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Nachricht vom 05.11.2018    

15. Kirchener Stadtfest: Ein Treffpunkt für Jung und Alt

Das Kirchener Stadtfest mit Martinsmarkt war ein Publikumsmagnet: Bei fast schon milden Temperaturen bevölkerten Jung und Alt aus nah und fern am Sonntag, 4. November, die Stadt und flanierten über die Linden-, Brücken- und Bahnhofstraße, wo Händler und Ortsvereine ihre Stände aufgebaut hatten, ließen sich Süßes und Deftiges schmecken oder an den Stände in der Villa Kraemer und dem Ratssaal inspirieren.

Waffeln und Würstchen waren beim „Freundeskreis Sonnenstrahlen für Owerri“ so schnell ausverkauft wie noch nie, Socken und Selbstgestricktes gab es noch zu kaufen, für den guten Zweck. (Foto: tt)

Kirchen. Das Stadtfest mit Martinsmarkt sei „immer ein Treffpunkt“, sagte eine Besucherin am Sonntagnachmittag auf der Lindenstraße dem Berichterstatter. Und so war es auch in diesem Jahr, als die Stadt zum Fest geladen, die Händler und Vereine sich platziert und die Geschäftswelt beim verkaufsoffenem Sonntag Attraktionen wie Ponyreiten und Glücksrad vorbereitet hatten.

Große Stadtfestfamilie
Es war nun bereits die 15. Auflage des Stadtfestes, zu der Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen begrüßte. Es habe bereits vor der Stadtwerdung mit dem Martinsmarkt begonnen. Mit der Verleihung der Stadtrechte habe sich alles im Laufe der Jahre zu einem „echten Erlebnistag“ für Groß und Klein herausgeputzt. Vereinsmenschen, Hobbykünstler, Marktbeschicker, Geschäftsleute, Helfer und Organisatoren würden dem Fest ein Gesicht geben, und zwar das einer „großen Stadtfestfamilie“, unterstrich das Stadtoberhaupt. Er dankte vielen und hob besonders Sven Wolff hervor, der in seiner neuen Funktion in der „Stabsstelle Vereine, Ehrenamt und Touristik“ bei der Verbandsgemeinde Kirchen mit einem professionellen Team an seiner Seite das Stadtfest wieder federführend organisierte.

Mit dem nach der Eröffnung folgenden ökumenischen Gottesdienst habe man einen weiteren, wesentlichen Bestandteil der Gemeinschaftsveranstaltung geschaffen, sagte Hundhausen. Bei der Premiere im Vorjahr war es kalt, ganz im Gegensatz zum zweiten Gottesdienst, zu dem Raimund Schüler von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Kirchen begrüßte. Den Gottesdienst gestaltete der evangelische Pfarrer Eckhard Dierig mit, „Petty Treude mit Band“ sorgte für den musikalischen Rahmen. „Wir sind getrieben in unserem Alltag, und oft haben wir keine Zeit mehr oder das Gefühl, die Zeit läuft uns davon“, sagte der katholische Pastor Helmut Mohr in seiner Predigt und erwähnte unter anderem Handys und E-Mails. Einerseits werde das Leben so wunderbar effizient, andererseits verliere es an Tiefe. Der Gottesdienst sei ein Moment, um innezuhalten und ein Ohr auf Gottes Wort zu halten: „Gottes Wort tut uns Menschen gut, es gibt uns Halt und Kraft in unserem Lebensalltag.“

DJ Hansi übernahm
Nach dem Gottesdienst übernahm auf der Bühne DJ Hansi, legte auf und ermunterte: „15 Jahre Stadtfest in Kirchen wollen wir feiern.“ Für Brass sorgte die Musikgemeinschaft Kirchen/Wehbach, die Melodien von „Abba“ bis „Berliner Luft“ darboten. 80 Aussteller, darunter 14 Vereine, hätten ihre Stände aufgebaut, berichtete Wolff. In der Villa Kraemer und dem Ratssaal präsentierten überwiegend Hobbykünstler ihre Sachen, Kreatives, Dekoratives und Nützliches, auch selbstgestrickte Mützen, obwohl diese beim Besuch des Stadtfestes nicht erforderlich waren. „Wenn das Wetter so hält, können wir voll zufrieden sein“, sagte Hundhausen. Auch wenn die Sonne nicht geputzt war und es kein typisches Glühweinwetter war, so war das Wetter allemal passend. Diesmal setzte der Strom an Besucher schon früh zur Mittagszeit ein. Flanieren war angesagt zwischen Linden- und Bahnhofstraße. Auf der Bühne gab es ein ansprechendes Programm.

