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Nachricht vom 30.01.2019 - 14:16 Uhr    

Fast 12.000 Stunden Ehrenamt: THW Betzdorf hatte Jahrestreffen

11.981 Stunden haben die 62 Helferinnen und Helfer des THW-Ortsverbandes Betzdorf 2018 ehrenamtlich erbracht. Im Vorjahresvergleich gab es einige Einsätze mehr – und auch beim Unwetter an Fronleichnam über Betzdorf und Kirchen waren die heimischen THW-Aktiven. Bei einer Versammlung wurde auch in den Blick gerückt, wie sich das THW bei seiner Neuausrichtung auf neue Bedrohungsszenarien wie IT- oder Stromausfall aufstellt.

Das Helferzeichen in Gold wurde an THW-Helfer Dennis Hegers (rechts) verliehen. Die Auszeichnung nahm Regionalstellenleiter Christian Würker (links) vor. Weitere Geehrte und Ortsbeauftragter Ulrich Weber (hinten, links) stellten sich mit auf. Foto: (tt)

Betzdorf. Rückblick und Ausblick, aber auch die Ehrung verdienter beziehungsweise langjähriger Helferinnen und Helfer standen im Mittelpunkt, als Ortsbeauftragter Ulrich Weber zum THW-Jahrestreffen begrüßte – unter anderem Christian Würker. Er ist der neue Regionalstellenleiter in Koblenz und freute sich darüber, „Zeit mit meiner THW-Familie zu verbringen“. Er war auch gekommen, um Ehrungen vorzunehmen.

Vielfältige Einsätze
Einen umfassenden Überblick über die Einsätze und Aktivitäten im abgelaufenen Jahr gab Ortsbeauftragter Weber. Den ersten Einsatz hatte der Ortsverband des Technischen Hilfswerks Anfang 2018 in Koblenz. Hier war die Gruppe Wasserschaden/Pumpen mit der 15.000-Liter-Pumpe angerückt, weil Wasser des Rheins in eine Baustelle lief. Im Februar waren in Scheuerfeld weder Pumpen noch Notbeleuchtung erforderlich, aber auch hier gingen die Aktiven des THW-Ortsverbandes mit Routine vor: Der Karnevalszug durch den Ort wurde begleitet. Weber berichtete, dass die Zahl der Einsätze im Vorjahresvergleich gestiegen sei – und natürlich waren die Katastrophenhelferinnen und -helfer auch im Einsatz, als es an Fronleichnam über Betzdorf und Kirchen schüttete wie aus Eimern. An jenem Tag im Mai sei in zwei Stunden die anderthalbfache Menge an Wasser vom Himmel gekommen, die erfahrungsgemäß im gesamten Monat Mai regnet, teilte Weber mit.

Mit Feuerwehren, DRK und DLRG war auch das THW Betzdorf im Einsatz – und auch dessen Schwesterortsverbände Siegen und Westerburg rückten mit schwerem Gerät an. Ein Einsatzschwerpunkt sei das Abpumpen eines Flachdaches gewesen, erinnerte Weber. Die THW-Jugend habe zu diesem Zeitpunkt an einem Zeltlager in der Eifel teilgenommen. Aufgrund von Überflutung musste man dort in eine Halle ausweichen, berichtete der Ortsbeauftragte. Die Jugend beteiligte sich beim Zeltlager in Prüm am Landeswettkampf, was Weber bei seinem Bericht ebenfalls mit Fotos untermalte. „Unsere Jugendgruppe hat sich enorm weiterentwickelt“, lobte er und dankte zugleich der Ortsjugendbeauftragten Denise Klaukien.

Der Jahresrückblick skizzierte auch die unterschiedlichen Übungen, die der aus zwei Bergungsgrupppen, einer Gruppe Wasserschaden/Pumpen sowie der Gruppe technische und biologische Ortung bestehende Ortsverband Betzdorf absolvierte. Die Bergungsgruppe hatte sich unter anderem mit der Rettung von Personen von einem Turm und aus einem Schacht beschäftigt. Bei „Siegtal pur“ errichtete der Ortsverband bei Etzbach wieder eine Behelfsbrücke über die Sieg. Weil das Radrennen City-Night in Betzdorf seinem Namen gerecht wird, muss auch für Beleuchtung entlang des Rundkurses gesorgt werden – und auch hier brachte sich das THW mit ein. Wenn zu viel Wasser Probleme bereitet, dann kann das THW unter anderem mit seinen Pumpen helfen – aber auch, wenn im Umkehrschluss viel Wasser benötigt wird: Als eine Moorlandschaft in Meppen brannte, waren zehn Aktive des Ortsverbandes im Einsatz. Für die Löschwasserversorgung wurde über beachtliche sieben Kilometern eine Wasserleitung eingerichtet. Die Aktiven des Ortsverbandes waren in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils eine Woche vor Ort waren. Weber lenkte auch den Blick auf die Ausbildung. In der THW-Unterkunft wurden Helferinnen und Helfer sowie Mitglieder weiterer Hilfsorganisationen im Digitalfunk ausgebildet, von Kreisausbildern der Feuerwehr.

