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Nachricht vom 13.04.2019 - 08:17 Uhr    

Berufsschul-Jubiläum in Wissen: Man spürt den guten Geist

Es ist das Jahr der 50. Geburtstage in Wissen: Stadtrechte und die Städtepartnerschaft mit Chagny, Freibad und Realschule geben Anlass zum Feiern – und das Gebäude der Berufsbildenden Schule (BBS) Wissen an der Hachenburger Straße ebenso. Auch das wurde 1969 in Betrieb genommen. Und zum Jubiläum kamen viele Gäste.

Landrat Michael Lieber und Petra Jendrich, im Bildungsministerium zuständige Abteilungsleiterin für die Berufsschulen, nahmen die neue BBS-Homepage per Knopfdruck in Betrieb. (Foto: ma)

Wissen. Es war 1969: Gustav Heinemann war Bundespräsident, Willy Brandt wurde Bundeskanzler, Wissen erhielt die Stadtrechte, das Berufsbildungsgesetz wurde verabschiedet, es gab tatsächlich bereits die erste Internetverbindung in diesem Jahr und das legendäre Open-Air-Musikfestival Woodstock. Und in das Jahr fällt die Fertigstellung des Gebäudes der Berufsbildenden Schule (BBS) Wissen in der Hachenburger Straße – der würdige Anlass für gleich zwei Tage der offenen Tür und einen Festakt am Freitagmorgen (12. April), zu dem der BBS-Schulleiter, Oberstudiendirektor Reinhold Krämer, zahlreichende Gäste begrüßen konnte. Landrat Michael Lieber und die Landtagsabgeordneten Peter Enders, Michael Wäschenbach und Heijo Höfer waren ebenso anwesend wie in Vertretung für Bildungsministerin Stefanie Hubig Oberschulrätin Petra Jendrich. Für die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Koblenz waren Hubertus Bialas und Thomas Raabe sowie die frühere Referatsleiterin Marliese Braun vor Ort. Ebenfalls unter den Gratulanten befanden sich die polnischen Freunde der ökonomisch beruflichen Schulen, Herzog Piastów Opolskich aus Krapkowice, mit ihrem Schulleiter, Direktor Wolfgang Schneider. Reinhold Krämer ließ es sich nicht nehmen, die Gäste der Partnerstadt auf Polnisch zu begrüßen.

Bewegte Zeiten
„Ich könnte einen kompletten Vormittag damit verbringen, die Schule darzustellen und Dank zu sagen“, resümierte Krämer in seiner Ansprache. Er stellte die modern ausgestattete, optisch ansprechende und behindertengerecht erschlossene Schule mit einem attraktiven Bindungsangebot, motivierten und kompetenten Lehrkräften vor. Die Schule verfüge über empathische und engagierte Schulsozialarbeiter und Fachkräfte, aufmerksame, fleißige und stets hilfsbereite Sekretärinnen und Hausmeister und eine freundliche, offene und begeisterungsfähige Schülerschaft. Krämers Dank galt den Vertretern des Ministeriums und der ADD, den Schulträgern, allen am Schulleben Beteiligten und den Schülern, stellvertretend dafür den Schülersprecherinnen Theresa Hahmann und Vanessa Dema. Er ließ noch einmal die vergangenen Jahre Revue passieren, angefangen mit dem Bau der zweiten BBS in Betzdorf-Kirchen im Jahre 1979. 1980 machten Undichtigkeiten in der Flachdachkonstruktion der BBS Wissen eine Sanierung der Dächer notwendig. Dr. Roland Dosch, der die Schule von 1991 bis 2003 leitete, begründete die Schulpartnerschaft mit der polnischen Berufsschule in Krapkowice. Von 1979 bis 2019 erfolgten mehr als 30 Reformen und Neueinrichtungen einzelner Bildungsgänge. Hinzu kamen noch 20 Neuordnungen von Ausbildungsberufen. All dies wurde von der Schule begleitet, initiiert und umgesetzt. Neue Chancen und Ideen für ein Kollegium, das engagiert an die Sache heranging und durch das sich die BBS weiterentwickelte, womit sie der Bildungsverantwortung für die Region gerecht wird. Mit einem in diesem Jahr installierten Behindertenaufzug ist die Schule komplett behindertengerecht.

