Werbung

Nachricht vom 13.06.2020    

Steinbuschanlage: Wo Anton Joseph Steinbusch Spuren hinterließ

Er war Pastor, Politiker, Unternehmensgründer: Anton Joseph Steinbusch hat so manche Initiative angestoßen im Wisserland: Das Krankenhaus, die spätere Volksbank, die „Siegblätter“ sind eng mit seinem Namen verbunden. Am 19. Juni wird die nach ihm benannte Steinbuschanlage wieder eröffnet.

Das Denkmal des früheren Pfarrers Anton Joseph Steinbusch in den neu gestalteten Anlagen. (Foto: KathaBe)

Wissen. Am 19. Juni ist es soweit: Die Wissener Steinbuschanlage wird wieder eröffnet. Auch wenn die Corona-Beschränkungen der Nutzung noch Grenzen setzen, dürfte sich der kleine Bürgerpark oberhalb der Innenstadt zum Anziehungspunkt entwickeln. Der frühere Friedhof, 1929 zu einer Parkanlage umfunktioniert, hat ein neues Gesicht, das Denkmal mit dem Konterfei des Namensgebers wurde erhalten: Anton Joseph Steinbusch (1829 – 1883) war ein Zeitgenosse Friedrich Wilhelm Raiffeisens, war katholischer Priester und Zentrumspolitiker, einer, der die Probleme vor der Haustür nicht nur beschrieb, er packte tatkräftig an.

Auf Steinbuschs Spuren
Die Steinbuschanlage und die gleichnamige Straße – natürlich, die kennt man in der Siegstadt. Vor allem jüngere Wissener müssen allerdings schnell passen, wenn man fragt, wer sich hinter dem Namen verbirgt. Dabei hat Steinbusch vielfältige Spuren hinterlassen, die bis heute zu sehen sind, wenn man genau hinschaut. So gilt er unter anderem als Gründer der katholischen Pfarrei Elkhausen-Katzwinkel.

Wirtschaftliche Belange im Blick
2004 informierte eine von den Heimatforschern Bruno Wagner und Bernhard Theis organisierte Ausstellung in der Westerwald Bank zum 175. Geburtstag Steinbuschs über sein Leben und Wirken. Dabei war der Ausstellungsort nicht zufällig gewählt, war Steinbusch doch wesentlicher Akteur bei der Gründung der Wissener Volksbank, die später in der heutigen Westerwald Bank aufging. 1829 in der Nähe von Aachen geboren, war Steinbusch seit 1859 Rektor des Altenberger Doms gewesen, bevor er 1869 Pastor in Wissen wurde. Es war die Zeit der Industrialisierung. Steinbusch verschrieb sich nicht nur der Seelsorge, sondern hatte auch die wirtschaftlichen Belange der Menschen im Blick. Schon 1870 schaffte er es, namhafte Wissener Bürger zur Gründung eines Vorschussvereins zusammenzubringen, um Landwirtschaft und Handwerk, Handel und Gewerbe zu fördern. Die Wissener Volksbank war gegründet.



Medizinische Versorgung war Steinbuschs Thema
Auch das Wissener Krankenhaus geht auf den Seelsorger zurück: 1871 war es, als auf sein Betreiben hin die „Genossenschaft der Armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe“ die Alten- und Krankenpflege in Wissen übernahmen. Sie bezogen hierzu ein Haus „Auf der Rahm“. 1880 gründete Steinbusch einen Krankenhausbauverein, schließlich benötigte die schnell wachsende Bevölkerung medizinische Versorgung. 1889, sechs Jahre nach seinem Tod, wurde das St.-Antonius-Krankenhaus fertiggestellt – das erste Krankenhaus der Olper Franziskanerinnen überhaupt.

