Werbung

Nachricht vom 09.05.2020    

Westerwald-Tipps: Längste Hängebrücke des Westerwalds bei der Helmerother Mühle

Mit 37 Metern Länge ist sie das zweitgrößte Bauwerk ihrer Art in Rheinland-Pfalz, die Seilhängebrücke im Nistertal bei Helmeroth im Ortsteil Flögert, etwa elf Kilometer von Wissen/Sieg entfernt. 2010 erbaut, ermöglicht die Fußgängerbrücke das Überqueren der Nister bei der alten Helmerother Mühle und dient als Anbindung des regionalen Wanderweges an den Westerwaldsteig. Musste man früher einen großen Umweg machen, können Wanderer jetzt direkt zu Fuß dem Lauf der Nister folgen. Die Brückenkonstruktion der Hängebrücke besteht komplett aus Stahl, ist an Stahlseilen aufgehängt und hat eine Tragfähigkeit von 18 Tonnen.

Die zweitgrößte Hängebrücke in Rheinland-Pfalz bietet einen imposanten Anblick. Fotos: Björn Schumacher

Helmeroth. Imposant und etwas ungewöhnlich sieht sie aus, die zweitgrößte Hängebrücke in Rheinland Pfalz. Mit 37 Metern Länge umspannt die Seilhängebrücke die beiden Ufer des kleinen Flusses Nister bei der alten Helmerother Mühle im Ortsteil Flögert (Gemeinde Helmeroth) im Wisserland. Nur etwa elf Kilometer von der Siegstadt Wissen entfernt, dient die Hängebrücke, die nur für Fußgänger zugänglich ist, als Zubringer zu dem als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifizierten 235 Kilometer langen Westerwaldsteig, dem Hauptwanderweg des Westerwaldes. „Angst sollte man keine haben“, so ein Wandersmann, „auch wenn es etwas wackelt, wenn man über die Brücke geht“. Doch jegliche Angst ist unbegründet, ist doch die Hängebrücke ist für eine Tragfähigkeit von 18 Tonnen ausgelegt.

Oben auf der Seilhängebrücke . Foto: Björn Schumacher

Erste Hängebrücke bereits um 1920 erbaut

Bereits um 1920 entstand an gleichem Standort eine ehemalige Hängebrücke. An alten Grubenseilen aufgehängt, diente sie den Landwirten der Umgebung für die Anlieferung des Getreides zur Helmerother Mühle, wo das Getreide zu Mehl gemahlen wurde. Durch Stilllegung der alten Helmerother Mühle Ende der 1950er Jahre wurde die Hängebrücke nur noch von Fußgängern benutzt. Schon altersschwach, gab die Konstruktion der maroden Brücke 1964 beim Überqueren einer Schulklasse nach und Schulkinder, Lehrer und fast die komplette Brückenkonstruktion landeten in dem kleinen Fluss Nister. Heute bei den geltenden Prüfvorschriften für Brücken undenkbar, wurde damals beim Sturz in den Fluss niemand ernsthaft verletzt. Erst 1979 wurde eine neue Brücke an gleicher Stelle gebaut, diesmal nicht als Hängebrücke sondern als Holzbrücke mit Holzbohlen auf einem Stahlgestell errichtet. Eigentlich als Bauwerk für die Ewigkeit gedacht, musste diese Brücke schon 2002 wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Die neue Seilhängebrücke wurde 2010 eingeweiht

Anträge auf den Bau oder Bezuschussung einer neuen Brücke wurden in den Folgejahren abgelehnt. Erst durch den Bau des Wanderweges Nr. 4 des Westerwald Vereins, direkt auf den Westerwaldsteig führend, erkannte man, dass für die Überquerung der Nister als Zubringer der Wandergäste vom Regio-Bahnhof in Wissen eine neue Brücke an gleicher Stelle fehlte. Mit Hilfe des Westerwald Touristik-Service in Montabaur als Dachorganisation der Wisserland-Touristik e. V. gelang es, die Verantwortlichen von der Notwendigkeit des Brückenbaus zu überzeugen. Nun zogen alle an einem Strang, es gab Vereinbarungen zwischen Land, Landkreis, Verbandsgemeinde Altenkirchen und der Ortsgemeinde Helmeroth. An alter Stelle neu gebaut, erfolgte 2010 die Einweihung der neuen Seilhängebrücke, deren Herstellungskosten mit etwa 144.000 Euro angegeben wurden. „Die Hängebrücke als Verbindungsstück der beiden Landkreise Altenkirchen und Westerwald“, so Hendrik Hering, heutiger Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz bei der damaligen Einweihung, „ist Teil der schönsten Etappe für den Westerwaldsteig zwischen den Klöstern Marienstatt und Marienthal“.

