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Nachricht vom 12.05.2019    

Stadtbürgermeisterwahl Altenkirchen: Matthias Gibhardt im Interview

INTERVIEW | In der Kreisstadt Altenkirchen gibt es gleich drei Kandidaten, die die Nachfolge von Heijo Höfer als Stadtbürgermeister bei den Kommunalwahlen Ende Mai anstreben: Matthias Gibhardt tritt für die SPD an, Katja Lang ist parteilose Kandidatin, Ralf Lindenpütz wird von der CDU ins Rennen geschickt. In kurzen Interviews stellen sich die Bewerber in den nächsten Tagen vor. Den Auftakt macht der mit 40 Jahren Jüngste im Bunde, Matthias Gibhardt.

Matthias Gibhardt (SPD) will Stadtbürgermeister in Altenkirchen werden. (Foto: privat)

Altenkirchen. Er bewirbt sich für die Altenkirchener Sozialdemokraten um die Nachfolge von Heijo Höfer als Stadtbürgermeister: Matthias Gibhardt ist Diakon, kommt aus der Kinder- und Jugendarbeit. Im Interview mit dem AK-Kurier erklärt er, welche Themen ihm wichtig sind für die Kreisstadt und wie er vor allem junge Menschen für das Laben auf dem Land gewinnen will.

So stellt Matthias Gibhardt sich selber vor:

Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Söhnen. Als Diakon leite ich das Kompa Ev. Kinder- und Jugendzentrum Altenkirchen. Vorher habe ich ein Familienzentrum in Berlin gegründet. Schwerpunkt meiner Berufstätigkeit ist die Führung von gemeinnützigen Einrichtungen im sozialen und kirchlichen Umfeld.

Das ernsthafte Interesse am Menschen und an seinem Lebensumfeld begleitet mich seit meiner Ausbildung zum Erzieher, über mein theologisch-diakonisches Grundstudium, hin zum meinem Master im Transformation Studies. In diesem Studiengang habe ich mich intensiv mit der Entwicklung von Projekten im städtischen Raum, mit der Analyse der Problemlage und mit Umsetzung von Lösungsmöglichkeiten beschäftigt.

In dieser Zeit wurde mein Blick für die soziale Stadt geschärft, welcher mich motiviert, mich politisch zu engagieren. Seit fünf Jahren arbeite ich im Stadtrat mit. Aber auch in der Zeit davor war ich bereits kommunalpolitisch aktiv und Mitglied im Quartiersbeirat in Berlin, Märkisches Viertel. In meiner Freizeit lasse ich es ruhiger angehen und verbringe gerne meine Zeit im eigenen Garten oder erwandere unsere schöne Heimat.

Stadtbürgermeister in Altenkirchen: Was bewegt Sie zur Kandidatur?

Matthias Gibhardt: Mir liegt Altenkirchen am Herzen und ich möchte unsere Stadt mitgestalten. Aber nicht alleine! „Miteinander gestalten“, das ist mir wichtig. Mein Ansatz ist es, unsere Stadt Altenkirchen von den Menschen her zu denken, die in ihr leben. Das heißt, die Stimmen und Meinungen der Bürgerinnen und Bürger zu hören, vor Ort zu sein und auch mal für kleine Dinge ansprechbar zu bleiben. Das macht unsere Stadt lebendig und lebenswert. In den vergangen Jahren im Stadtrat habe ich positiv erleben können, wie Engagement für die Stadt zu guten Ergebnissen führt. Daran will ich weiterarbeiten.

Außerdem möchte ich, dass Altenkirchen Zukunft hat. Die Anliegen der Kinder, Jugendlichen und Familien wahrzunehmen und umzusetzen soll in den nächsten Jahren Priorität haben. Die Stadtbürgermeisterwahl bietet Altenkirchen die Chance, mit einem jungen Kandidaten neu zu beginnen.

Thema Ländlicher Raum: Warum sollen (junge) Menschen sich für Altenkirchen als Lebensmittelpunkt entscheiden? Welche Argumente kann die städtische Politik liefern?



Matthias Gibhardt: Die kreisweite Befragung von Jugendlichen im vergangenen Jahr hat für den Raum Altenkirchen zwei klare Wünsche der Jugendlichen deutlich gemacht: Besseren und bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr und mehr Freizeitmöglichkeiten. Jugendliche wollen bei der Umsetzung beteiligt werden, das habe ich in meiner Arbeit mit jungen Menschen erfahren können. Gerade Freizeitmöglichkeiten sollten nicht von der Stadtpolitik initiiert werden, sondern müssen gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt werden.

Junge Menschen wünschen sich, dass wir ihre Themen kennen und ernstnehmen. Die Fridays-for-future-Demonstrationen und der Artikel 13 (EU-Urheberrechtsreform) geben uns die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Die städtische Politik kann, wenn sie ihr Handeln an Klimaschutz und Nachhaltigkeit orientiert und die Chancen der Digitalisierung ergreift, hier gute Argumente zum Bleiben bieten.

Zudem benötigen junge Menschen Entwicklungschancen. Die Förderung von Gewerbe und Industrie, die Schaffung und Vermittlung von guten Ausbildungsplätzen sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gehören für mich zu einer zukunftsorientierten Stadtpolitik. Zukunftspolitik ist Jugendpolitik!

Welches sind die für Sie drei wichtigsten Themen, die Sie im Falle Ihrer Wahl anpacken werden? Welche konkreten Pläne oder Überlegungen haben Sie bereits?

Matthias Gibhardt: Bei vielen meiner Haustürgespräche haben wir gemeinsam über die Entwicklung unserer Innenstadt und der Fußgängerzone gesprochen. Der Stadtrat wird sich zeitnah mit diesem Thema unter Beteiligung der Bevölkerung beschäftigen müssen. Bei den vielen unterschiedlichen Interessen kann ich mir gut eine externe Moderation vorstellen, die uns in diesem Prozess begleiten wird. In diesen Prozess gehören für mich auch Themen wie zum Beispiel ein Nachhaltigkeitskonzept (Klima, Nachhaltigkeit, Fairtrade) für Altenkirchen, ein Radewegeverkehrskonzept oder eine neue Parkplatzbewirtschaftung (kostenloses Parken an Markttagen).

Besonders wichtig wird im nächsten Halbjahr die Planung für unseren städtischen Haushalt 2020-2021. Nur wenn wir solide aufgestellt sind, eröffnen sich Handlungsspielräume für den Stadtrat. Dahinein gehören für mich die Bemühungen um ein neues Förderprogramm für die Stadtentwicklung und eine Teilnahme am Förderprogramm für Co-Working-Spaces. Außerdem haben wir im Haushalt noch 30.000 Euro für Spielplätze eingestellt. Das Geld ist noch nicht verplant. Das würde ich für die Kinder in Altenkirchen noch gerne ausgeben.

Charakterisieren Sie sich abschließend bitte selbst, allerdings mit nur drei Begriffen:

Matthias Gibhardt: Wissbegierig – Authentisch – Zukunftsorientiert. (red)



Mehr zum Thema:    Kommunalwahlen 2019   
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