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Nachricht vom 18.01.2019    

Jens Stötzel und Matthias Mengel wollen's wissen: Neue Wählergruppe geplant

Sie sind keine Newcomer in der Mudersbacher Politik: Jens Stötzel war bis 2017 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen, Matthias Mengel sitzt für die SPD im Ortsgemeinderat. Jetzt nehmen beide Anlauf, um mit einer neuen Wählergruppe frischen Wind in den Mudersbacher Rat zu bringen. Sie wollen mehr Transparenz, Meinungsaustausch und weniger Fraktionsdisziplin.

Matthias Mengel (links) und Jens Stötzel wollen mehr Transparenz in der Ortspolitik. (Foto: by)

Mudersbach. Wenn ein ehemaliger Bürgermeister und ein Rektor der Grundschule in Siegen-Seelbach sich dazu entschließen, eine Partei – oder besser: eine Wählergruppe – zu gründen, dann sind ganz sicher nicht nur Visionen ein Grund, sondern handfestes Engagement, und das zum Wohl der Ortsgemeinde. Jens Stötzel war bis 2017 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen, Matthias Mengel ist Rektor der Grundschule in Siegen-Seelbach. Sie beabsichtigen, am 26. Mai zur Wahl des Ortsgemeinderates Mudersbach mit einer freien, nicht mitgliedschaftlich organisierten Wählergruppe anzutreten. Dafür suchen sie noch Mitstreiter, die sich der Initiative anschließen, vor allem junge Bürger aus Mudersbach, Niederschelderhütte und Birken.

Wählergruppe will keine Konsens-Fraktion sein
Jens Stötzel beantwortet die Frage, weshalb er sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Er sei noch nie den bequemsten Weg gegangen und eine verlorene Wahl sei für ihn nicht das Ende des politischen Lebens und auch kein Grund, sich zu verkriechen. Matthias Mengel ist Ratsmitglied für die Mudersbacher SPD, will für die nächste Wahl aber auf deren Ticket nicht mehr antreten. Er wolle nicht mehr den 100-Prozent-Konsens-Fraktionen angehören, die im Gemeinderat alles nur noch abnicken. Es fehle ihm an Transparenz. Schwierige, wichtige Entscheidungen über die Zukunft der Ortsgemeinde würden oft verschoben oder erst gar nicht angegangen. Parteimitglied will er auf jeden Fall bleiben: „Ich bin im Herzen Sozialdemokrat, das ist meine Partei.“ Die neue freie Wählergruppe distanziert sich ausdrücklich von einer Fraktionsdisziplin. Die Mitglieder sollen entsprechend der Gemeindeordnung frei sein in ihrer Entscheidung.

Verzicht auf Prestigeobjekte gefordert
Die Liste der angedachten Veränderungen ist lang. Eines der Ziele ist es, mit soliden Kommunalfinanzen einer dauerhaften Eigenkapitalminderung entgegen zu wirken und damit die Leistungs- und Handlungsfähigkeit der Ortsgemeinde zu erhalten. Das könne unter anderem erreicht werden durch Verzicht auf kostenintensive Prestigeobjekte wie beispielsweise die geplanten Grünanlagen an der Bundesstraße B 62 im Ortsteil Niederschelderhütte. Immerhin hat die Gemeinde einen beachtlichen Schuldenstand von mittlerweile 14 Millionen Euro. Bezüglich des Straßenbaus müssten klare Prioritäten gesetzt werden. Nötig sei ein transparentes Konzept mit der Aussage darüber, welcher Investitionsbedarf besteht, in welchem Zeitraum dieser nachhaltig abgearbeitet und sozial gerecht finanziert werden kann.




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Enge Abstimmung mit Brachbach
Die Verkehrs- und Ortsentwicklung steht ebenfalls auf die Agenda. Durch den Anschluss der Hüttentalstraße an die B 62 hat der Verkehr in der Ortslage Mudersbach stark zugenommen, die Straßenkonzepte einer Ortsumgehung wurden seitens der Ortsgemeinde Mudersbach bisher abgelehnt. Mengel und Stötzel fordern eine Wiederaufnahme des Planungs- und Entscheidungsprozesses, wobei ihnen die enge Abstimmung mit der Ortgemeinde Brachbach besonders wichtig ist. Es fehle an interkommunaler Zusammenarbeit, dadurch könnten wirtschaftliche Synergien erzeugt werden, zum Beispiel beim Bauhof und im Tourismus.

Mehr Unterstützung für Vereine
Nicht nur die demografische Entwicklung und die Jugend- und Seniorenarbeit müsse wieder mehr in den Fokus rücken. Der Fachausschuss für Jugend und Kultur habe in den vergangenen fünf Jahren nicht einmal getagt. Auch die Unterstützung der Vereine bei der Realisierung neuer Ideen und Vorhaben sowie der Bereitstellung von Sportanlagen und Räumlichkeiten steht auf der Ideenliste, ebenso wie die Bestandspflege und Bestandsentwicklung der vorhandenen Unternehmen und der Versuch, durch gemeinsame Ausweisung und Erschließung interkommunaler Gewerbeflächen Möglichkeiten für ansiedlungswillige Unternehmen zu generieren.

Informationsabend am 31. Januar
Um den Bürgern die angedachten Ziele und Ideen näherzubringen und um weitere Ideen zu sammeln, laden Matthias Mengel und Jens Stötzel alle Bürger der Ortsgemeinde ohne links- oder rechtsextremistische Ansichten zu einer Informations- und Auftaktveranstaltung am Donnerstag, den 31. Januar, um 19 Uhr in die Begegnungsstätte „Am Wald“ (ehemalige katholische Schule) in Niederschelderhütte ein. (by)


Mehr dazu:   Kommunalwahlen 2019  
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