Fast 12.000 Einsatzstunden
Auch die Ausbildung von Kraftfahrern, an der Motorsäge und am Gabelstapler sowie bei der Ausleuchtung großer Einsatzflächen standen auf dem Plan. Die Schulungen sollen auch in diesem Jahr fortgeführt werden. Von einer „willkommenen Abwechslung“ bei der Ausbildung der technischen und biologischen Ortungsgruppe sprach Weber, als er von einem Übungsobjekt in Alsdorf berichtete: Ein Gebäude, das ohnehin auf den Abrissbagger wartete, diente der Schulung.

Einsätze, Grundausbildung, technische Wartung und Pflege: Das alles macht sich nicht von selbst, und so kamen an 242 Diensttagen summa summarum 11.981 Stunden zusammen. Jeder Aktive habe rund 300 Stunden ehrenamtlich geleistet, schaute Weber in die Statistik. Die meisten Stunden erbrachte jedoch Dennis Hegers: 416 kamen bei ihm zusammen. Über 300 Stunden sind es auch bei den weiteren Helfern bis zum fünften Platz: Michael Lokay, Sebastian Marczak, Fabian Marczak und Jens Höfer. „Es ist überzeugend, was der Ortsverband geleistet hat“: Das attestierte Regionalstellenleiter Christian Würker nach dem Jahresbericht – und: „Ein starkes Ergebnis.“ Würker erwähnte Einsätze wie in der Moorlandschaft in Meppen und konstatierte: „Es zeigt, dass wir eingebunden und gebraucht werden.“ 2018 bewegt habe auch die Neuorganisation, mit der die Helferinnen und Helfer sowie die Ausbildung mehr in den Fokus gerückt werden soll.

Er spannte hier den Bogen auch hin zu dem Stichwort „taktisches Einheiten-Modell“. Das sei nicht nur ein Name, es passiere etwas, sagt der Regionalstellenleiter. Damit griff er die Neuausrichtung des THW auf neue Bedrohungsszenarien auf. Es soll eine Fachgruppe N in den Ortsverbänden installiert werden. Der Buchstabe „N“ steht für Stichworte wie zum Beispiel Notversorgung und -strom, teilte Würker mit. Mit dem Aufbau soll Mitte 2019 begonnen werden, informierte Würker. Im Zuge einer Umsetzung bedeutet das für den Ortsverband Betzdorf – einem von bundesweit 668 Ortsverbänden –, dass eine der zwei Bergungsgruppen zur Fachgruppe N wird. Es würden sich Bereiche wie Beleuchtung und Pumpen erweitern, der Schwerpunkt Bergung etwas reduzieren, teilte Würker mit. Die Intention sei es, nach Ereignissen wie zum Beispiel Starkregen oder IT- oder Stromausfall, wie Würker exemplarisch anführte, die Grundversorgung sicherzustellen, also die Grundfunktionen des Zusammenlebens.

Ehrungen für großes Engagement
Würker war auch in die Unterkunft gekommen, um von Ortsbeauftragtem Weber assistiert, Ehrungen vor zunehmen. Das goldene Helferzeichen gab es für Dennis Hegers, das ihm für besondere Verdienste und in Würdigung der steten Einsatzbereitschaft verliehen wurde. Seit vielen Jahren sei Hegers als Führungskraft aktiv, bringe sich in der Jugendarbeit ein und sei eine treibende Kraft der Bergungsgruppe, sagte Weber. Von der Fachausbildung der Jugendgruppe bis zur Einsatzfähigkeit des Atemschutzes, was Hegers ein besonders Anliegen sei, reichte das Spektrum, das Weber anführte. Für zehnjährige Treue als Helferin beziehungsweise Helfer geehrt wurden: Beate Drothen, Sandra Greb, Martin Hassmann, Jens Höfer, Jörg Peters und Manuela Heidrich. Die Geehrten seien zehn Jahre „im Dienst der Humanität" aktiv, heißt es auf der Urkunde, die der THW-Landesbeauftragte Werner Vogt unterzeichnet hat. Die Urkunde überreichte Würker und entrichtete Dank für die aktive Tätigkeit. Im Rahmen der Ehrungen erkannte Ortsbeauftragter Weber auch das Engagement der THW-Helferin Manuela Heidrich an: Heidrich mache vieles für den Ortsverband und den Helferverein.

Würker dankte den Geehrten, aber auch allen weiteren Helferinnen und Helfern, für das Geleistete. So werde zum Beispiel von der Ortsjugendbeauftragten professionelle Arbeit in der Jugendgruppe an den Tag gelegt – und: „Die Jugend ist unsere Zukunft.“ Der Regionalstellenleiter stellte heraus, dass das „Ehrenamt eine ganz wichtige Säule für die Allgemeinheit“ sei. Er betonte den Hilfsgedanken und erkannte an: „Dafür seid ihr da und steht als Anteil in Betzdorf.“ (tt)



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