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Nachricht vom 14.12.2009    

600 genossen ein glanzvolles Klassik-Konzert

Mehr als 600 Gäste genossen das Konzert des Landesorchesters Nordrhein-Westfalen im Kulturwerk Wissen. Es war ein Musikgenuss, der noch lange nachwirkt. Chefdirigent Russel N. Harris und das Orchester verzauberten mit dem Weihnachtskonzert am 3. Advent. Für das Publikum gab es musikalische Geschenke außerhalb des Programms.

Wissen. Einen schöneren Abschluss im Jubiläumsjahr von Pro AK, dem Forum für Politik, Wirtschaft und Kultur im Kreis Altenkirchen, hätte es nicht geben können. Das Weihnachtskonzert der Philharmonie Südwestfalen-Landesorchester Nordrhein-Westfalen im Kulturwerk Wissen am 3. Adventssonntag war zugleich auch die Premiere für die Halle. Ein großes Orchester mit einem Klassik-Konzert trat zum ersten Mal auf. Mehr als 600 Gäste genossen das Konzert und waren begeistert.
Mit dem festlichen Einstieg der "Weihnachts-Ouvertüre" über den Choral "Vom Himmel hoch, da komm ich her" von Otto Nicolai stimmte das Orchester mit Chefdirigent Russel N. Harris auf das glanzvolle Konzertgeschehen ein. Die zarte und langsame Einleitung der Ouvertüre ließ ahnen, dass dem Publikum ein besonderer Musikgenuss bevorstand. Ursprünglich einmal für Orchester, Orgel und Chor konzipiert, wurde das Werk 1833 uraufgeführt. Es bezaubert die Menschen in allen großen Konzertsälen der Welt bis heute, so auch in Wissen.
Das Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 467 von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Pianisten Gerhard Vielhaber ließ die Herzen der Musikliebhaber höher schlagen. Vielhaber, 1982 in Attendorn geboren, gilt als einer der hoffnungsvollsten jungen Pianisten Deutschlands, und seine Konzerttätigkeit führte ihn bereits um die ganze Welt. Zahlreiche renommierte Musikpreise wurden ihm verliehen. Die Klavier-Passagen im ersten Satz (Allegro) ließen die Stimmungswechsel Mozarts deutlich erkennen. Von einer berückenden Zartheit erklang das Andante, hier bewährte sich erneut die hervorragende Akustik der Halle. Die Präsentation des Andante war dann auch Pausengespräch bei einem fachkundigen Publikum, das sich restlos begeistert zeigte.
"Wo einst Menschen arbeiteten und jetzt die Kultur Einzug hielt, verdient diese wundervolle Halle ein Geschenk", sagte Dirigent Russel N. Harris zum Publikum nach der Pause. Er schenkte dem Wissener Publikum mit seinem Orchester die Bach-Suite Nr. 3 und es war ein Genuss. Ein atemlos lauschendes und tief beeindrucktes Publikum wagte den Applaus erst, nachdem der letzte Ton tatsächlich verhallt war. Dann ging es im angekündigten Programm weiter, "Die Nussknacker–Ballett-Suite op.71a" von Peter Tschaikowsky entführte in die reizvolle Weihnachtsgeschichte. Die "Nussknacker-Suite" ist seit mehr als 100 Jahren ein Inbegriff der romantischen Weihnachtsmusik und wird es hoffentlich bleiben. Die Musik, die die Herzen und Seelen der Menschen erreicht, wurde so wundervoll präsentiert, mit soviel Liebe für die besonderen Details, einfach genial. Es war eine sehr liebevoll gespielte Interpretation, wo auch Leidenschaft und das Temperament des Dirigenten voll zum Zuge kam. Im berühmten "Marche", er gehört überwiegend den Bläsern, sorgten die Musiker mit ihrem Temperament für ein fröhliches Bild. In die Traumwelt, die Tschaikowsky unter anderem mit der Figur der Zuckerfee schuf, entführte die Musik in die Welt Arabiens, Chinas und Russlands. Es perlten zauberhaften Klänge der Harfe, der Flöten, der Celesta und zarte Glockentöne in die große Halle – ein herrliches Musikerlebnis. Es verstand sich von selbst, dass das Publikum Zugaben forderte. Dem kamen Dirigent und Orchester nach. Heiter und fröhlich erklang zum Abschied die Petersburger Schlittenfahrt und entließ das Publikum in den kalten Winterabend.
Pro-AK Vorsitzender Ulrich Schmalz hatte zu Beginn die Gäste begrüßt, und er hatte auf die Premiere für das Kulturwerk hingewiesen. Ein großes Klassik-Orchester in der einstigen Fabrikhalle - ein besonderer Höhepunkt im Eröffnungsjahr des Kulturwerkes. (Helga Wienand)
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Chefdirigent Russel N. Harris und Pianist Gerhard Vielhaber (von links) bezauberten das Publikum unter anderem mit Mozart. Fotos: Helga Wienand


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