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Nachricht vom 13.03.2019    

Brandbrief nach Berlin: Verwaltungschefs fordern Hilfe bei ärztlicher Versorgung

Die Unterzeichner des Appells an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind sich einig: Sie sehen die ärztliche Versorgung im Landkreis Altenkirchen in Zukunft keinesfalls als gesichert an. Sie möchten mit dem Brief auf die schwierige Situation im Kreis aufmerksam machen und erhoffen sich dringend Unterstützung bei der Sicherung der ärztlichen Versorgung, insbesondere für die (noch) praktizierenden Ärztinnen und Ärzte vor Ort.

Appellieren gemeinsam an den Bundesgesundheitsminister zur Sicherung der ärztlichen Versorgung im Kreis Altenkirchen: (sitzend, von links) Bernd Brato, Michael Lieber und Jennifer Siebert, (stehend, von links) Dietmar Henrich, Maik Köhler, Fred Jüngerich, Michael Wagener, Wolfgang Schneider und Rolf Schmidt-Markoski. (Foto: Kreisverwaltung)

Altenkirchen/Kreisgebiet. Die ärztliche Versorgung im Landkreis Altenkirchen ist das Thema, das die Menschen derzeit am meisten bewegt. Schließlich geht es um ihre Gesundheit und eine gute Versorgung vor Ort. In der regionalen Politik ist es angekommen. Doch ein unflexibles Gesundheitssystem, gesetzliche Vorgaben und Bürokratie für die Mediziner lassen nur geringe Einflussmöglichkeiten für die Kommunen selbst. Daher wenden sich die hauptamtlichen Bürgermeister der sieben Verbandsgemeinden auf Vorschlag von Landrat Michael Lieber mit einem gemeinsamen Appell aus dem Landkreis Altenkirchen an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Ärzte, die da sind, brauchen Entlastung
Die Politiker wissen, dass die Ärzteschaft im Landkreis Altenkirchen bereits jetzt am Limit arbeitet und dass durch den hohen Nachbesetzungsbedarf bis 2023 die Versorgung nicht mehr zu gewährleisten sein wird. Deshalb fordern die Bürgermeister und der Landrat in ihrem Brief dringend und zeitnah Lösungen, wie die Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung für die Menschen in den nächsten Jahren sicher gelingen kann. Vor allem, so die Politiker aus dem AK-Land, müssen die noch verbleibenden Ärzte so weit wie möglich entlastet werden, damit sie sich ihrer eigentlichen Aufgabe widmen können: der medizinischen Versorgung der Menschen vor Ort.

Laut dem aktuellen Kreisatlas zur Vertragsärztlichen Versorgung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz kann die medizinische Versorgung der Bevölkerung derzeit nur deshalb im Landkreis als gesichert gelten, weil viele Ärzte zugunsten der Versorgung ihrer Patienten enorme Arbeitsbelastungen auf sich nehmen und zum Teil bis ins hohe Alter hinein praktizieren.



Dringender Handlungsbedarf auf allen Ebenen
Die Absender erbitten im Brief ein Gespräch im Bundesministerium für Gesundheit, um Lösungsstrategien zu finden. Sie sind sich sicher, dass der ärztlichen Notstand im Landkreis Altenkirchen nur noch im gemeinsamen Schulterschluss von regionaler Politik, Akteuren vor Ort und den Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der Landes- und Bundespolitik verhindert werden kann.

Die Kreisverwaltung arbeitet am Thema ärztliche Versorgung bereits seit 2014 aktiv. Das Expertengremium Hausärztliche Versorgung und das Netzwerk „Ärztliche Versorgung im Landkreis Altenkirchen“ wurden ins Leben gerufen, der Kreis ist Mitglied im Gesundheitsregion KölnBonn e. V. und bespricht das Thema regelmäßig bei den Runden Tischen mit den Verbandsgemeinden. Zudem wurde eine Famulaturförderung des Kreises eingerichtet, es werden Vorträge an Universitäten und Kliniken gehalten und Werbemaßnahmen betrieben, um neue Landärzte für das Kreisgebiet zu gewinnen. Um die Ärzte in der Region in den nächsten Jahren in ihrer täglichen Arbeit zu entlasten, plant der Landkreis Altenkirchen gemeinsam mit dem Foschungskolleg der Universität Siegen und der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland ein Projekt zur Ausweitung der Tätigkeiten der Nichtärztlichen Praxisassistentinnen unter Einbezug digitaler Aspekte. (PM)


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Kommentare zu: Brandbrief nach Berlin: Verwaltungschefs fordern Hilfe bei ärztlicher Versorgung

2 Kommentare
Suche Hausarzt im Raum Altenkirchen:
Wegen Renteneintritt des bisherigen Hausarztes in Flammersfeld wird neuer Hausarzt gesucht.

Biete freundliche Krankenkasse....,keine Einmischung der kassenärztlichen Verunreinigung....,noch gute Gesundheit und keine schwerwiegenden Erkrankungen.
#2 von Rainer Walkenbach, am 15.03.2019 um 10:28 Uhr
Was stimmt nicht? Warum muss der Landrat mit den Chefs der VGs einen Brandbrief schreiben? Laut Aussage der Ministerin und der KV ist doch alles nicht so schlimm, welch Widerspruch! Alle, die Verantwortung tragen, sind Privatpatienten, ich übrigens auch. Zweiklassenmedizin wird geleugnet, wer schon mal in Burbach im MVZ gesessen hat als Privatpatient und erfährt, weil man die Telefonate mithören kann, wie Kassenpatienten mit Terminen von 6-9 Monaten oder fahren sie doch nach Koblenz oder Limburg, abgespeist werden, unglaublich! Die kranken Menschen brauchen jetzt Hilfe, haben eine Überweisung ihres Hausarztes. Hausarzt, das war das Thema, wenn der kleine Mann dieses Trauerspiel verfolgt ist Politikverdrossenheit die Folge, die niemand mehr wundern muss. Dabei hat der Obmann der Ärzte Dr. Kohlhaas aus Gebhardshain schon vor Jahren darauf hingewiesen, aber die Politik hat es wie immer verschlafen. Ist auch alles immer nicht so vorhersehbar, Ärztemangel, Lehrermangel, zu wenig Polizisten und und und. Gute Nacht Deutschland.
#1 von Schiep Stephan, am 14.03.2019 um 19:33 Uhr

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