Blick auf die Brücke über die Nister. Foto: Björn Schumacher

Anfahrtsweg zum Wanderparkplatz

Die Hängebrücke ist nur wanderbar zugänglich. Ein Wandertipp wäre hier zum Beispiel diese Familienwanderung im Tal der Nister bei Helmeroth. Der Wanderparkplatz befindet sich rechts vor dem Ortseingang von Flögert, einem Ortsteil der Gemeinde Helmeroth. Zu erreichen mit dem Auto über die Bundesstraße B 256, von Wissen aus kommend zwischen Bruchertseifen und Eichelhardt links Richtung Helmeroth einbiegen und dem Hauptstraßenverlauf bis zur Abzweigung nach Flögert (Navieingabe Flögerter Weg) folgen. Die Straße führt nach etwa zwei Kilometern direkt zum Wanderparkplatz auf der rechten Seite. Auf der dortigen Hinweistafel des Touristikverbandes sind der Wanderweg zur Hängebrücke sowie weitere interessante Wanderrouten entlang der Nister angegeben. (GRI)

Standort der Hängebrücke bei der Helmerother Mühle:


In unserer Facebook-Wandergruppe "Wandern im Westerwald" gibt es übrigens auch ständig schöne neue Ecken der Region zu entdecken.

Haben Sie auch einen Vorschlag für einen Westerwald-Tipp? Dann schreiben Sie uns gerne an westerwaldtipps@die-kuriere.info oder vertaggen Sie Fotos von besonderen Orten im Westerwald bei Instagram mit dem Hastag #westerwaldtipps. Vielen Dank!


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
     


Kommentare zu: Westerwald-Tipps: Längste Hängebrücke des Westerwalds bei der Helmerother Mühle

1 Kommentar
The Helmerother Muehle war mir nach dem zweiten Weltkrieg sehr bekannt geworden denn mein Vater schickte mich immer zur Muehle um dort Mehl zu holen.Zu der Zeit war ich ein junger Bursche und hatte 95ccm NSU Motorrad.Hatte aber keinen Fuehrerschein und mein Vater sagte zu mir mitten im Winter Du musst uns Mehl holen damit Mutter etwas Brot backen kann.Der Mueller war ein Koelbach und meine Mutter Martha Drumm war auch ein geborene Koelbach aus Hohensayn.Fuer mich war das ein Abenteuer aber mit dem Motorad nach Helmeroth zu fahren und mit Schnee und Eis zu kaempfen war doch sehr aufregend.Trotz allen Schwierigkeiten hatte ich es geschafft und bin doch sicher in Hohensayn angekommen und bin dann auch von meinem Vater gelobt worden.Trotz allem Krieg hat man immer die guten Zeiten immer in Erinnerung behalten.
#1 von Karl Drumm, am 11.05.2020 um 09:59 Uhr

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Corona-Pandemie im Kreis Altenkirchen: 91-Jähriger verstorben

Am Dienstag, 26. Januar, ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis Altenkirchen erneut einstellig, zudem gibt es einen weiteren Todesfall: In der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain ist ein 91-jähriger Mann verstorben.


Neue Pächter mit neuen Angeboten in der Postfiliale im RegioBahnhof Wissen

Seit Mitte Januar leiten Nicole und Andreas Ulonska das große Ladenlokal mit Postfiliale im RegioBahnhof in Wissen. Damit konnte ein nahtloser Pächter-Wechsel sichergestellt werden. Zukünftig findet man neben dem bekannten Service rund um Post-Angelegenheiten auch Neuheiten im Geschäft: Büro- und Schulbedarf sowie IT-Serviceleistungen und Technik mit Zubehör.


