigste Ressource, in ihre Mitarbeiter. Außerdem würden sie dadurch ein attraktiver Arbeitgeber, was in Zeiten des Fachkräftebedarfs, wovon auch die Region im nördlichen Rheinland-Pfalz nicht ausgenommen sei, sehr wichtig sei. Das BGM setzte sich zusammen aus verschiedenen Maßnahmen der Gesundheitsförderung, aber auch des Eingliederungsmanagements und des Arbeitsschutzes. Dann könnten Synergien genutzt und gesundheitsfördernde Aktivitäten geschaffen werden, damit eine nachhaltige Präventionsarbeit ihre Wirkung entfalten könne. Viele große Unternehmen hätten dies längst erkannt. 90 Prozent der Beschäftigten in Rheinland-Pfalz sind allerdings in Kleinunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern tätig, 96 Prozent in Unternehmen unter 50 Mitarbeitern. Die kleinen Unternehmen hätten Potential, wären auch interessiert, hätten aber vielleicht nicht immer die Ressourcen um ein solches Gesundheitsmanagement für ihr Unternehmen komplett aufzubauen.

Das war 2016 der Grund für den Start des Modellprojektes gemeinsam mit Betriebsinhabern. Nicht nur große Firmen sollten partizipieren, sondern auch den kleinen Firmen Unterstützung angeboten werden, damit sie betriebliches Gesundheitsmanagement implementieren können. Nach Abschluss der ersten Modellphase zeigte sich, dass die Bildung eines kommunalen Netzwerkes eine sehr gute Möglichkeit war, den Zugang zum BGM zu ermöglichen. Den jetzt vierzig Mitgliedern des Netzwerkes wird ein exklusiver Zugang zu Informationen und Angeboten gewährt, außerdem gelingt es immer weitere Kontakte und Schnittstellen zu anderen Experten der Gesundheitsprävention zu knüpfen. In der zweiten Projektphase wurde das Netzwerk aufgebaut und die Stärken und das Potential der kleinen Unternehmen orientiert. Wichtig war der Ministerin vor allem, dass dieses Projekt kein Blitzlicht ist. Ziel war es ein nachhaltiges Projekt auf den Weg zu bringen, das dazu dient, eine Basis zu schaffen von der andere auch profitieren können und das sich selber trägt.

Dank an Partner
Bätzing-Lichtenthäler bedankte sich bei den Unternehmen, den Dienstleistern, allen Kooperationspartnern und besonders bei der Kommune die den Prozess intensiv begleitet und gestaltet habe. „Diese enge Anbindung der Kommune spielt eine Schlüsselrolle, ist Teil des Erfolgsprojektes dieses Modells. BGM ist kein statisches Etwas, sondern ein Prozes,s der sich immer weiter entwickelt. Das wollen wir fördern und unterstützen und einen Wissenstransfer gewährleisten aus der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain in das Land Rheinland-Pfalz hinaus. Ihr kommunales Netzwerk, zu dem wir heute den Startschuss geben, wird eine Leuchtturmwirkung für Rheinland-Pfalz haben. Zum anderen ist die Verbandsgemeinde auch Netzwerkpartner, der in eigener Sache BGM durchführt, so eine gewisse Vorbildfunktion einnimmt und als Motivator wirkt.“



Um einen strukturierten Austausch der rund 40 Unternehmen untereinander zu gewährleisten, gibt es in jedem Betrieb einen festgelegten BGM-Koordinator, der für das Unternehmen die Gesundheitskommunikation und -koordination im Netzwerk übernimmt. Beispiele für konkrete Maßnahmen des Netzwerks sind Schulungen zur Ausbildung der BGM-Koordinatoren, Ernährungscoachings mit Auszubildenden oder Konzepte für mehr Bewegung am Arbeitsplatz.

