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Nachricht vom 29.04.2019    

Die „Konfirmations-Saison“ im Kirchenkreis Altenkirchen läuft

Ein ganz besonderer Tag nach Jahren der Vorbereitung ist der Konfirmationssonntag für viele evangelischen Jugendliche. Knapp 300 werden in diesem Jahr in den 16 evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Altenkirchen konfirmiert. Die nachösterliche Zeit ist die Hochphase der Konfirmationssonntage, die mit unterschiedlichen Traditionen gefeiert werden. Unterschiedlichste Vorbereitungsphasen haben sich in den Gemeinden entwickelt.

Traditionell ist die nachösterliche Phase für evangelische Kirchengemeinden die Zeit der Konfirmationen. Im Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen werden in diesem Jahr knapp 300 junge Menschen konfirmiert, ein knappes Dutzend weniger als im Vorjahr. (Foto: Archiv/Kirchenkreis Altenkirchen/Stroh)

Kreisgebiet. Die „Konfirmations-Saison“ im Kirchenkreis Altenkirchen hat begonnen: Teils schon am Palmsonntag, aber die meisten der 16 evangelischen Kirchengemeinden feiern ihre Konfirmations-Sonntage ab dem 5. Mai und bis in die ersten Juni-Sonntage hinein. Traditionell ist die nachösterliche Phase für evangelische Kirchengemeinden die Zeit der Konfirmationen. Im Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen werden in diesem Jahr knapp 300 junge Menschen konfirmiert, ein knappes Dutzend weniger als im Vorjahr. Jährlich schwankt die Zahl, aber ein Trend ist kreis- und landeskirchenweit erkennbar: die Zahlen sind insgesamt rückläufig, die geburtenschwächeren Jahrgänge machen sich in den Statistiken bemerkbar. An die Zeiten, als etwa in Daaden 100 und mehr Konfirmanden zu ihrem Festtag zusammen kamen, erinnern aktuell nur noch die Einladungen zu den Jubiläumskonfirmationen. 108 junge Frauen und Männer wurden 1969 in Daaden konfirmiert, in diesem Jahr sind es 30. Der Jahrgang der „Goldkonfirmanden“, der demnächst zum Jubiläums-Gottesdienst in der Barockkirche zusammenkommt, wird – sicherlich dezimiert durch Wegzüge – in jedem Fall um einiges größer sein als die diesjährige Gruppe. In den 687 Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland werden in diesem Jahr 16.300 Jugendliche konfirmiert oder im Konfirmationsgottesdienst getauft.

Im christlichen Glauben leben
Mit der Konfirmation bekräftigen die jungen Leute, was Eltern und Paten bei der Taufe stellvertretend versprochen haben: ein Leben im christlichen Glauben führen zu wollen. Daher der Name: Konfirmation kommt vom lateinischen „confirmare“: „bekräftigen“. Es sind besondere Momente, wenn die Konfirmanden-Jahrgänge feierlich an „ihrem Tag“ in die Kirche einziehen: Über viele Jahre hinweg haben sich in den einzelnen Gemeinden die Rituale entwickelt, die für ein festliches Umfeld des Konfirmationstages sorgen. Blumenschmuck und Fahnen, oftmals sorgen Kirchen-, Jugend- und Posaunenchöre oder auch Bands für besondere musikalische Akzente in den Gottesdiensten: feierliche Momente für die Jugendlichen und ihre Angehörigen.

Den Konfirmationstagen geht eine Vorbereitungszeit voraus, in der sich die jungen Leute mit Fragen des Glaubens beschäftigen, aber auch mit Themen wie Freundschaft, Sinn des Lebens und die Verantwortung für andere. Zur Vorbereitung auf die Konfirmation gibt es in den 16 Kirchengemeinden des Kirchenkreises verschiedene Modelle. In manchen Gemeinden erstreckt sich die Konfirmandenzeit weiterhin traditionell über zwei Jahre – Katechumenen- und Konfirmandenzeit. Andere Gemeinden erproben eine einjährige Vorbereitungszeit mit wöchentlichen Einheiten.

