Werbung

Nachricht vom 06.02.2019    

Wolfssichtung: „Zeit für Realitätssinn und Pragmatismus“

Mit Blick auf die neuerliche Sichtung eines Wolfes am Stegskopf bekräftigt CDU-MdB Erwin Rüddel Forderungen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nach einem effektiven Wolfsmanagement. Für ihn ist es „höchste Zeit für Realitätssinn und Pragmatismus. Die Wolfsbestände müssen auf das für den Artenschutz erforderliche Maß begrenzt werden. Wenn auch überwiegend von der Kontroverse Wölfe und Weidetierhaltung gesprochen wird, muss eines noch ganz deutlich gesagt werden: Auch hier hat die Sicherheit der Menschen absolute Priorität.“

Mit Blick auf die neuerliche Sichtung eines Wolfes am Stegskopf bekräftigt CDU-MdB Erwin Rüddel Forderungen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nach einem effektiven Wolfsmanagement. (Foto: privat)

Stegskopf/Berlin. „Im Zusammenhang mit der erneuten Sichtung eines Wolfes auf dem Stegskopf unterstütze ich nachdrücklich die Bemühungen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei ihrer Forderung nach einem effektiven Wolfsmanagement. Die stetige Zunahme der Wolfspopulation mag Naturschützer erfreuen, bei vielen Menschen, insbesondere bei Weidetierhaltern, schürt das Sorgen und Ängste“, erklärt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Vernünftiger Umgang mit dem Wolf
Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft hat erklärt, dass es sich bei der Weidetierhaltung um eine besonders naturverträgliche Art der Tierhaltung handelt, die für die Landwirtschaft und Tierschützer unverzichtbar ist. „Wir sind uns darüber einig, dass die Rückkehr des Wolfes nicht dazu führen darf, dass weniger Tiere im Freien gehalten werden können. Das könnte in der Konsequenz dazu führen, dass in bestimmten Regionen die Weidetierhaltung eingestellt werden muss“, so Julia Klöckner. Artenschutz, so die beiden Christdemokraten unisono, sei wichtig, deshalb seien präventive Maßnahmen wie effektive Zaunbauten als auch Entnahmemöglichkeiten zwei Seiten einer Medaille. Aber der Mehraufwand für Sicherungsmaßnahmen müsse den Tierhaltern entschädigt werden. „Auf Bundesebene ist es uns wichtig, einen Beitrag zum vernünftigen Umgang mit dem Wolf unter Berücksichtigung der Interessen der Weidetierhalter und der Jagd auf Augenhöhe zu erreichen“, lässt die Bundesministerin wissen.

Ein besonderes Anliegen sei dabei die öffentliche Sicherheit. Hier müssten klare Regeln geschaffen werden, die eine Gefahr für Menschen durch verhaltensauffällige Wölfe ausschließen. Erwin Rüddel weist darauf hin, dass sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt wurde, dass die Sicherheit der Bürger obersten Vorrang hat. Im Koalitionsvertrag heißt es ganz konkret: „Wölfe, die einmal Weidezäune überwunden haben, sollen entnommen werden können.“

Herausforderung für die Weidetierhaltung
Nach derzeitigen Entwicklungen werde mit einem weiteren jährlichen Zuwachs von 30 Prozent gerechnet. Dieser herausragende Erfolg für den Artenschutz fordere insbesondere die Weidetierhalter heraus. „Immer wieder greifen Wölfe Nutztierherden an und reißen vor allem Schafe und Ziegen. Im Jahr 2016 wurden so mehr als 1000 Nutztiere durch Wölfe gerissen“, informiert der heimische Abgeordnete. Grundsätzlich sei die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland begrüßenswert. Für den Anstieg der Wolfspopulation entscheidend seien sowohl eine ausreichende Nahrungsgrundlage als auch ein Rückzugsgebiet zur Aufzucht des Nachwuchses. „Jedoch dürfen mehr Wölfe und deren umfassender Schutz nicht zu weniger Nutztierhaltung im Freien führen. Die Weidehaltung trägt zum Tierschutz und zum Erhalt von Grünland bei und ist insbesondere für ökologisch wirtschaftliche Betriebe relevant“, konstatiert Rüddel.