Bürgermeister Bernd Brato betonte, dass jede Zeit ihre Herausforderungen habe, so wie derzeit überall die digitale Revolution: „Das Angebot des Landes hier in der Region das betriebliche Gesundheitsmanagement zu implementieren, kam uns sehr entgegen. Wir brauchen ein besonderes Angebot für die kleinen- und Kleinstunternehmen. Wir kämpfen alle mit dem Strukturwandel, mit dem Thema Demographie und müssen, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten, einen besonderen Wert auf unsere Ressource Arbeitnehmer legen. Wir haben mit der Partnerschaft des Landes und der Moove GmbH das Glück gehabt, außerordentlich gut bedacht worden zu sein. Unser Interesse liegt darin das Netzwerk weiter zu betreiben, zu intensivieren, evtl. auszubauen. Das Thema ist und bleibt eines von dauerhafter Stärke.“

Großer Schritt nach vorn
„Bevor das Modellprojekt ins Leben gerufen wurde, taten sich viele Unternehmen mit dem Thema BGM sehr schwer“, so Michael Becher. Es fehlte einfach aufgrund der unterschiedlichen Organisationsstrukturen an einem einheitlichen Konzept. „Wir sind froh, dass wir mit dem Netzwerk jetzt einen großen Schritt nach vorne gehen. In vielen Betrieben wurden schon Einzelmaßnahmen durchgeführt.“

Dr. Alexander Hubrich, der maßgeblich das Projekt begleitet und vorangetrieben hatte, war durch seine Tätigkeit vor Ort in einem eigens eingerichteten Büro im Betzdorfer Rathaus für viele der Anwesenden ein Ansprechpartner. Er stellte anhand einer kleinen Zeichnung das Netzwerk, das sich selber trage, vor. „Von der Region für die Region“ sei der Dreh- und Angelpunkt gewesen, man mache das gemeinsam, ein Netzwerk, das in Betzdorf und Gebhardshain funktioniere. Erst einmal sei geschaut worden: „Was ist der Kommune wichtig?“ Man habe Dienstleister aus der Region gesucht, die das Ganze umsetzen konnten. Ebenfalls seien die Vereine relevant und auch die Stadt habe Strukturen, beispielsweise das Schwimmbad, das man in ein solches Netzwerk mit einbinden könne. Stephan Groß (Premium fit, Scheuerfeld)) und Sabrina Kolb (Körperwelten, Dauersberg) präsentierten einen Modul-Katalog. Mitgliedsunternehmen des Netzwerks erhalten spezielle Sonderkonditionen, um ihre Mitarbeiter in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Stressprävention bestmöglich zu unterstützen. Die wichtigen Dinge wie Versicherungen, Arbeitsschutz, Gesetzliche Krankenversicherungen, Gewerkschaften und Berufsgenossenschaften, Ernährung, Fitness etc. sind darin in Gesamtheit festgeschrieben. Hubrich stellte schließlich das neue Logo vor, welches das Engagement für die Mitarbeitergesundheit sichtbar macht. Teilnehmende Unternehmen können das Logo nutzen, um nach innen und außen zu zeigen, dass ihnen das Wohl ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt. „Sie haben die Chance genutzt, Strukturen aufzubauen, die BGM auch in die Klein- und Kleinstunternehmen der Region bringen kann. Aber so ganz allein haben Sie Ihr Netzwerk dann doch nicht: Es zieht schon jetzt das das Interesse anderer Kommunen, Regionen und Unternehmen im Land auf sich. Sie haben also auch Strahlwirkung ins Land!“, freute sich abschließend Ministerin Bätzing-Lichtenthäler.

Dr. Alexander Hubrich sprach das Schlusswort: „Wir sind jetzt tatsächlich so weit, dass wir umsetzen, dass wir kontinuierliche Dinge planen und dass wir bei den Unternehmen eine Basis des Wissens geschafft haben und die Lust darauf geweckt haben, bei uns mitzumachen. Wir haben funktionierende Strukturen hier, können etwas umsetzen, haben aber auch das Interesse der umliegenden Regionen bemerkt. Wir können uns untereinander austauschen.“ Eine Fleischwurst bekamen Bürgermeister Brato und Michael Becher von Hubrich geschenkt, der damit auf den Brauch anspielte, am Freitagmorgen frische Fleischwurst gemeinsam zu essen. (by)



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