Ermittlungen gegen Ehepaar: Polizei klärt Serie von Ladendiebstahl auf

Die Polizei in Altenkirchen hat in dieser Woche einen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, gemeinsam mit seiner Ehefrau eine Serie von Ladendiebstählen begangen zu haben. Die Frau war als Kassiererin in einem Discounter angestellt, dort gab das Ehepaar in mehreren Fällen nur vor, Waren ordnungsgemäß zu bezahlen.


Corona: 31 Mitarbeiter der Kamillus Klinik in Asbach infiziert

Aus dem Umfeld der Kamillus-Klinik in Asbach gab es in den letzten Tagen immer wieder Informationen über Infektionen mit Covid 19 von Mitarbeitern und Patienten. Die Klinikleitung hat auf unsere Nachfrage hin Stellung bezogen.


Zwei Corona-Todesfälle im Kreis, korrigierte Inzidenz liegt bei 68,3

AKTUALISIERT | Zu Wochenbeginn ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis einstellig, allerdings informiert der Kreis auch über zwei weitere Todesfälle: Mit Stand von Montag, 25. Januar, meldet die Kreisverwaltung zwei verstorbene Männer im Alter von 87 und 95 Jahren in der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain.




Aktuelle Artikel aus Region


Weiterer Corona-Todesfall: 75-Jähriger in der VG Betzdorf-Gebhardshain verstorben

Altenkirchen/Kreisgebiet. Insgesamt sind bislang 2097 Menschen im Kreis positiv auf eine Infektion getestet worden, 1930 ...

Hallenbad in Altenkirchen: Bürokratie verzögert Baubeginn

Altenkirchen. Über dem Neubau des Altenkirchener Hallenbades steht kein guter Stern. So muss ein Zwischenfazit lauten, denn ...

Nachträgliches Weihnachtsgeschenk für Tierheim im Kreis Altenkirchen

Betzdorf/Breitscheidt. Große Freude kam nach Weihnachten bei Thorsten Feldmann von „KARIBU Hoffnung für Tiere e.V.“ auf, ...

Landesweiter Kontrolltag zur Einhaltung der Corona-Regeln

Koblenz. Die Polizei unterstützt die originär zuständigen kommunalen Vollzugsdienste bereits seit Beginn der Corona-Pandemie ...

Onlinekurs mit prämiertem Fotografen bei der Kreisvolkshochschule

Altenkirchen. Der Kurs von 19 bis 21.30 Uhr richtet sich an alle, die Spaß am Fotografieren haben, aber oft mit ihren Bildern ...

Westerwälder Rezepte: Waffeln mit heißen Kirschen

Schnell gemacht und bei Alt und Jung beliebt sind frische Waffeln mit heißen Kirschen und Schlagsahne.

Zutaten für etwa ...

Weitere Artikel


Dank für Jahrzehnte: Willrother Kommunalpolitiker geehrt

Willroth. In der letzten Sitzung des Ortsgemeinderates Willroth im Dorfgemeinschaftshaus wurden vier verdiente Willrother ...

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus spricht in Betzdorf

Betzdorf. Wenn am Donnerstag, dem 23. Mai, Ralph Brinkhaus beim CDU-Kreisverband Altenkirchen in Betzdorf zu Gast ist, dann ...

Schwimmer und Schwimmbad-Förderer beim Wissener Stadtfest

Wissen. Der SV Neptun Wissen und der Förderverein des Wissener Siegtalbads nutzten mit einem gemeinsamen Stand die Gelegenheit, ...

Armbrustdrama: Ergebnis der Obduktion der Toten aus Hachenburg liegt vor

Hachenburg/Neuwied. Die Polizei in Passau berichtet, dass bei den aufgefundenen Leichen in Passau Testamente sichergestellt ...

Über die Arbeit der Westerwaldbahn informiert

Steinebach. SPD-Landratskandidat Andreas Hundhausen besuchte jetzt den regionalen Verkehrsdienstleister Westerwaldbahn auf ...

Ästhetisch-musikalische Grundbildung: Zertifikate übergeben

Wissen-Schönstein/Alsdorf. „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“. Das wusste schon Friedrich Nietzsche. Und auch die Bildungs- ...

Werbung