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Nachricht vom 30.03.2019    

Pioniere verabschiedet: Erste IGS-Abiturienten erhielten Zeugnisse

Einmal ist immer das erste Mal: Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Betzdorf-Kirchen verabschiedete ihren ersten Abiturjahrgang. Mit Ehrgeiz und Zielstrebigkeit haben die Pioniere der IGS umfangreiche Kompetenzen für ihren neuen Lebensabschnitt geschaffen, was von Lehrern und Ehrengästen entsprechend gewürdigt wurde.

Landrat Michael Lieber hat Buchpreise überreicht an Salomé Michelel Weckerlein und Gizem Sarikaya (von links). (Foto: by)

Betzdorf. Eine Premiere bei der Integrierten Gesamtschule (IGS) Betzdorf-Kirchen: Zum ersten Mal verabschiedete die Schule am Freitag (29. März) Abiturienten der vor drei Jahren eingerichteten Oberstufe. Die Nervosität vor der feierlichen Abiturentlassfeier in der Stadthalle in Betzdorf war offensichtlich aber ganz unnötig. Mit Ehrgeiz und Zielstrebigkeit haben die Pioniere der IGS umfangreiche Kompetenzen für ihren neuen Lebensabschnitt geschaffen, was von Lehrern und Ehrengästen entsprechend gewürdigt wurde. Zusätzlich konnten sechs Preisträger, unter anderem für vorbildlichen Einsatz in der Schule sowie für sehr gute Leistungen in verschiedenen Fächern ausgezeichnet werden.

Eine unbekannte Reise
Schulleiterin Betty Berg-Bronnert begrüßte die Gäste mit einem Gedicht von Goethe – „Vom Eise befreit“ – und nahm die Verse über die Sonne darin als Parallele zu den festlich gekleideten jungen Menschen: „Doch an Blumen fehlt es im Revier, sie nimmt geputzte Menschen dafür“. Die Schulleiterin dankte den Eltern, die der neuen Schulform ihr Vertrauen geschenkt hatten, für neun Jahre konstruktive Zusammenarbeit, dem Förderverein, der nicht nur in finanzieller Hinsicht unterstützt habe, und den Kollegen, die sich vor neun Jahren mit auf eine unbekannte und spannende Reise begeben hätten. Die Schüler seien mit Engagement ihren Weg gegangen und hätten gezeigt, dass sie etwas besitzen, was man nicht in Punkten ausdrücken könne, nämlich soziale Kompetenz.

Die Stammkursleiter griffen das Motto der Abiturienten auf: „ABIcetamol - der Schmerz hat ein Ende“. Als Stationsärzte hätten sie ihre Patienten in verschiedenen Gruppen und Studien versucht zu heilen. Sowohl die Kursarbeit als Medikament zur Heilung des Morbus Historicus, die nicht geschriebenen Hausaufgaben, die den Schmerz vergrößerten (Thomas Bauer, Stammkursleiter Geschichte), der Morbus Soziologicus, der auf die anvisierte Behandlung nicht reagierte (Sebastian Laux, Stammkurs Soziologie) oder auch die Therapie des Morbus Geographicus (Matthias Schneider, Stammkurs Geographie), sowie die Studienfahrt nach Wien oder der Anstieg zur Bindweide und zum Barbaraturm – „Wir wollen die Welt erobern- aber mit möglichst wenig körperlicher Anstrengung“) –, die Reden sorgten für größte Erheiterung. Die Stufensprecher Anna Koch und Florian Wahl sahen sich und die Mitschüler als Versuchskaninchen und lobten ihre Lehrkräfte, für die immerwährende Geduld.

Der Landrat gratulierte
In acht unterschiedlichen Schulen des Landkreises ist es möglich das Abitur zu absolvieren, so Landrat Michael Lieber in seiner Gratulation. Er forderte die Jugendlichen dazu auf, die Heimat nicht zu vergessen und, wenn es die Infrastruktur ermögliche, zurückzukommen. Dass für die Mediziner beste Aussichten bestünden, dass hätten ja schon die Stammkursleiter in ihrer tollen Präsentation vermittelt.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen, Maik Köhler, gratulierte ebenfalls, stellvertretend auch für die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain, und auch Kirchens Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen: „Heute öffnen sich ihnen viele Türen in die Welt. Es ist ein Zeitpunkt der Freiheit der sich heute für sie entschließt, eine Weichenstellung für den nächsten entscheidenden Lebensabschnitt.“

„Wir waren die Ersten!“
Bernd Schäfer, bei der Feier mal nicht als Sprecher des Schulelternbeirates, sondern als Vater eines Absolventen, parodierte Schlemihl, den Händler aus der Sesamstraße („Hey psst, willst Du 'ne Acht kaufen?"), brachte zwar keine Acht, dafür aber eine große Eins mit. Die wollte er nicht verkaufen, sondern psst … verschenken. „Alles was hier gelaufen ist, wir waren die Ersten!“ Micha Haubrich, der Sprecher der Schülervertretung, war sich sicher, dass die Abiturienten auch das nächste Etappenziel, Studium oder Ausbildung, mit Unterstützung ihrer Familie schaffen würden. Das Schlusswort sprach MSS-Leiter Martin Walter: „Das Abitur wird auch an der IGS keinesfalls verschenkt, sondern es wird Leistung verlangt, wie auch in verschiedensten Statistiken ersichtlich.“

Für das Rahmenprogramm sorgten die Bläserklasse, die Schüler- und Lehrerband. Der Musikkurs hatte einen Sprechgesang eingeübt: „Abitur ist Stress pur“. Und der Abi-Chor rundete das Programm zum Schluss mit zwei Liedtiteln ab. (by)


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