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Nachricht vom 08.09.2018    

Katholische Frauengemeinschaft ist mehr als Kuchenbacken

„Frauen.Leben.Gemeinschaft“: Das Motto der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier hat sich beim 90. Geburtstag des Diözesanverbandes eindrücklich gezeigt. Anlässlich der Geburtstagsfeier in Trier machte kfd-Teamsprecherin Sabine Dickhausen aus Rosenheim den Wandel der Frauengemeinschaft deutlich.

kfd-Teamsprecherin Sabine Dickhausen aus Rosenheim. Foto: Bischhöfliche Pressestelle

Rosenheim/Trier. Rund 1.200 Frauen und einige Männer sind am 31. August in den Trierer Dom gekommen, um gemeinsam mit Bischof Dr. Stephan Ackermann die Feier mit einem Gottesdienst zu beginnen. Die „große und bunte Gemeinschaft“ passe zum Motto, fand der Bischof und dankte für „all das, was über 90 Jahre gelebt, gewirkt und manchmal auch erlitten wurde, und dafür, wie die kfd das Leben in unserem Bistum bereichert“.

„Wir wollen uns an diesem Tag neu senden und stärken lassen für die Aufträge, die wir von Jesus Christus übernommen haben“, betonte Ackermann. Wie vielfältig das politische, diakonische oder seelsorgliche Engagement der kfd-Frauen ist, zeigte sich in Statements von Frauen zu Beginn der Eucharistiefeier. Vor allem die Verbundenheit mit Jesus Christus mache die kfd zu einem kirchlichen Verband, sagte Ackermann. In ihm „verwurzelt zu sein, sich bei ihm anlehnen zu dürfen und geborgen zu wissen – das gibt den langen Atem für das Engagement für die Kirche und die Welt“.

Die „unendliche Ausdauer“ der kfd-Frauen hob der Bischof auch bei der anschließenden Feier in der Europahalle hervor. „Ohne die Frauen, ohne die kfd wäre die Kirche arm“, hielt er fest. Das Jubiläum falle in eine Zeit der Krise für die Kirche; doch weder der Kirche noch der kfd seien Krisen fremd. „Die kfd hat die Kirche immer mitgestaltet und den Glauben weitergetragen.“ Angesichts der Diskussionen um Klerikalismus, Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt sei „die Stimme der Frauen unerlässlich“. Für die Kirche gehe es um ein erneuertes geschwisterliches Miteinander. „Und es ist - gerade auch als Bischof - wichtig, starke Schwestern zu haben, die liebevoll und ehrlich sind, das offene Wort nicht scheuen und dennoch in der Verbundenheit des Glaubens bleiben.“ Er schätze an den kfd-Frauen die „enttäuschungserprobte Loyalität und Solidarität“ und wünsche sich, dass sie auch künftig „nicht alles wortlos ertragen und in Liebe ihre Stimme erheben“. Das gelte auch bei der Synodenumsetzung. Der Verband arbeite schon heute lokal und vernetzt, und so würden Frauen in den Pfarreien der Zukunft weder heimatlos noch verlören ihre Ansprechpartnerinnen. Der Bischof bat die Frauen, denen Mut zu machen, die irritiert und voller Befürchtungen seien. „Ihre Unterstützung bei der Verwirklichung der Synodenbeschlüsse ist so hilfreich!“

Die aus dem Bistum stammende kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil MdB würdigte die vielfältige Arbeit der kfd im spirituellen, politischen und gesellschaftlichen Bereich. „Die Amtskirche braucht uns, und es ist gut, wenn wir zusammenarbeiten.“ Sowohl die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler wie die saarländische Frauenministerin Monika Bachmann brachten ihre Freude über das „schöne Bild einer Kirche voller Frauen“ zum Ausdruck. Bachmann sagte, die kfd habe sie von Kindertagen an begleitet, als ihre Mutter sie zum „Mütterkaffee“ mitgenommen habe. „Ich wünsche mir, dass wir noch lange zusammen streiten!“ Bätzing-Lichtenthäler hob die Kraft, das Engagement und die Solidarität im Einsatz für die Rechte von Frauen hervor. Auch 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechtes habe man längst noch nicht alles erreicht – „aber das schaffen wir gemeinsam!“



Die Diözesanvorsitzende Margot Klein sagte bei der Feier in der Europahalle, viele der Themen wie die Gleichstellung der Frau in der Kirche oder Gerechtigkeit bei Lohn und Rente seien über die Jahre geblieben. Sie dankte allen für den Einsatz in den vergangenen 90 Jahren in dem Frauenverband: „Das Netz der Frauen trägt – das haben wir schon oft erlebt und auch gefeiert.“

Sabine Dickhausen, seit 1998 Vorsitzende der Ortsgruppe Rosenheim bei Betzdorf, kann diesen Eindruck bestätigen und ergänzt: „Es sind ganz viele Punkte im Leitbild, die mir wichtig sind und ich kann mich damit identifizieren.“ Vor 23 Jahren ist sie in den Verband eingetreten. „Der damalige Mütterverein hat mich anlässlich der Geburt meines Kindes besucht, dann bin ich dort Mitglied geworden und anschließend in den Verband gerutscht.“ Die Teamsprecherin auf der Ebene des Dekanats Betzdorf-Kirchen erklärt: „Wir machen Politik auf Orts- und Bundesebene wie Unterschriftenaktionen gegen die drohende Altersarmut von Frauen und setzen uns in Rosenheim für den Mehrgenerationenplatz ein. Die kfd ist also weit mehr als Kuchenbacken.“

Der kfd Diözesanverband Trier ist 1928 als „übergeordnete Organisation für Jungfrauen und Muttervereine vor Ort“ gegründet worden. Heute gehören im Bistum rund 30.000 Frauen in fast 500 Pfarrgruppen zur kfd. Der Verband sieht neben dem kirchlichen Engagement seine Aufgabe darin, das politische Geschehen aufmerksam zu verfolgen und Einfluss zu nehmen auf gesellschaftliche Abläufe. Weitere Informationen sind unter www.kfd-trier.de zu finden. Auf der Facebook-Seite des Bistums werden zudem wöchentlich Frauen aus der kfd vorgestellt. (Bischhöfliche Pressestelle)


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