Werbung

Nachricht vom 04.12.2018 - 09:03 Uhr    

Landräte lehnen Zusammenschluss Altenkirchen und Neuwied klar ab

Mit klaren Worten reagieren die Landräte der Kreise Altenkirchen und Neuwied auf die Pläne der Landesregierung, mehrere Landkreise miteinander verschmelzen zu wollen. Nach jetzt bekannten Plänen sollen die beiden Kreise Neuwied und Altenkirchen sowie die Kreise Westerwald und Rhein-Lahn zu jeweils einem Kreis zusammengefasst werden.

Die Kreise Altenkirchen und Neuwied sollen nach dem Willen der Landesregierung ein Kreis werden. Grafik: Wolfgang Tischler

Neuwied/Altenkirchen. Die Landräte Michael Lieber (Altenkirchen) und Achim Hallerbach (Neuwied) lehnen eine Fusion ihrer Kreise deutlich ab. Wir berichteten. Sie vertreten die Meinung, dass eine solche Zusammenlegung erstens für die Bürgerinnen und Bürger große Nachteile wegen der dann bürgerfernen Verwaltungsstrukturen mit weiteren Wegen zu den Behörden gebe und man zweitens bereits ohne das Diktat „von oben“ sich auf einem guten Weg befinde, das Beste aus der Region herauszuholen – nämlich durch freiwillige Zusammenarbeit.

Noch lägen keine Vorschläge auf dem Tisch und es sei somit gar nicht möglich, konkret Stellung zu beziehen. Die Landräte betonen jedoch: „Die drei Landkreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwald arbeiten bereits sehr intensiv auf freiwilliger Basis zusammen. Mit unserer Initiative „Wir Westerwälder - vom Rhein bis an die Sieg“ sind wir auf einem guten Weg der Kooperation. Diese erstreckt sich unter anderem auf die Bereiche Umwelt, Tourismus und Wirtschaft. Darum brauchen wir keine Fusion, sondern weiterhin aktive und kreative Köpfe sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger. Um unsere Zukunft selbst zu gestalten, brauchen wir keine teuren Gutachten.“

Neuwieds Landrat Achim Hallerbach ergänzt: „Alle Welt spricht von Stärkung des ländlichen Raums. Und wir geben alle vor, junge Menschen in der Region zu halten beziehungsweise hinzu zu gewinnen. Aber wenn die Landesregierung so weiter macht, dann wird eben genau dieser ländliche Raum weiter geschwächt und verliert an Attraktivität gegenüber den städtischen Ballungszentren. Hier werden Geburtsstationen geschlossen, dort werden Verwaltungen bürgerfern zusammengefasst. Das Ergebnis wird sein, dass junge Menschen dem ländlichen Raum nichts abgewinnen können und weiter in den Ballungszentren wohnen wollen – was ich dann gut verstehen könnte!“

---
Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!


Kommentare zu: Landräte lehnen Zusammenschluss Altenkirchen und Neuwied klar ab

4 Kommentare

Zwei Landräte zuviel?
Da scheinen die Posten wohl vor dem Gemeinwohl des Steuerzahlers zu stehen, wären doch zwei Landräte regelrecht überflüssig.
#4 von Reinhold Mund, am 06.12.2018 um 08:20 Uhr
Lieber Herr Ehses,

wenn die Landräte der drei Kreise zu einem wissenschaftlichen Gutachten, dass vor dem mit allen Fraktionen abgesprochenen Veröffentlichungstermin durch die Medien geht, Stellung beziehen möchten, spricht ihnen dieses Recht niemand ab. Da die im Gutachten beschriebenen Vorschläge aber allenfalls eine Diskussionsgrundlage für den sich daran anschließenden politischen Prozess liefern, sah ich hier keine Notwendigkeit, in Schnappatmung verfallend in dasselbe Horn zu stoßen. Beschlossen wird in dieser Sache nämlich erst einmal überhaupt nichts.

