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Nachricht vom 15.05.2019    

Plädoyer für Frieden und Klimaschutz: Kurt Beck beim SPD-Geburtstag in Betzdorf

Ein Klavierbeitrag des Stadtbürgermeisterkandidaten Benjamin Geldsetzer zusammen mit dem Klaviervirtuosen Dominik Stangier, die Gastrede über Friedenspolitik von Kurt Beck, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, und weitere Reden führender Kommunalpolitiker waren die Höhepunkte des Abends der SPD-Veranstaltung in der Stadthalle in Betzdorf. Zum 100-jährigen Jubiläum hatte der SPD-Ortsverein eingeladen. Als gutes Omen für die Kommunalwahl bezeichnete Bürgermeister Bernd Brato dabei die Anwesenheit von Kurt Beck, habe sie ihm doch seinerzeit zum Wahlsieg geholfen.

Die Redner beim SPD-Jubiläum in Betzdorf: (von links) Andreas Hundhausen, Kurt Beck, Benjamin Geldsetzer und Bernd Brato. (Foto: GRI)

Betzdorf. Kurt Beck, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, war Gastredner bei der Veranstaltung der SPD am Montagabend (13. Mai) in der Stadthalle in Betzdorf. Der SPD-Ortsverein Betzdorf feierte 100-jähriges Jubiläum und hatte dazu Vertreter aus Politik und Gewerkschaften sowie interessierte Zuhörer als Gäste eingeladen. Wie der Vorstand in der Einladung mitteilte, sei das Jahr 2019 für die Sozialdemokraten in Betzdorf und Umgebung mit dem 100-jährigen Bestehen des Ortsvereins und wegen der anstehenden Europa- und Kommunalwahlen außergewöhnlich. So wurde der SPD-Ortsverein gegründet, als die Wirren des Ersten Weltkrieges gerade überstanden waren und Deutschland zum ersten Mal als demokratischer Staat verfasst war. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung auf dem Klavier von Dominik Stangier, Pianist des Klaviertrios Dolicé. Zu einem Klavierduo mit Dominik Stangier ließ sich Stadtbürgermeisterkandidat Benjamin Geldsetzer überreden. Beide intonierten „Ode an die Freude“.

Dem Rechtspopulismus bei der Europawahl vorbeugen
Andreas Hundhausen, Kreisvorsitzender und Landratskandidat der SPD im Kreis Altenkirchen, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Gäste. Als Gastredner und Ehrengast hieß er Kurt Beck, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Rheinland Pfalz, herzlich willkommen. Wegen des aufstrebenden Rechtspopulismus in der Europäischen Union richtete Hundhausen einen besonderen Appell an alle Bürgerinnen und Bürger, am 26. Mai wählen zu gehen. „Die Europäische Union“, so Hundhausen, „ist ein Garant für eine fruchtbare Friedenspolitik.“ Bezüglich der anstehenden Kommunalwahlen sei man stolz darauf, dass sich innerhalb der SPD im Kreis Altenkirchen so viele junge Leute zur Wahl stellen und verantwortungsvolle Kommunalarbeit leisten möchten.

Anwesenheit von Kurt Beck als gutes Omen für die Kommunalwahl
Bernd Brato, Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde, erinnerte an den Besuch und die Rede von Kurt Beck anlässlich seiner zurückliegenden Bürgermeisterwahl, die anschließend mit einem historischen Ergebnis für ihn verlaufen ist. Die Anwesenheit von Kurt Beck in Betzdorf vor der diesjährigen Kommunalwahl sei ein gutes Omen für Benjamin Geldsetzer, der sich als Stadtbürgermeister zur Wahl stellt. Die SPD in Betzdorf, im Kreis und im Land sei gut aufgestellt. Die SPD habe Themen, die die Menschen betreffen. Man spreche diese unmittelbar an mit dem, was vor Ort und im Land wichtig sei. Dies habe die SPD in der Region stark gemacht. Mit den Menschen auf der Straße zu reden, an ihren Sorgen und Nöten teilzuhaben, sei der Weg, um gemeinsame Lösungen zu finden. Dabei sei es wichtig, nicht etwas zu versprechen, was man nicht halten könne. Die SPD stehe in der Mitte der Gesellschaft und genau dort gehöre sie hin.

