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Nachricht vom 26.03.2019    

Theodor-Maas-Preis: Anna Culmann analysierte Krankenhausseelsorge

In einem ganz besonderen Rahmen und durch den Enkel des Namensgebers persönlich wurde der „Theodor-Maas-Preis 2019“ des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen an eine Schülerin und zwei Schülergruppen vergeben. Superintendentin Andrea Aufderheide und Pfarrer Theodor Maas – Enkel des Namensgebers und Klinikseelsorger im Kirchenkreis Aachen – überreichten die Geldpreise und Urkunden an die engagierten Schüler.

Gleich zwei Preise des Theodor-Maas-Preises 2019 gingen an eine Schülerin und eine Schülergruppe des Freiherr-vom-Stein Gymnasium Betzdorf-Kirchen. Der Enkel des Namensgebers, Pfarrer Theodor Maas (vorne links) überreichte den Preis. Abiturientin Anna Culmann (2. von links) begeisterte die Jury bereits vor zwei Jahren. Ihre Arbeit wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Schulpfarrer Martin Haßler als begleitender Lehrer (hinten links) freute sich mit der Schülerin ebenfalls über den Erfolg der Schülergruppe der Jahrgangsstufe 9. (Foto: Petra Stroh)

Altenkirchen/Kreisgebiet. In einem ganz besonderen Rahmen und durch den Enkel des Namensgebers persönlich wurde der „Theodor-Maas-Preis 2019“ des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen an eine Schülerin und zwei Schülergruppen vergeben. Am Festtag der Kirchengemeinde Altenkirchen, die ihr frisch renoviertes Gemeindezentrum „Forum“ nach dem ehemaligen Altenkirchener Gemeindepfarrer in „Theodor-Maas-Haus“ umbenannte, wurde der Preis vor „großer Kulisse“ überreicht. Schulpfarrer Thomas Rössler-Schaake (BBS Wissen) moderierte die Verleihung. Rössler-Schaake ist ebenso wie Pfarrerin Barbara Kulpe (Vorsitzende des synodalen Schulausschusses) und Ausschussmitglied Ute Marx-Schierhorn (Grundschule Gebhardshain) Mitglied der Jury für den Theodor-Maas-Preis. Ute Marx-Schierhorn stellte als Laudatorin auch die jungen Preisträger und ihre vielgestaltigen Arbeiten dem Altenkirchener Publikum vor.

Geldpreise und Urkunden
Superintendentin Andrea Aufderheide und Pfarrer Theodor Maas – Enkel des Namensgebers und Klinikseelsorger im Kirchenkreis Aachen – überreichten die Geldpreise und Urkunden an die engagierten Schüler. Begleitet wurden die Ausgezeichneten von ihren Religionslehrern, Eltern, weiteren Lehrkräften des Gymnasiums Betzdorf und der Fachoberschule Altenkirchen, sowie den Schulleiterinnen Doris John (August-Sander-Realschule) und Ursula John (Leiterin der FOS in Altenkirchen).

Der „Theodor-Maas-Preis“ des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen wurde 2017 erstmals ausgelobt und wird für besondere Leistungen im Fach „Evangelische Religion“ verliehen. Er erinnert an Pfarrer Theodor Maas, der von 1921 bis zu seinem Tod im Jahr 1943 Pfarrer in Altenkirchen war. Als Pfarrer der „Bekennenden Kirche“ und selbst jüdischer Abstammung war er Anfeindungen und roher Gewalt ausgesetzt. Pfarrer Maas hat, nachdem evangelischer Religionsunterricht in manchen Schulen unmöglich geworden war, versucht, in Privathäusern weiterhin Religionsunterricht zu erteilen. Der mit 200 Euro ausgestattete Preis soll regelmäßig die Schüler-Projekte aller Schulformen würdigen. „Damit soll die wichtige Bildungsarbeit des Religionsunterrichts herausgestellt werden. Lehrkräften und ihren Schülern will er Mut machen, im Fach Evangelische Religion neue und spannende Wege zu gehen“, unterstrich Pfarrer Thomas Rössler-Schaake in seiner Ansprache. Nicht zuletzt wolle der Preis auch für ein Studium der Evangelischen Theologie werben.