Da der Wolf keine natürlichen Feinde hat, werde seine Population nur vom verfügbaren Nahrungsangebot, Krankheiten und anderen Ereignissen wie Verkehrsunfällen begrenzt. In Europa ernähre sich der Wolf vor allem von Wild. Immer wieder komme es aber auch zu Übergriffen auf Nutztierherden. „Dafür sind Präventionsmaßnahmen notwendig. Im Umgang mit dem Wolf muss für alle Beteiligten eine sachgerechte Lösung gefunden werden, die ökologisch sinnvoll und gesellschaftlich akzeptiert ist“, ergänzt der Abgeordnete.

Millionen-Investitionen nötig
Zudem verweist Rüddel auf ein vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördertes Forschungsprojekt, demzufolge sich nach ersten Schätzungen bei einer deutschlandweiten Ausbreitung des Wolfes ein zusätzlicher Materialbedarf für die Absicherung mit Herdenschutzzäunen deutschlandweit von rund 26.500 Kilometer Zaun mit Investitionskosten von etwa 16,4 Millionen Euro, nur die Schafhaltung betreffend, ergeben. Für eine deutschlandweite Absicherung würden rund 17.150 Herdenschutzhunde benötigt. Hierfür würden die Anschaffungskosten rund 51,4 Millionen Euro betragen. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurden für Nutztiere, die von Wölfen getötet wurden, knapp 135.140 Euro Ausgleichzahlungen im Jahr 2016 geleistet. Die Aufwendungen für Präventionsmaßnahmen betrugen für 2016 dem BfN zufolge 1.100.963 Euro.

„Im besonderen Fokus auf die Wolfspopulation ist es höchste Zeit für Realitätssinn und Pragmatismus. Die Wolfsbestände müssen auf das für den Artenschutz erforderliche Maß begrenzt werden. Wenn auch überwiegend von der Kontroverse Wölfe und Weidetierhaltung gesprochen wird, muss eines noch ganz deutlich gesagt werden: Auch hier hat die Sicherheit der Menschen absolute Priorität“, bekräftigt Erwin Rüddel. (PM)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Daaden-Herdorf auf Facebook werden!


Kommentare zu: Wolfssichtung: „Zeit für Realitätssinn und Pragmatismus“

4 Kommentare
Sehr geehrter Herr Röder,

wofür der Wolf heimisch werden soll ? Welches Tier bringt dem Menschen Nutzen ? Massentierhaltung von Schweinen, Hühner , Kühen , sind das die Tiere die uns einen Nutzen bringen ? Der Wolf war schon immer heimisch , nur der Mensch , übrignes das schlimmste Raubtier , meint er können über alles herrschen und bestimmen . Ich denke es wird noch Wölfe geben , wo es seit Jahren keinen Menschen mehr gibt . Der Mnesch ist nicht nur gefährlich ,sondern auch dumm wie Stroh , denn kein Tier dieser Welt würde seine Umwelt zerstören, und so egoistisch denken und handeln wie der Mensch .
#4 von Ingo Wittenberg, am 08.02.2019 um 11:08 Uhr
Was eine Wolfssichtung doch auslösen kann... Die einen haben jetzt schon die Kanone griffbereit, andere verfallen in die Wolfsromantik. Es ist ein Raubtier, nicht mehr und nicht weniger. Und der Mensch steht definitiv nicht auf dem Speisezettel.Wie denn auch, denn 95% werden nie einen Wolf zu Gesicht bekommen.Wer und Wie legt man denn die Parameter fest, ab wann ein Wolf gefährlich ist? Ist das passieren einer Ortschaft in 500m Entfernung auffällig, oder bei einem Abstand von fünf Kilometer?! Lezteres ist schwerlich vom Wolf einzuhalten. Sollte die Population stark ansteigen, kann man immer noch Maßnahmen treffen, denke ich.Und es ist gut und richtig, wenn Herdenhalter finanziell unterstützt werden. Sorgen sollte man sich im Moment aber eher wegen der hohen Anzahl von Wildschweinen und dem gefährlichsten Tier in unserem Breitengrad,der Zecke...
#3 von F.Albrecht, am 07.02.2019 um 11:23 Uhr
Eine Begrenzung der Wölfe durch den Menschen ist m.E.nicht erfoderlich-Der Wolf hilft
auch bei der Regulierung der Tierbestände, deren Population zu groß wird.Hier wird wieder mal zu viele "Tara" gemacht...Wölfe greifen sich nur Nutztiere, wenn man sie ihnen direkt aufs Tablett serviert, z.B.diese Tiere direkt in der Nähe eines Waldes grasen läßt-Man sollte wieder umdenken, dann etwas für den Schutz der Nutztiere tuen anstatt in der Gegend herum zu ballern.Hier wird m.E.wieder eine Lobby bedient...!!!
Einfach zu sagen "Wölfe sind überflüssing" ist eine unqualifizierte Aussage man könnte dies ja dann auch über andere Dinge sagen....Das Abschißen des Wolfes ohne erkennbaren Grund sollte bestraft werden, der Mensch ist verpflichtet die Natur,einschließlich der darin befindlichen wilden Tiere zu hegen und pflegen.....
#2 von Larenberg@gmx.de, am 07.02.2019 um 10:00 Uhr
Dieser Finanzielleraufwand und die Herdensicherung nur damit der Wolf heimisch wird und andere Tierarten vor ihm geschützt werden. Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Zumal das erst die Momentaufnahme ist. Wo endet das alles? Wofür muss der Wolf eigentlich wieder heimisch werden? Der Wolf bringt keinen Nutzen für unser Land. Es gibt genügend Gebiete, in Europa, wo er freier Leben kann als bei uns. Durch das Aufstellen von Zäunen, im Moment 26.500 km, grenzen wir andere Tierarten in ihrer Bewegung ein. Wir Grenzen uns aber auch selbst von diesen umzäunten Gebieten aus. Welch eine Ironie! Den Geschädigten muss ein finanzieller Ausgleich gezahlt werden denn Sie haben den Wolf nicht gerufen. Es ist aber erstaunlich welche Mittel, so schnell bereitgestellt werden können aber auf der anderen Seite können wir vielen armen Menschen, in unserem Land, nicht ausreichend helfen.