Nach der Blechblasmusik gingen auf der Bühne Holzbretter zu Bruch: Die Abteilung Taekwon-Do des VfL Kirchen stellte sich auch mit Holzbruchtests vor, und Trainer Frank Hoffmann beeindruckte, als er mit der Hand einen Ziegelstein in zwei Stücke teilte. „Mr. Kerosin“ zog nicht nur die Kinder mit seiner Zauber- und Animationsshow in seinen Bann, und manches Kind durfte auf der Bühne mitwirken. Alexes Feelmo hatte mit den Hiphop-Jukids der Verbandsgemeindejugendpflegen Kirchen und Betzdorf-Gebhardshain Tänze ein studiert, und bei einem war das Publikum zum Mitmachen aufgefordert. Weitere Tänze rundeten das Bühnenprogramm ab. Gut besucht waren auch die Ausstellungen im Ratssaal und der Villa Kraemer, wo unter anderem Modeschmuck, Selbstgestricktes, Holzarbeiten, selbstgemachte Naturseife, Malerei und Wohnaccessoires präsentiert wurden. „Hier stimmt aus meiner Sicht alles“, sagte Hannelore Weiß (Friedewald), die zum vierten Mal als Ausstellerin mit von der Partie war.

Da stimmte alles
Vom Rathaus und der Lindenstraße kamen die Besucher über die Brückenstraße, vorbei an der Neuwagenausstellung, auf die Bahnhofstraße. Hier stand eine große Traube an Luftballons über der Straße, und die Geschäftsleute boten auch hier Attraktionen an, zum Beispiel Ponyreiten und Glücksrad. Auch der „Freundeskreis Sonnenstrahlen für Owerri“ hatte wieder einen Stand aufgebaut. Die Aktiven waren mit Würstchen und Waffeln für die gute Sache im Einsatz: Denn einen Tag nach dem Fest sollte ein mit Schulmöbeln und Krankenhausbetten beladener Container ins nigerianische Owerri verfrachtet werden. Der Erlös des Standes fließt in den Transport. „Es sind mehr Besucher als im Vorjahr“: Das sagte Organisator Wolff, als er dem AK-Kurier kurz nach 15 Uhr begegnete: Es seien etliche tausend Besucher. Um diese Zeit waren bei „Sonnenstrahlen für Owerri“ bereits die Würstchen ausverkauft – eine Stunde später auch der Waffelteig, so Marita Weber: „Wir haben immer gut verkauft, aber so früh waren wir noch nie ausverkauft.“

Auch Händler hatten entlang der Bahnhofstraße ihre Stände aufgebaut, zum Beispiel mit Keramiktöpfen und Bekleidung. Die DLRG-Ortsgruppe Betzdorf/Kirchen war hier ebenfalls präsent. Für die Kinder hatten die Lebensretter Entenangeln angeboten. Weit geöffnet stand der Strömungsretteranhänger. Auch das Einsatztauchen wurde vorgestellt. „Wir möchten zeigen, dass wir mehr als nur Kinderschwimmen anbieten“, sagte Vorsitzender Reinhard Baumgarten. Zurück am Rathaus: Der 1. Kirchener Klickerverein (KKV) brutzelte seine leckere Klicker-Pfanne – natürlich mit runden Möhren und Silberzwiebeln. Der Verein hatte diesmal für seinen Kuchenstand einen neuen Standort. In der früheren Postagentur im Rathaus wird künftig Sven Wolff mit der Stabsstelle seinen Sitz haben. In einem Bereich werden Touristik und Beratung installiert – und hier hatten die Damen des KKV erstmals den Kuchenverkauf und das Stadtcafé eingerichtet. Und sie waren begeistert von den neuen Möglichkeiten. Alle Hände voll zu tun hatten auch die Aktiven der Motorsportfreunde Kirchen, die Reibekuchen brutzelten.

Und dann das Finale
Abends ging es auf der Bühne auf dem Parkdeck beim Stadtfestfinale unter dem Motto „rhenag meets music“ noch lange weiter – feurig, klangvoll und rockig. Den Auftakt machte Tenor Patrick von Castelberg, der mit seiner Stimme beeindruckte, mal balladesk, und auch mit „Take On Me“ von „Take That“ und „Angle“ von Robbie Williams traf er den Nerv des Publikums. Feurig ging es mit „Mr. Kerosin“ (Frank von Kneten) weiter, und in der Dunkelheit entfalteten die Feuerspiele ihre Wirkung. Schlaghose und Plateauschuhe: Die Band „Sweety Glitter & The Sweethearts“ rockte die Bühne und nahmen die Besucher zu einer „kleinen Reise in das wildeste Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts“ mit: Das sagte Sänger „Mr. Sweety Glitter“ (Volker Petersen), und die Besucher reisten musikalisch gerne mit – mit der Braunschweiger Band und ihrem Oldschool-Rock'n'Roll. (tt)


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