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Nachricht vom 16.12.2009 - 12:53 Uhr    

Dritte Amtszeit für Rainer Buttstedt eingeläutet

Für Hamms Bürgermeister Rainer Buttstedt begann die dritte Amtszeit nun offiziell mit der Überreichung der Ernennungsurkunde. Dass die Zeiten für die Kommunen nicht einfacher werden, daran ließ keiner der Redner zur Feierstunde auch nur den geringsten Zweifel aufkommen. Buttstedt appellierte in seiner Ansprache an das "Wir-Gefühl" und das gemeinschaftliche Handeln zum Wohle der Bürgerschaft.

Hamm-Auermühle. Die dritte Amtsperiode von Bürgermeister Rainer Buttstedt begann nun offiziell mit der Überreichung der Ernennungsurkunde durch den Beigeordneten Wolf-Dieter Stuhlmann. Am gleichen Ort, im Hotel Auermühle, war Buttstedt vor 16 Jahren und fünf Monaten in das Amt des Bürgermeisters der VG Hamm eingeführt worden.
Stuhlmann ging auf die Leistungen Buttstedts, unter anderem im Bereich Schulen Kindertagesstätten und Straßenausbau, ein. Man habe vieles erreicht und für die kommende Amtsperiode wünschte er viel Erfolg.
Buttstedt hob in seiner Ansprache das gemeinsame Handeln aller in Rat und Verwaltung zum Wohle der Bürgerschaft hervor. Die konzertierte Aktion der Vernunft über alle Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg habe wesentlichen Anteil an den Erfolgen der letzten Jahre gehabt. Natürlich gehöre auch etwas Glück dazu, meinte der Bürgermeister und erinnerte an die Aufwertung des Schulstandortes Hamm.
Buttstedt fand mit Blick auf die vor ihm liegende Amtsperiode auch ernste Worte. Die Aufgaben und Probleme in den Kommunen gelte es zu bewältigen, die durch die weltweite Finanzkrise und die negativen wirtschaftlichen Entwicklungen die Region treffe. "Niemand kann vorhersagen, wie groß diese Auswirkungen für uns sein werden", sagte Buttstedt. Er forderte ein stärkeres "Wir-Gefühl", ein mehr an Solidarität, Gemeinschaftssinn und Zusammenarbeit. "Gemeinsames, aufeinander abgestimmtes Handeln der Verantwortlichen auf allen Ebenen ist dabei erforderlich, ja notwendig", führte er aus und wies auch daraufhin, dass man über den Tellerrand schaue müsse. Eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit in den Bereichen Gewerbeentwicklung, Tourismus, Kultur, Jugend, Freizeit und Sport könne dabei von großem Nutzen sein.
Buttstedt warf in seiner Antrittsrede auch den Blick in die Zukunft. Dabei gab er nichts Neues bekannt: Die Gemeindekassen werden leerer, die Rufe des Gemeinde- und Städtebundes und der kommunalen Spitzenverbände nach einer umfassenden Gemeindefinanzreform finden in Berlin kein Gehör. Trotzdem müsse man investieren, auch in Hamm. Buttstedt nannte den bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesstätten für Kinder unter drei Jahren, denn dies sei aus gesellschaftlichen und demografischen Gesichtspunkten notwendig. Auch die Sanierung des Hammer Stadions sieht er als unabdingbar für die Schulen und die Sport treibenden Vereine. Die Umsetzung einer Strategie für die Aufwertung des Raiffeisenlandes, die Attraktivitätssteigerung des Waldschwimmbades, und die Ersatzbeschaffung eines 31 Jahre alten Tanklöschfahrzeuges für die Feuerwehr nannte er als Maßnahmen für die kommende Zeit. "Die Herausforderungen der Zukunft werden nicht einfach zu bewältigen sein, aber ich bin der Überzeugung, dass wir mit Kreativität und Gemeinsinn einiges lösen können", sagte Buttstedt. "Gemeinsam schaffen wir es!" war sein Appell.
Professor Jürgen Hiller, Leiter der Kommunalabteilung im Innenministerium, brachte die Glückwünsche des Ministers mit nach Hamm und würdigte Buttstedts Erfolg. "Es ist typisch für ihn, Hartnäckigkeit, strategisches Denken und Glaubwürdigkeit zeichnen seinen Weg", so Hiller. In einem Referat warf er den Blick auf die Herausforderungen der Zukunft. Dabei fehlte auch der Blick auf die Modelle der kommunalen Strukturreformen in Rheinland-Pfalz nicht. Der Zusammenschluss von Verbandsgemeinden auf freiwilliger Basis fordere von allen, den Blick mindestens 30 Jahre nach vorne zu richten. Entwicklungschancen böten sich in Kooperationen bei Infrastrukturmaßnahmen und den Verwaltungsleistungen. Eine Reformbereitschaft sei im Land nicht erkennbar, aber es gebe im Mittelrheingebiet hoffnungsvolle Initiativen zu neuen Einheiten.
Landrat Michael Lieber hatte Rainer Buttstedt eine "Hausapotheke" in lyrischer Form mitgebracht. Seine Glückwünsche galten dem Weggefährten, der sich immer der Verantwortung gegenüber der Zukunft gestellt habe. "Er denkt immer ein Stück voraus", so Lieber.
Für rund 130 Bürgermeister sprach der stellvertretende Sprecher der Kreisgruppe des Gemeinde- und Städtebundes, Wolfgang Schneider, aus Daaden die Glückwünsche aus. Er würdigte Buttstedt auch als "Globetrotter" in Sachen Termine und unermüdlichen Einsatzes. Dieser Tag sei ein Anlass, nach vorne zu schauen auf die kommenden acht Jahre. Raiffeisens Modell der Hilfe zur Selbsthilfe werde man in kommenden Jahren brauchen, so die Einschätzung Schneiders. Zur Finanzsituation der öffentlichen Haushalte meinte er: "Der Begriff der Nachhaltigkeit ist in diesem Bereich nachhaltig aus dem Blick geraten. Wir müssen uns fragen, wie weit treiben wir einzelne Prozesse?"
Für die Fraktionen im VG-Rat Hamm sprach Karl-Ulrich Paul die Glückwünsche aus und hoffte auf weiterhin gute Zusammenarbeit. Der Sprecher der Ortsbürgermeister, Aloys Lück, würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Buttstedt, die auch in Zukunft fortgeführt werden soll. Personalratsvorsitzender Dieter Greb gratulierte, für die beiden Kirchengemeinden tat dies Pfarrer Josef Rottländer. Es folgten weitere Ansprachen und Glückwünsche. (hw)
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Hamms Bürgermeister Rainer Buttstedt (rechts) erhielt die Ernennungsurkunde für die dritte Amtszeit vom Beigeordneten Wolf-Dieter Stuhlmann. Fotos: Helga Wienand



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