#1 von Michael Rödder, am 06.02.2019 um 22:44 Uhr

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Bald öffentlicher Videochat zwischen heimischen SPD-Abgeordneten

Region. Laut Ankündigung soll es in dem virtuellen Treffen um Diedenhofens Start als Bundestagsabgeordneter gehen. Außerdem ...

Kita St. Elisabeth Birken-Honigsessen: Wolken-Kinder können einziehen

Birken-Honigsessen. Anlässlich der Fertigstellung des Erweiterungsbaus der Kita St. Elisabeth in Birken-Honigsessen konnte ...

Corona in Rheinland-Pfalz: Mehr Impfen, mehr Testen und mehr 2G

Impfangebote ausweiten – Boostern forcieren
„Entscheidend bleiben Erst und Zweitimpfungen für bisher Ungeimpfte; aber auch ...

Kauf von Luftfilteranlagen soll (erst) vor Weihnachten entschieden werden

Altenkirchen. Die Experten sagten es schon vor vielen Wochen voraus: Der Zuwachs an Neuinfektionen mit dem Corona-Virus wird ...

Marienthaler Forum plant „Samstagsgespräche“

Seelbach bei Hamm. Die „Marienthaler Samstagsgespräche“ werden aus gutem Grund im früheren Waldhotel in Marienthal stattfinden. ...

Lesung der Tibet-Freunde Westerwald in Betzdorf gab China-Kritiker eine Stimme

Betzdorf. Er ist die authentische Stimme Tibets, der 1986 geborene Schriftsteller und Blogger Shokjang, Sohn einer einfachen ...

Weitere Artikel


Zwischen Tradition und Innovation: Alexander Graf von Hachenburg

Limbach. Organisator Ralph Hilger stellte erfreut fest, dass „mehr Menschen als Limbach Einwohner hat“ gekommen seien. Die ...

Prunksitzung ausverkauft: Oberlahr hat weitere närrische Termine

Oberlahr. Die beliebte Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft (KG) Oberlahr e.V. am 22. Februar ist ausverkauft. Allerdings: ...

Altenhilfe: Wechsel in Geschäftsführung und Aufsichtsrat

Altenkirchen/Kreisgebiet. Im Februar 2017 trat Werner Dumke seine zweite Amtszeit als Geschäftsführer der Evangelischen Altenhilfe ...

25 Jahre im Lummerland: Petra Studzinski hatte Dienstjubiläum

Wissen. Seit einem Vierteljahrhundert ist Petra Studzinski als Erzieherin ein unverzichtbarer Teil des Teams der kommunalen ...

GEW-Kreisvorstand im Gespräch mit dem Landrat

Altenkirchen. „Noch mehr Engagement bei der Errichtung von Ganztagsschulen“. In diesem Wunsch waren sich Landrat Michael ...

Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen besuchte Krapkowice

Wissen/Krapkowice. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Orchesters Deta Krapkowice reisten rund 30 Musikerinnen und Musiker ...

Werbung