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Nachricht vom 10.11.2018    

Pogrom-Gedenken in Hamm: Die Erinnerung darf nicht verblassen

Auch in diesem Jahr trafen sich am 9. November viele Bürgerinnen und Bürger auf dem Synagogenplatz in Hamm. Wo einst das jüdische Gebetshaus stand, wird seit Jahren an diesem Tag der Reichspogromnacht des Jahres 1938 gedacht.

Ortsbürgermeister Bernd Niederhausen verlas die Namen der deportierten Bürger aus Hamm. (Foto: kkö)

Hamm. An dem Platz, an dem 1894 die Synagoge der jüdischen Gemeinde Hamm erbaut wurde, trafen sich die Menschen am diesjährigen 9. November zum stillen Gedenken an die Opfer des Reichsprograms und der Nazi-Diktatur. Die Synagoge, die eigentlich für immer errichtet wurde, überdauerte nur 44 Jahre, bevor sie, wie viele andere jüdische Gotteshäuser auch, dem fanatischen Hass zum Opfer fiel.

An diesem Ort kommen alljährlich die Bürgerinnen und Bürger zum Gedenken zusammen. In diesem Jahr lag aber eine besondere Stimmung über dem Geschehen. Lag es daran, dass es nunmehr bereits 80 Jahre her ist, dass Nachbarn, Freunde Bekannte, die sich vorher gegenseitig halfen, zu Feinden erklärt wurden? Oder ist es die allgegenwärtige Gefahr, die durch immer mehr um sich greifende Radikalisierung an den politischen Rändern, greifbar wird? Eines sollte jedem klar sein: Wegschauen, vergessen oder verdrängen hilft nur den falschen Kräften.

Bernd Niederhausen, Ortsbürgermeister von Hamm, ging in seiner Rede auf die Frage ein, die immer wieder bewegt: „Wie konnte das geschehen?“ Eine Frage, die sich bis heute – trotz aller Erklärungsversuche – nicht wirklich befriedigend beantworten lasse, so Niederhausen weiter. „Jedenfalls darf so etwas nicht mehr passieren, nie wieder das in unserer Mitte möglich sein.“ Er lud die Anwesenden in das Kulturhaus ein, wo Horst Moog den Versuch einer Erklärung unternahm. Im Kulturhaus ist auch die Ausstellung „Ihr seid die Schande unserer Schule - Szenen einer Spurensuche“ zu sehen.



Niederhausen las sodann die Namen der deportierten jüdischen Mitbürger aus Hamm vor:
Heinrich Bär, Bertha Bär, Erwin Bär, Werner Bär, Emil Bär, Jenny Bär, Edith Helga Bär, Helene Bär, Bernhard Bär, Heinrich David, Hedwig David, Ilse David, Max Frank, Lieselotte Frank, Elsbeth Frank, Arnold Gunzenhäuser, Julie Gunzenhäuser, Sally Michel, Betty Michel, Ruth Michel, Louis Simon, Erna Simon, Hermine Simon, Simon Simon, Amalie Simon, David Simon. Hinter jedem Namensteht ein Schicksal: Familien, die ausgelöscht wurden, die ihre Freiheit und dann ihr Leben verloren durch den Hass, der ihnen fast unvermittelt entgegenschlug. „Solch ein Geschehen darf sich nicht wiederholen und dafür müssen alle demokratischen Kräfte zusammen stehen“, so viele Besucher. Im Kulturhaus war dann eine besondere Stimmung zu spüren, als Horst Moog seinen Vortrag hielt. Man konnte die Ergriffenheit vieler Besucher förmlich spüren. (kkö)



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