In manchen Gemeinden gibt es die ersten Unterrichtsjahre bereits während der Grundschulzeit in den dritten und vierten Klassen. Mit dem dort erlernten Basiswissen „überbrücken“ die Kinder die Zeit bis zum eigentlichen Konfirmandenjahr, dem siebten Schuljahr. Sie nutzen unter anderem Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und wachsen so kontinuierlich ins gemeindliche Umfeld hinein. Die Kirchengemeinde Betzdorf hat ihr Projekt „Kirche für Kinder“ vor 25 Jahren begonnen und feiert mit dem diesjährigen Konfirmanden-Jahrgang mit 26 Jugendlichen am 19. und 26. Mai nun bereits „Silberjubiläum“. Gemeindepfarrer Heinz-Günter Brinken zieht eine positive Bilanz des Projektes, das er 1993 im Presbyterium anregte und das im Folgejahr gestartet wurde. „Das Projekt läuft immer noch, das zeigt wohl, dass es ankommt!“ Erprobt hatte der engagierte Gemeindepfarrer auch „Kirche für Kinder“ im Kontext von Schule: „Das gestaltete sich aber schwierig und schuf zu viele Einzelgruppen!“ Die gemeinsamen Jahre, die die Kinder und späteren Jugendliche nun durch das „Betzdorfer Modell“ zusammen- und in die Gemeinde wachsen lässt, sieht Brinken indes als „gelungene Gemeinschaft und Gemeindeaufbau!“



Verschiedene Varianten der Konfiarbeit
Da das Zeitbudget der Jugendlichen durch Ganztagsunterricht in den Schulen unterhalb der Woche immer knapper wird, praktizieren andere Gemeinden im Kirchenkreis weitere Varianten der Konfiarbeit. So gibt es Konzepte, die die Lerninhalte statt in wöchentlichen Einheiten konzentriert bei mehreren Konfirmanden-Wochenenden oder in langfristig festgelegten Ferienwochen bündelt. Neben dem eigentlichen Unterricht – egal in welcher Form er praktiziert wird – gibt es zahlreiche Begleitangebote für die jungen Menschen: So beteiligen sich etliche Gemeinden in der Vorbereitung zur Konfirmation am Projekt „Konfi-Castle“. Diese gemeinsamen Tage der Konfirmanden aus den verschiedenen Kirchengemeinden im Kreis mit ihrem speziellen Programm auf der Jugendburg Hohensolms stehen hoch im Kurs. Schon etliche Konfirmanden-Jahrgänge haben die Tage dort als wichtigen Bestandteil ihres kirchlichen Unterrichts genossen. Hier – wie beim Unterricht insgesamt – wird auf „Inklusion“ gesetzt. Für Gemeindepfarrer Bernd Melchert (Mehren/Schöneberg) ist das Konzept der „Castlearbeit“ sehr überzeugend. „Auch weil es neben den Hauptamtlichen auch etliche ehrenamtliche Jugendliche in die Arbeit einbezieht! Deren Wort zu Glauben, Kirche, Jugendarbeit findet bei den Konfis ein ganz anderes Gehör als das des Pfarrers“, unterstreicht er. Seit elf Jahren sind „seine“ Konfirmanden beim Konfi-Castle dabei und viele Jugendliche wuchsen so begeistert in die kirchliche Jugend-, aber auch Gemeindearbeit hinein.

Zusätzliche Freizeiten zur Konfirmations-Vorbereitung oder thematische Wochenenden haben bei vielen Gemeinden ebenfalls Tradition. Natürlich auch, dass die Konfirmanden ihre Gemeinde kennenlernen. Ob bei Praktika in gemeindlichen Einrichtungen oder bei „Schnupperbesuchen“ in den Gruppen und Kreisen: Hier gibt es viele Einblicke, ebenso bei den Gottesdiensten im Jahresverlauf. Auch alle Mitarbeitenden einer Kirchengemeinde und deren Einrichtungen werden so kennengelernt. Vielen Menschen begegnen die Konfirmanden dabei mehrfach: Schon lange ist der Konfirmandenunterricht nicht mehr Sachen der Gemeindepfarrer allein. Teams aus Ehren- und Hauptamtlichen sorgen für eine gut begleitete Konfirmandenzeit. Selbst sportliche und künstlerische Akzente stehen in der Vorbereitungszeit bis zur Konfirmation hoch im Kurs: Immer wieder qualifizieren sich Fußball-Mannschaften bei der kreisweiten Ausscheidung des „Konfi-Cup“ für das landeskirchenweite Finale. Aufs Siegertreppchen hat es dabei allerdings noch keine Mannschaft aus dem Kreis Altenkirchen gebracht. Kunstwerke oder Verschönerungsaktionen, die von Konfirmandengruppen stammen, überdauern hingegen die Konfi-Zeit, und erinnern, ebenso wie etwa die Teilnahme an „Brotback-Aktionen“ noch Jahre später an eine besondere Lebensphase. (PES)


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