Werbung

Nachricht vom 05.09.2018    

Wunderbare Lesung mit Mariana Leky in Linz

In der Stadthalle Linz sah man am Dienstagabend (4. September) viele glückliche Gesichter, denn der Künstlerin Dr. Denise Steger, die den Linzer Kulturverein gründete, gelang es gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Kreisvolkshochschule, Simone Kirst, eine Lesung mit der Bestseller-Autorin Mariana Leky mit Unterstützung von Maria Bastian Erll, Leiterin der 17. Westerwälder Literaturtage nach Linz zu holen. Nicht zuletzt strahlten die fast 200 interessierten Zuhörer, die wie Michael Au zu Recht resümierte, einen wunderbaren Abend verbringen durften.

Michael Au und Mariana Leky bei der Lesung in der Linzer Stadthalle. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Linz. Michael Au, der Literatur- und Theaterreferent des Landes Rheinland-Pfalz, moderierte in lockerer Weise den Abend und Mariana Leky antwortete munter und fröhlich, so unterhaltsam wie die Figuren in ihrem Roman „Was man von hier aus sehen kann“, aus dem sie Auszüge las.

Michael Au skizzierte den beruflichen Werdegang der 1973 in Köln geborenen „Bestseller-Autorin und Literatin höchsten Ranges“, die zunächst eine Buchhandelslehre abbrach, um dann an der Universität Hildesheim Kulturjournalismus zu studieren bei dem Erfinder der Westerwälder Literaturtage, Hanns-Josef Ortheil, der sich noch genau an seine Studentin erinnert und diese als „figurenfixiert“ kennzeichnet. Der Kontakt zu dem großen Westerwälder Literat, der ihr zum ersten Verlag verhalf, sei nie abgerissen.

Noch während des Studiums schrieb Leky Kurzgeschichten, die ebenso wie ihre vier Romane bei Dumont erschienen, bevor im Jahr 2017 das Buch auf den Markt kam, „das „Lekys Leben für immer verändert haben wird“. Au bekannte, dass der Roman „Was man von hier aus sehen kann“, ihn umgehauen und erfüllt und glücklich gemacht habe. Er bewundere, dass der Ton, der mit dem ersten Kapitel gesetzt wird, beibehalten wird. Seit 150 Wochen befindet sich das Buch auf der Spiegel-Bestsellerliste ganz vorn.

Lekys erstes Kapitel spielt im Jahr 1983 in einem kleinen Dorf im Westerwald. Die Hauptfigur ist die Ich-Erzählerin Luise, die oft bei Oma Selma ist, die frappierende Ähnlichkeit mit dem hageren Rudi Carrell hat, obwohl Leky als Kind „Das laufende Band“ mit dem Showmaster nicht sehen konnte, weil am Wochenende kein Fernsehgerät zur Verfügung stand.

Selma kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. „Selmas Traum schuf Tatsachen“. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. Es ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Und ein Buch über „Alaska“, einen Mischlingshund, in dem Irischer Wolfshund und Pudel und Cockerspaniel drin ist. Alaska verschwindet eines Tages im Unterholz, aus dem drei Männer plötzlich brechen, buddhistische Mönche, einer davon ist Frederik. Es entwickelt sich eine Liebe über tausende Kilometer und 22 Jahre. Der Titel verweist auf die Begrenztheit eines jeden Standpunkts.

Auf Nachfrage gestand Leky, dass sie die aberwitzige Idee mit dem Okapi als Leitfigur gehabt habe, weil sie in das wundersame Okapi sehr verknallt sei und die Gelegenheit genutzt habe, dieses Tier in ein Buch zu friemeln. Ihres Wissens sei ein Okapi bisher nur in Kinderbüchern zu finden. Au plädierte für eine Okapi-Plakette. Der Literaturreferent stellte fest: „In dem Buch passiert vieles, das organisch nicht zusammenpasst und sich am Ende doch zusammenfügt. Bekannt ist dieses Stilmittel aus der lateinamerikanischen Literatur als „magischer Realismus“.“ Leky antwortete, dass ihr an Márquez sehr gut gefalle, wenn Dinge, die nicht sein können, eine ganz erdige Geschichte füllten.

Au zitierte aus dem Buch: „Die Westerwälder sagen vieles anders und kürzer als es ist, weil sie das Sprechen gern hinter sich bringen.“ Dazu erläuterte Leky, dass ihre Familie ein Ferienhaus im Westerwald hatte, dort habe sie einige Jungen kennengelernt, deren Eltern so sprachen. Die habe sie für den Roman alle über einen Kamm geschoren. Luises Vater habe eine „betreuungsintensive Psyche“, er ist Psychotherapeut und will Schriftsteller werden.

Die Filmrechte habe sie bereits verkauft, bestätigte die Autorin, in etwa fünf Jahren solle der Film realisiert sein. Nach einer Alternative zum Beruf „Bestseller-Autorin“ befragt, gab Leky eine erstaunliche Antwort: In diesem Fall würde sie sich zur Justizvollzugsbeamtin in einem Männergefängnis ausbilden lassen. Die Leser hoffen jedoch, dass die sympathische Autorin beim Schreiben bleibt und mit noch vielen literarischen Überraschungen beglücken wird. htv


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Linz am Rhein auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: Wunderbare Lesung mit Mariana Leky in Linz

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Zu schnell unterwegs: 18-Jährige bei Unfall schwer verletzt

Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 62 ist am Donnerstag, 2. Juli, eine 18-jährige Beifahrerin schwer verletzt worden. Die Fahrerin des Pkw war nach Angaben der Polizei zu schnell unterwegs, flog aus der Kurve und prallte in eine Böschung.