Stadtbürgermeisterkandidat möchte Verantwortung übernehmen
Benjamin Geldsetzer, Kandidat für das Amt des Betzdorfer Stadtbürgermeisters, gab einen kurzen Rückblick über seine politischen Aktivitäten. Dabei sei der Erdrutschsieg von Bernd Brato bei der Kommunalwahl für ihn Auslöser gewesen, der SPD beizutreten. Geldsetzer betonte, dass er stolz darauf sei, was die SPD in Betzdorf geleistet hat und freute sich umso mehr, dass er aufgrund des 100-jährigen Bestehens des SPD-Ortsvereins eine Rede halten dürfe. Bezüglich der Kommunalwahlen sei das Durchschnittsalter der SPD-Bewerber für den Stadt- und Verbandsgemeinderat mit 39 Jahren auf den ersten zwölf Plätzen für ihn eine ganz besondere Freude. Als Beispiel nannte er Andreas Hundhausen, der mit 33 Jahren als Kandidat für das Landratsamt kandidiert.



Europäische Union ist Garant für den Frieden in Europa
Kurt Beck, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Gastredner des Abends, gratulierte dem SPD-Ortsverein Betzdorf zum 100-jährigen Jubiläum. Er habe sich intensiv mit der Vereinsgeschichte beschäftigt, den Neuanfang besonders nach dem Dritten Reich bis heute verfolgt. Der Ortsverein habe Großartiges geleistet. Ein Zeichen für ihn, dass die Grundausrichtung des Vereins stimmt und von den Menschen akzeptiert wird. „Wir müssen“, so Kurt Beck, „uns unserer eigenen Geschichte besinnen. Denn wer bekanntlich nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er ist. Und wer nicht weiß wo er ist, kann nicht bestimmen, wohin er will.“ Menschen, die in kommunaler Verantwortung und in der Verantwortung für eine Partei stehen, genauso wie Vereinsvorstände, die Aktiven von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Sozialorganisationen: Sie alle seien Zeichen für die Lebendigkeit der Gesellschaft. Dabei sei Danke zu sagen nicht mehr selbstverständlich. Menschen müssen wissen, dass es auch etwas wert ist, wenn man sich für andere Menschen engagiert. Es dürfe nicht so weit kommen, dass man am Ende für alles den Preis, aber nicht den Wert kenne. Man müsse etwas tun und für den Frieden eintreten. Die Europäische Union sei Garant für den Frieden in Europa. Doch wenn man sich die Vorgänge in der Welt betrachte, müsse man Sorge tragen, dass dieser Frieden durch einen Krieg zerstört werden könne. Die einseitige Kündigung des Atomvertrages mit dem Iran durch die USA und der damit verbundene Konflikt, so Beck, bereite ihm Sorgen. Ein Krieg mit ungeahnten Folgen sei nicht mehr auszuschließen. Statt aufzurüsten, müsse man über Abrüstung reden. Fatal sei es, von Deutschland zu verlangen, zwei Prozent des Bruttosozialproduktes für die Verteidigung auszugeben. Dies diene nur dem Profitgedanken der Rüstungsindustrie, aber nicht dem Sinn von Stabilität und Sicherheit im Land. Friedenspolitik besteht in der friedlichen Lösung von Konflikten. Das Zitat von Willy Brandt: „Frieden ist nicht Alles, aber ohne Frieden ist alles Nichts“ mache dies ganz deutlich. Weiterhin sei die Aufkündigung des Klimaschutzvertrages durch die USA besorgniserregend. Man müsse lernen, lebenswert zu leben und diesen Grundgedanken auch an die Kinder weiter zu vererben. Das Ziel hierbei sei Luft, die man atmen kann, gesunde Lebensmittel, die man ohne Bedenken essen kann, und klares Wasser, welches man trinken kann. Deshalb müsse Klimaschutz im Vordergrund stehen. Zum Klimaschutz werden kleine Länder von den großen leider nicht gehört, deshalb müsse Europa in dieser Frage zusammen stehen, um gemeinsam gegen die großen Staaten angehen zu können. (GRI)


Mehr zum Thema:    Kommunalwahlen 2019   
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