Werbung

Nachricht vom 30.03.2019    

Rücksicht auf Brut- und Setzzeit nehmen und Frühblüher genießen

Langsam nimmt der Frühling Fahrt auf und am zunehmenden Gesang der Vögel merkt man, dass um Nestreviere und Partner geworben wird. Bei den ganzjährig hier bleibenden Arten ist teilweise schon ein Nest gebaut oder es brüten bereits erste Vögel auf gelegten Eiern. Manche, wie sehr früh aktive Eulen, mögen bereits in geschützten Höhlen frisch geschlüpfte Jungvögel füttern. Andere ziehende Vogelarten wie Kuckuck und Sumpfrohrsänger sind derweil noch lange nicht hier. Im Frühling hat man manchmal den Eindruck, dass fast über Nacht bunte Blütenteppiche entstehen, vor allem in Wäldern. Bitte versorgen Sie sich für Ihre Gärten nicht mit Pflanzen aus der Natur. Sie werden für die dortige Lebensgemeinschaft gebraucht.

Der abgebildete Höckerschwan findet scheinbar an der Westerwälder Seenplatte im nördlichen Rheinland-Pfalz sehr gute Bedingungen vor, weswegen die Art hier auch in einer hohen Dichte vorkommt. Mit 7-15 kg Körpergewicht ist der Höckerschwan eine der schwersten flugfähigen Vögel der Erde. Als „A380“ der Vogelwelt braucht die Art eine entsprechend lange Startbahn. Er kann nicht wie die meisten Vögel direkt auffliegen. Fotos: NI

Westerwald. Auch bei den Säugetieren gibt es sehr frühaktive Arten wie das Wildschwein, das jetzt im zeitigen Frühling die Frischlinge wirft und andere Arten wie der Siebenschläfer, der noch weitgehend inaktiv ist. Der Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) ruft deshalb dazu auf, beim Wandern durch die Natur und dem Aufenthalt in Park und Garten behutsam zu beobachten und Rücksicht auf die brütenden Tiere zu nehmen. Denn in der Phase der Nestwahl sind die Tiere sehr vorsichtig und leicht zu verscheuchen. Die Fortpflanzungsstätte muss vor allem eins sein: sicher.

Haben Vögel das Gefühl, dass ihnen bei dieser Nestbauphase hinterhergeschaut wird, wird das begonnene, ja teils schon bebrütete Nest wieder aufgegeben und es wird ein sicherer Ort gesucht. „Wir bitten daher darum, den Nistbereich besonders zu respektieren und sich dort weder häufig aufzuhalten, noch die Tiere beim Nestbau aus der Nähe zu fotografieren oder ihnen auch nur intensiv dabei zuzusehen“, erklärte Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI. Die meisten Wirbeltiere registrieren es sehr wohl, wenn sie beobachtet werden. Auch sollten in der Natur die Wege nicht verlassen werden.

Die teils beeindruckende Blütenpracht in unseren Wäldern erklärt Immo Vollmer: „Den Anfang der farbenfrohen Waldaspekte macht bei uns das auch aus den Gärten bekannte (Kleine) Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Frostschutzmittel in Blättern und Blüte macht es unempfindlich gegen die jetzt noch häufigen Wintereinbrüche. Das Schneeglöckchen gilt zwar nicht in Gesamt-Deutschland als urheimisch, ist jedoch mittlerweile in ganz Deutschland in Wäldern mit basenreichen frischen Böden, also vor allem Auwäldern eingebürgert. Ihm folgt der teils auch als Großes Schneeglöckchen bezeichnete Märzenbecher (Leucojum vernum). Nur selten finden sich noch Vorkommen, die weiße Blütenteppiche bilden. Zeitgleich kann hier und da der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) blaue Waldböden bilden, es folgen im April lila Teppiche des Lerchensporns (Corydalis), oft wechselnd mit wiederum weißen Teppichen des Buschwindröschens (Anemone nemorosa), Gelben Flächen mit blühenden Scharbockskrauts (Ficaria verna) oder Hoher und Echter Schlüsselblume (Primula elatior und P. veris), duftende weiße Waldböden mit Bärlauch (Allium ursinum) oder im atlantisch beeinflussten Westen Deutschlands selten blaue Decken mit dem Hasenglöckchen (Scilla non-scripta). Diese Blühaspekte können schon recht beeindruckend sein.

Wer früh starten möchte, muss „vorplanen“. Meist sind es Zwiebel- und Knollenpflanzen, die schon im Vorjahr die Nährstoffe für die Blütezeit gespeichert haben und meist schon Blüte und Blatt im Schutz dieser Organe vorgebildet haben. Bei steigenden Temperaturen können diese in kurzer Zeit nach oben geschoben werden. Dann sind diese Blütenteppiche auch erste Nahrung für Bienen und andere Insekten, die diese Pflanzen bestäuben.“

Die Zeit nach der Blüte bis zur Vollbeschattung ist natürlich auch wieder intensiv zu nutzen. Es sind wieder Nährstoffe zu speichern, neue Tochterzwiebeln oder Knollen zu bilden und am Ende die Früchte auf die Reise zu schicken.

Als Postboten nutzen viele Geophyten übrigens Ameisen. Als Gegenleistung für eine gewisse Transportleistung werden bei diesen Pflanzen dann für Ameisen wohlschmeckende Anhängsel an den Samen gebildet, „Elaiosomen“ im Sprachgebrauch der Botaniker. Da die Ameisen nichts vor Ort verzehren, sondern erst einmal in Richtung Bau schleppen, ist diese Verbreitungsform recht effektiv.