Der Preis geht nochmal an Anna Culmann
2017 erhielt die Anna Culmann aus Herdorf, damals Schülerin der MSS 12 des Freiherr-vom Stein-Gymnasiums Betzdorf-Kirchen, den ersten „Theodor-Maas-Preis“ für ihre Arbeit „Kirchenpolitik und christliches Bekenntnis 1933. Die Sportpalastrede des Gauobmanns Dr. Krause und ihre weit reichenden Auswirkungen.“ Und Anna Cullmann, die gerade ihr Abitur bestanden hat, erhielt auch in diesem Jahr den Preis. Ihre aktuell prämierte Arbeit ist eine Jahresarbeit mit dem Titel: „Was heißt situationsbezogene Seelsorge im Krankenhaus?“ und wurde – neben der maximalen Punktleistung als „Besondere Lernleistung“ im Abitur – auch mit dem neu eingerichteten „Abiturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland“ ausgezeichnet. Anna Culmann stützt ihre Arbeit auf eigene Erfahrungen in einem Praktikum zur Krankenhausseelsorge im DRK-Klinikum Kirchen im Sommer 2017, auf Interviews mit drei evangelischen Seelsorgenden in Kliniken in Kirchen, Altenkirchen und Siegen, sowie auf eine intensive Literaturarbeit, die sie mit den genannten Erfahrungen und Gesprächen verknüpfte. Schulpfarrer Martin Haßler als begleitender Religionslehrer sagte: „Anna Culmann ist zu wünschen, dass sie sich auf der Basis ihrer hier geleisteten Arbeit dem Thema und den Menschen weiter widmet!“

Anna Culmann hatte zunächst die Rolle und Aufgabe der Seelsorge im Krankenhaus untersucht und sich anschließend auf das Gefühl der Angst in medizinisch-psychologischer Perspektive konzentriert, da die Angstbewältigung eine zentrale Aufgabe bei vielen Krankenhausaufenthalten darstellt. „Auf diese Aufgabe hin entfaltet die Verfasserin nun die speziellen Leistungen und Herausforderungen der Seelsorge in spezifischen Situationen, wie zum Beispiel Herzinfarkt oder das Warten vor einer ungewissen Diagnose, und vollzieht abschließend pastoralpsychologische Reflexionen zur Rolle des Seelsorgenden!“

Referat über Martin Luther King
Justus Faber (Kirchen), Ben Höse (Niederfischbach), Merlin Korte (Freudenberg) und Maximilian Richter (Daaden), Schüler der Klasse 9sp am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Betzdorf-Kirchen, erarbeiteten sich selbständig das Thema „Martin Luther King und seine Methode des gewaltfreien Kampfes für Gerechtigkeit“ für ein Referat im Evangelischen Religionsunterricht. Sie verknüpften dieses Thema mit dem Filmsong „Glory“ aus dem Martin-Luther-King-Film „Selma“, der im Weihnachtskonzert des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums 2018 aufgeführt wurde.

„Für Schüler der neunten Klasse ist es besonders bemerkenswert, mit welcher Beharrlichkeit die vier sich des Themas angenommen und zu einem kompakten Abschluss vor ihrer Klasse und anschließend dem Konzertpublikum gebracht haben. Dabei mussten sie komplexe Zusammenhänge erschließen, amerikanische Zeitgeschichte sowie aktuelle Politik verstehen und teilweise englische Texte in ihrer Bedeutung entschlüsseln“, hob Schulpfarrer Martin Haßler hervor, der das Projekt in seinem Unterricht betreute.

Gefährlich: „Alternative Fakten“
Jonathan Held, Dimitri Gorst, Christian Konradi, Finn Julien Vohl von der Fachoberschule „Gestaltung 2018“ an der Realschule Plus Altenkirchen, erarbeiteten im Rahmen der Unterrichtsreihe „Okkultismus und Betrug“ im November 2018 einen Video-Beitrag zum Thema „Fake-News“. Inhaltlich ging es um UFO-Phänomene. Mitschülerin Ekatherina Obloginski unterstützte die Filmgruppe im Bereich „Kostüm“. „Inhaltlich besteht eine Parallele zu den Ereignissen um Theodor Maas – „fake news“ hinsichtlich der Umstände seines Todes –, die deutlich macht, wie schnell „alternative Fakten“ gefährlich werden können“, unterstreicht Schulpfarrer Thomas Rössler-Schaake einen wichtigen Ansatz der Schülerarbeit. (PES.)


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