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Nachricht vom 14.04.2019 - 17:27 Uhr    

Bauer sucht keine Frau in Hachenburg

Der Sonnenkönig wurde am Samstagabend von den Kulturreferentinnen Beate Macht und Angela Kappeller zu Recht mit Knall und Konfetti gekrönt: Stephan Bauer unterhielt mit seinem pointenreichen Kabarettprogramm „Vor der Ehe wollt´ ich ewig leben“ das Hachenburger Publikum auf’s Beste. Das bewies, dass es den Künstler sehr schätzt, denn die Stadthalle war proppenvoll.

Krönung des vom Publikum gewählten Sonnenkönigs Stephan Bauer. Fotos. Helmi Tischler-Venter

Hachenburg. Nur Umfragen der Art „Wer fühlte sich von dem Thema angesprochen?“ oder „Wer von Ihnen ist schon einmal fremdgegangen?“ fanden sehr wenig Resonanz. Was verständlich und richtig ist, meinte Bauer, denn für die Beziehung sei es nicht sehr förderlich, immer die Wahrheit zu sagen. Zum Beispiel auf die Frage: „Findest du mich zu dick?“ Die ideale Kombination wären ein tauber Mann und eine blinde Frau.

Dann hätte Mann auch keine Probleme mit dem Zeit-Wahn, einen perfekten Körper zu besitzen. Da Stephan Bauer sich als Koala im falschen Körper sieht, dessen Lieblingsbeschäftigung „faul im Bett herumliegen“ ist, hat er eine Ehekrise. Und den Verdacht, dass die Frau einen anderen hat: Manuel - Trainer im Fitness-Studio, Spanier, Anfang 30, ledig und männlich-markant. Wie soll man sich gegen einen solchen Nebenbuhler wehren? Probetraining im Fitness-Studio erwies sich als Nahtod-Erfahrung, Paartherapie als Fortsetzung der verbalen Dominanz durch die Frau und Spionage durch Mops Pharao als Flop.

Die oft empfohlene Methode, die Frau eifersüchtig zu machen mit einer anderen Frau, ist dank Elitepartner und Partnertausch-Apps möglich, schafft aber Distanzlosigkeit. Zudem seien Dates für ihn mit dem Sternzeichen Schütze frustrierend, denn der Schütze sei der abschreckende Supergau. Bauer stellte bald fest, dass der Anbaggermarkt für ihn geschlossen sei. Er tröstete sich mit der Erkenntnis, dass es schlimmere Erfahrungen mit Nebenbuhlern gibt, man denke nur an Josef…

Was sexueller Frust mit dem männlichen Masterkey, König Ludwig von Bayern und dem Märchenfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, mit Midlife-Crisis, Piercing, Intimrasur und „50 shades of grey“ oder einer Sado-Maso-Ausrüstung samt Rollenspiel verbindet, brachte Stephan Bauer Zwerchfell erschütternd witzig auf den Punkt. Das Fazit seiner verzweifelten Ehe-Rettungsversuche lautet: „Am meisten kann ich sie ärgern, wenn ich bei ihr bleibe!“ Er appelliert an Verständnis und Toleranz gegenüber dem Partner, denn: „Es wird in der nächsten Beziehung nicht besser. Wahre Liebe fordert nichts!“

Also bleibt Bauer ein Genussmensch mit Manuel im Nacken, denn „Alles was ich kann, ist dummes Zeug erzählen.“ Das aber sehr charmant und außerordentlich lustig.

Die Hachenburger Kultur-Zeit präsentiert am 4. Mai den Schauspieler, Comedian und Kabarettisten Simon Pearce mit seinem Programm „Allein unter Schwarzen“. htv

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