Sparkasse Westerwald-Sieg schließt Geschäftsstellen und stärkt Vertriebsstrukturen

In Anpassung an Bedürfnisse der Kunden und Marktbedingungen, schließt die Sparkasse Westerwald-Sieg Ende August im Landkreis Altenkirchen die Geschäftsstellen Birken-Honigsessen, Scheuerfeld und Weitefeld und im Westerwaldkreis die Geschäftsstellen Hof, Höhn und Nistertal.


Ein Schritt weiter Richtung Fachmarktzentrum am Weyerdamm

Für den Bau des Fachmarktzentrums am Altenkirchener Weyerdamm bleibt die Ampel auf "grün": Nachdem der Rat sowie der Umwelt- und Bauausschuss der Stadt Altenkirchen Mitte Mai die Aufstellung des Bebauungsplans für dieses Areal beschlossen hatten, zog der Verbandsgemeinderat Altenkirchen-Flammersfeld in seiner jüngsten Sitzung nach. Einstimmig entschied er sich für die Änderung des Flächennutzungsplans der Alt-VG-Altenkirchen.


"Buchungsversäumnis": 2,4 Millionen Euro sind futsch

"Auf den letzten Drücker" vor dem Start in die Sommerferien hat der Verbandsgemeinderat Altenkirchen-Flammersfeld in seiner Sitzung am späten Donnerstagnachmittag (2. Juli) noch für einen Paukenschlag gesorgt. Unter dem eigentlich wenig spektakulär daherkommenden Tagesordnungspunkt 7 "Haushaltssituation der Verbandsgemeinde" verbarg sich der "Verlust" von 2,4 Millionen Euro an liquiden Mitteln (allgemeine Rücklage).


Die Schlaufüchse verlassen die Kita Birken-Honigsessen

Am 30. Juni wurden die „Großen“ der Kita „St. Elisabeth“ Birken-Honigsessen in das Abenteuer Schule entlassen. Trotz der derzeitigen Corona-Auflagen verabschiedete sie der Kindergarten mit einer kleinen Feier.




Aktuelle Artikel aus Kultur


Klara trotzt Corona, XXXV. Folge

Kölbingen. 35. Folge vom 2. Juli
Klara lief von einem Zimmer zum anderen. „Ja, wo fang ich denn da am besten an?“, führte ...

„Im Tal“ in Hasselbach: Mit Kunst und Natur im Dialog

Hasselbach. Bürgermeister der Verbandsgemeinde Fred Jüngerich, der Erste Beigeordneten Rolf Schmidt-Markoski, der weitere ...

Wiedereröffnung CINEXX Hachenburg am 2. Juli

Hachenburg. Durch die Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen und den Start von neuen Kinofilmen ist es wieder möglich, ...

Doppeltes Finale beim Wäller Autokino mit Markus Maria Profitlich

Altenkirchen. Der letzte Abend des Wäller Autokinos 2020 stand im Zeichen der Comedy. Den Organisatoren um Michael (Muli) ...

AB/CD in Concert: Ein weiteres Highlight beim Wäller Autokino

Altenkirchen. Entsprechend erwartungsvoll und euphorisch wurde die Band begrüßt, die meisten Fans waren dem Anlass entsprechend ...

Wäller Autokino: Gemeinschaftsevent mit Abstand endet

Altenkirchen. Zusammen mit den beiden Organisatoren Michael Müller, Getränke Müller aus Oberwambach, und Uli Hüsch, Geschäftsführer ...

Weitere Artikel


Westerwald Holztage in Herschbach/Oww. mit großem Programm

Herschbach. Das Thema Holz steht im Mittelpunkt einer dreitägigen Messe, um das Bewusstsein zu schärfen und gerade in Zeiten ...

Die Region in neuem Entwicklungsprozess

Kreis Neuwied/Linkenbach. Schon vor zehn Jahren war es den Gründern der Gemeinschaftsinitiative klar: Im Wettbewerb der Regionen ...

Zilgrei: Neue Gesundheitskurse der VHS starten

Altenkirchen. Schmerzhafte Muskelverspannungen im Wirbelsäulen- und Becken-Bereich beginnen sich zu lösen, verbessern somit ...

Zukunftstag in Wissen: Von Silent-Air-Taxis und Porschekillern

Wissen. Wo führt der Weg der Zukunft hin? Ein Gedanke, der Viele umtreibt. Richtungsweisende Aspekte zu diesem brandaktuellen ...

„Die feisten“ interpretieren „Adam & Eva"

Hachenburg. Alles verändert sich. Selbst im Paradies ist nicht mehr alles so, wie es einmal war: „Adam & Eva" erzählt mit ...

Wanderung rund um die Grube Rasselskaute bei Niederhövels

Hövels/Herdorf. Das Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen lädt zu einer naturkundlich-bergbaukundlichen Wanderung rund um ...

Werbung