Ruf nach einer guten Heimatzeitung
1871 gilt zudem als das Geburtsjahr der „Siegblätter“. Auch deren Entstehung ist eng mit dem Namen Steinbusch verknüpft. August Schmidt berichtet dazu im Wissener Heimatbuch: „Der Ruf nach einer guten Heimatzeitung, deren Aufgabe in der Vertretung kultureller und wirtschaftlicher Belange des Kreises Altenkirchen bestehen sollte, wurde nach dem Krieg von 1870/71 immer lauter. Unter Führung der Wissener katholischen Geistlichkeit, mit dem späteren Landtagsabgeordneten Pfarrer Steinbusch an der Spitze, erfolgte die Gründung der ‚Sieg-Blätter‘ zunächst als einer katholischen Heimatzeitung.“ Die Zeitung gab demnach „ein getreues Spiegelbild der Geschehnisse im engeren Heimatbereich und in der weiten Welt.“ Der politische und wirtschaftliche Weitblick Steinbuschs verliehen „dem Blatt darüber hinaus jedoch auch die Note eines kämpferischen Organs, das namentlich in den Jahren des Kulturkampfes mutig und unerschrocken für die Belange des katholischen Volksteils eintrat.“ Das tat Steinbusch auch persönlich: Ab 1879 gehörte er bis zu seinem Tod 1883 für die Zentrumspartei dem preußischen Abgeordnetenhaus an. (red)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Wissen auf Facebook werden!


Kommentare zu: Steinbuschanlage: Wo Anton Joseph Steinbusch Spuren hinterließ

1 Kommentar
Nichts gegen die Ehrenbürgerschaft von Herrn Brucherseifer - aber wäre es nicht an der Zeit, dann auch Pfarrer Steinbusch und evtl. den Betreiber des Stadtrechts Dr. Everke zu Ehrenbürgern zu machen?
#1 von Eva Maria Fuchs, am 16.04.2019 um 11:52 Uhr

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Sternen-Pfad im FriedWald empfängt Besucher mit besonderer Herzlichkeit

Wissen-Friesenhagen. Seit Kurzem ist zum zweiten Mal der sogenannte Sternen-Pfad im ruhig und friedvoll gelegenen Friedwald ...

Horhausener Seniorenakademie sagt vorweihnachtliche Feier ab

Horhausen. Einen besonderen Dank richten die Mitglieder des Vorbereitungskreises an Erna Heckner aus Güllesheim, die eigens ...

Wissener Karnevalsgesellschaft trauert um Hans-Jürgen Michl

Wissen. "Hans-Jürgen Michl und seine Wissener Karnevalsgesellschaft (KG), das gehörte untrennbar zusammen", so schreibt die ...

Mythen und Sagen des Westerwalds: die Hexeneiche bei Elkenroth

Elkenroth. Mythen und Sagen, das sind Geschichten, oft mündlich überliefert, bis sie eines Tages aufgeschrieben werden. Sagenumwobene ...

Förderturm der Grube Georg erstrahlt nun im grünen Licht

Willroth. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde auf dem Betriebsgelände der Firma Georg Umformtechnik gab Bürgermeister Fred ...

Zweiter virtueller Tag der offenen Tür an der IGS Betzdorf-Kirchen

Betzdorf/Kirchen. „Die Verantwortung für die Gesundheit aller Beteiligten wiegt schwerer als die Vorstellung der Schule in ...

Weitere Artikel


Saison-Eröffnung mit Segenswünschen: Biker-Gottesdienst in Steinebach

Steinebach/Kreisgebiet. Plötzliche winterliche Wetterkapriolen verlangten den heimischen Motorradfahren schon einiges ab, ...

Wissener Sportschützen blickten auf ereignisreiches Jahr zurück

Wissen. Das Interesse an der Versammlung der Sportschützinnen und Sportschützen war groß, und entsprechend waren die Plätze ...

Stabwechsel beim SV Güllesheim: Paul Müller führt den Verein

Güllesheim. Paul Müller übernimmt als neuer Vorsitzender das Ruder beim SV Güllesheim (SVG). Er löst Urgestein Hans-Werner ...

Über die Zukunft des Geldes oder das Geld der Zukunft

Siegen. An der Supermarkt-Kasse wird nicht mehr das Portemonnaie gezückt, sondern das Smartphone. Per Bezahl-App wird die ...

Liberale wollen Politik mit gesundem Menschenverstand

Daaden-Biersdorf/Kreisgebiet. Schon ganz im Zeichen des Kommunal-Wahlkampfes stand der diesjährige Kreisparteitag der FDP ...

Großes Interesse beim ersten Indoor Flohmarkt der Neuen Arbeit

Altenkirchen. Der Verein neue arbeit e.V. veranstaltete am Samstag, den 13. April den ersten Hallenflohmarkt. Als sich um ...

Werbung