Ein abschließender Tipp vom Biologen Immo Vollmer für die Gärtner: „Um den Blütenteppich auf dem heimischen Rasen zu erhalten und zu vergrößern, warten Sie möglichst lange mit dem ersten Rasenschnitt oder erzeugen Sie ein Mosaik aus genutzten Rasenflächen und bunten Wiesenflächen, die erst spät, teils im Juni, Juli oder sogar August erstmals gemäht werden. Nicht nur die Schneeglöckchen, sondern eine Vielzahl mittlerweile bedrohter Blütenpflanzen und Insekten werden Ihnen das danken.“ (PM)


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Selters auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   


Kommentare zu: Rücksicht auf Brut- und Setzzeit nehmen und Frühblüher genießen

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Mehr Corona-Fälle zum Wochenbeginn – weitere Schule betroffen

Die Kreisverwaltung Altenkirchen informiert am Montag, 23. November, über die jüngsten Entwicklungen der Corona-Pandemie im Kreis: Es gibt am Montag 13 laborbestätigte Neuinfektionen. Damit sind seit Beginn der Pandemie 1032 Menschen im Kreis positiv auf das Corona-Virus getestet worden.


Grundstücke für neue Klinik klar - Corona: Impfzentrum in Wissen

Diejenigen, die gehofft hatten, dass die Vielzahl der Grundstückseigentümer, die ihre Parzellen für den Neubau der DRK-Klinik Westerwald in Müschenbach bereitstellen müssen, ein No-go für das neue Hospital an diesem Standort bedeuten könnte, sehen sich getäuscht. Die Kaufverträge für den benötigten Grund und Boden sind reif für die Unterschriften.


Auto kommt von der Fahrbahn ab und durchbricht Geländer

In Wissen ist es am Sonntag, 22. November zu einem Unfall gekommen, bei dem eine 81 Jahre alte Autofahrerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren hat. Sie kam im Kreisverkehr nach rechts von der Fahrbahn ab und auf einer Stützmauer zum Stehen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.


Einsätze für die Feuerwehr: Kran zerstört Stromleitung

Gleich mehrere Einsätze beschäftigten die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld am Sonntag, 22. November, und Montag, 23. November. So wurden die Einsatzkräfte unter anderem mit dem Stichwort „Kran in Stromleitung“ nach Wölmersen gerufen.


Anklage gegen Mitarbeiter insolventer AWO-Kreisverbände erhoben

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen vier ehemalige Vorstandsmitglieder der insolventen AWO Kreisverbände Westerwald und Altenkirchen sowie gegen zwei frühere Mitarbeiter und drei frühere Mitarbeiterinnen dieser Kreisverbände Anklage zum Landgericht - Wirtschaftsstrafkammer - in Koblenz erhoben. Die Angeschuldigten sind zwischen 42 und 79 Jahren alt.




Aktuelle Artikel aus Vereine


Mehran Faraji führt die Sportjugend Rheinland

Koblenz. Unmittelbar nach der Wahl von Mehran Faraji gratulierte SBR-Präsidentin Monika Sauer. Sie sieht die Sportjugend ...

KG Katzwinkel Glück Auf sagt alle Veranstaltungen ab

Katzwinkel. Bei allen Überlegungen, vielleicht doch noch eine Veranstaltung irgendwie auf die Beine zu stellen, stand das ...

Helmut-Weber Pokalschießen 2020 mit neuen Teilnehmerrekord

Katzwinkel. Im vergangenen Jahr erstmals durchgeführt, fand auch dieses Jahr wieder der Firmen-Cup großen Zuspruch. Insgesamt ...

RK Wisserland: Kranzniederlegung an Kriegsgräberehrenstätte

Wissen/Kirchen. Kirchens Stadtbüro informierte die Wissener Reservistenkameradschaft schriftlich von dieser Absage rechtzeitig. ...

Brauner Bär ist Schmetterling des Jahres 2021

Berlin/Düsseldorf/Mainz. Neben der Lichtverschmutzung sind auch die Intensivierung der Landwirtschaft, der Wegfall von Hecken ...

Ausstellung der KG Wissen zeigt karnevalistische Höhepunkte

Wissen. Das Schaufenster der ehemaligen Fahrschule ist vom 11.11. bis Aschermittwoch 2021
mit karnevalistischen Gegenständen, ...

Weitere Artikel


„Da is dat Ding“: Neues Fahrzeug im Löschzug Friedewald/Nisterberg

Friedewald. Ein Dreivierteljahr nach der Übergabe von fünf Fahrzeugen an diverse Einheiten der Verbandsgemeindefeuerwehr ...

Hammer CDU stellt Kandidaten für die Kommunalwahl vor

Hamm. Nachdem der CDU-Gemeindeverband Hamm bereits im Januar seine Mitgliederversammlungen zur Wahl der Kandidaten für die ...

Der Präsident zuerst: Boulevard-Schauspiel in Betzdorf

Betzdorf. Die VHS-Theatergemeinde Betzdorf e.V. beendet die Spielzeit 2018/19 mit dem Boulevard-Schauspiel „Mr. President ...

Die Grenzen des Westerwaldes erwandern mit dem Westerwald-Verein

Montabaur. Vorgesehen sind die Wanderungen dann, wenn sich der Westerwald im Frühjahr grün und blühend präsentiert und wenn ...

Ministerin Höfken übergibt Förderbescheid an Holzvermarktungsorganisation

Höhr-Grenzhausen. Holz aus Privatwald kann ebenfalls über die Organisation verkauft werden. „Mit der Neustrukturierung wird ...

Freier Internet-Zugang im Kirchener Rathaus

Kirchen. Im Rathaus der Verbandsgemeindeverwaltung Kirchen können die Besucherinnen und Besucher jetzt kostenloses WLAN nutzen. ...

Werbung