Neue Herausforderungen
Stolz präsentierte der Schulleiter schließlich die neue Homepage (bbs-wissen.de), die beim Festakt durch Landrat Michael Lieber und Petra Jendrich auf Knopfdruck in Betrieb genommen wurde. Ganz neue Aufgaben, Fragen und Herausforderungen würden sich stellen mit der Digitalisierung, dem Fachkräftemangel und der demographischen Entwicklung. Hier appellierte Krämer an die Adresse der Politiker, nicht nur in den digitalen Bereich, sondern in Menschen zu investieren für den dringend nötigen Ausbau schulischer Sozialarbeit. Die Schüler seien nicht schlechter als andere Jugendgenerationen zuvor, sondern nur anders. Für die Jugendlichen lohne sich die Anstrengung. Dafür solle die Schule auch in den nächsten 50 Jahren stehen. Krämer dankte abschließend für die Ausgestaltung des Tages und die präsentierten Projekte.

In der Region hochgeschätzt
Petra Jendrich vom Ministerium für Bildung fand lobende Worte. Man merke sofort die positive Stimmung in der Schule, hier würde sie auch gerne unterrichten, so die ehemalige Pädagogin. Die Einrichtung mit ihrem Aus- und Weiterbildungssystem sei in der Region hochgeschätzt wie auch das Engagement in Sachen Inklusion. Diesbezüglich habe sich die Schule schon auf den Weg gemacht, als es noch keine Diskussionen über das Thema gegeben habe. Außerdem würden die Schüler Teamfähigkeit lernen, das sei etwas, was von künftigen Arbeitnehmern erwartet würde. Landrat Michael Lieber betonte, wie wichtig ein Umfeld sei, in dem man sich wohl fühle, den guten Geist spüre, der nur von Menschen geschaffen werde. Es sei ein langer Weg gewesen bis hin zum beruflichen Gymnasium, auch wenn es eine enorme Anstrengung gewesen wäre. Die Hauptsache sei doch, es hätte geklappt. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wissen, Michael Wagener, betonte ebenfalls, der von Lieber zitierte Geist habe gut gewirkt. Er wisse wie gut die Ausbildungsbetriebe bedient würden und dankte für die gute Zusammenarbeit. Er sei stolz auf die Schule, die ja schließlich sogar einen Stadtbürgermeister hervorgebracht habe.

Entspannte Atmosphäre
Für den polnischen Schuldirektor Wolfgang Schneider war das Jubiläum nicht nur Anlass, zurück zu schauen, sondern auch nach vorne zu blicken in eine gute Zeit mit großen Fortschritten. Er gratulierte mit einem Gemälde der Partnerstadt und einem Geschenkkorb. „Wir haben eine ruhige und entspannte Atmosphäre in der Schule“, so der Schulelternsprecher Thomas Schilling, der im Namen der Eltern für die gelebte soziale Kompetenz und Empathie in der Schule, die von innen nach außen wirke, dankte. Er wünschte weiterhin viel Spaß und Begeisterung an all dem, was diese Schule ausmache. Ein „wild zusammen gewürfelter Haufen“ von Schülern, wie es Musikwissenschaftler und Musiklehrer Stefan Quast ausdrückte, sorgte abschließend für einen beeindruckenden musikalischen Schlusspunkt, ehe die Gäste nach dem Einnehmen eines Imbisses in einer Führung durch die Schule die vielfältigen und interessanten Projekte vorgestellt bekamen.

►Der zweite Teil des Tages der offenen Tür an der BBS findet am Samstag (13. April) in der Zeit von 8 bis 13 Uhr statt. (ma)

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