Die Neugliederung des Bundesgebietes ist immer mal wieder in der Diskussion (für einen Überblick siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Neugliederung_des_Bundesgebietes), war jedoch nicht Bestandteil des Prüfauftrags dieses Gutachtens. Würden Sie sich nicht auch wundern, wenn Sie in die Werkstatt zum Reifenwechseln fahren und das Auto stattdessen zwar ohne neue Reifen, dafür aber mit neuem Farbton abholen könnten?
#3 von Jan Hellinghausen, am 05.12.2018 um 20:03 Uhr
1. Oh, Herr Hellinghausen antwortet wie ein Politiker, also voll am Thema vorbei.
2. Das von mir ist auch am Thema vorbei oder ?
Die Landesregierung sollte sich mit dem Saarland und Hessen zusammenschließen, da könnte sehr viel Geld gespart werden, weil viele superbezahlten Posten wegfallen würden. Aber da beschließt man eher was gegen die "Kleineren" und gegen die Bürgernähe.
#2 von Helmut Ehses, am 04.12.2018 um 21:03 Uhr
Die Aussage von Achim Hallerbach im letzten Absatz suggeriert, dass die Landesregierung für die Schließung von Geburtsstationen im ländlichen Raum verantwortlich sei. Ich kann nur vermuten, dass er sich hier auf die jüngst angekündigte Schließung der Geburtshilfe in Daun zum 31.12. bezieht. Auch wenn es an der Situation der betroffenen Bürgerinnen und Bürger vor Ort leider nichts ändert: Die Landesregierung trifft hierbei keine Schuld! Die Trägergesellschaft hat nach der spontanen und in Eigeninitiative angekündigten Schließung weitere Verhandlungen abgelehnt. Die zuständige Ministerin Bätzing-Lichtenthäler hat dieses Verhalten auch deutlich kritisiert (siehe z. B. hier: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/Gesundheitsministerin-kritisiert-Klinikleitung-scharf-Baetzing-Lichtenthaeler-veraergert-ueber-Schliessung,daun-geburtenstation-baetzing-lichtenthaeler-100.html).
#1 von Jan Hellinghausen, am 03.12.2018 um 19:33 Uhr

Aktuelle Artikel aus der Politik


Fakten und Fachleute: FDP beleuchtet Ärzteversorgung

Betzdorf. Der FDP-Ortsverband Betzdorf-Gebhardshain lädt ein zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion zur ärztlichen Versorgung ...

Tonnenschwere Verbindung: Die neue Muhlaubrücke ist freigegeben

Wallmenroth/Scheuerfeld. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Am gestrigen Dienstag (19. Februar) wurde sie eingeweiht, die ...

Altenkirchener CDU wählte Stadtratskandidaten

Altenkirchen. Nachdem die Altenkirchener CDU gemeinsam mit den Parteifreunden aus Flammersfeld ihre Bewerberinnen und Bewerber ...

Politischer Aufbruch: Neue Bürgerliste in Selbach

Selbach. Eine neue und nicht mitgliedschaftlich organisierte Wählergruppe hat auf ihrer öffentlichen Aufstellungsversammlung ...

Lösungen statt Worthülsen: Wisserland-CDU wählte Ratsbewerber

Hövels. „Ärmel hochkrempeln und weiter anpacken“: Das war eine zentrale Botschaft beim CDU-Gemeindeverband Wissen anlässlich ...

Vielfalt gefragt: SPD besuchte Heinrichshof in Burglahr

Burglahr. Oberhalb der Wied und unterhalb der Burg Lahr liegt der Heinrichshof der Familie Reifenhäuser. Der Bauernhof ist ...

Weitere Artikel


Werksschließung: Montaplast verlässt den Standort Betzdorf

Betzdorf/Morsbach. Die Montaplast GmbH verlässt den Standort Betzdorf-Bruche im Sommer des Jahres 2019. „Die in den vergangenen ...

Mit dem Umweltkompass durch die Natur des Westerwaldes

Neuwied/Altenkirchen. Der Westerwald ist eine Landschaft, die durch ihre Höhen, ihre Täler, ihre Flure und den Reiz ihrer ...

Nah dran am Leben und den Menschen

Betzdorf. Mitten hinein ins Leben der Menschen geht das Projekt des katholischen Dekanats Betzdorf, der Lebensberatung und ...

Brennerei Weyand aus Unnau überzeugte im Qualitätswettbewerb

Unnau. Die Brennerei Weyand, die seit 1806 auf dem Markt ist, punktete nicht zum ersten Mal mit ihrer Qualität bei Wettbewerben. ...

Schönsteiner Kita-Kinder schmückten den Weihnachtsbaum

Wissen. Traditionell wurde mit Beginn der Adventszeit auch wieder der Weihnachtsbaum im Foyer des Wissener Rathauses von ...

Einfälle gegen Unfälle: IGS-Schüler gewinnen landesweiten Wettbewerb

Hamm. Beim diesjährigen Mal- und Zeichenwettbewerb der Unfallkasse Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Einfälle gegen Unfälle“, ...

Werbung