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Nachricht vom 22.05.2019    

Landratswahl 2019: Andreas Hundhausen (SPD) im Interview

INTERVIEW | Nur noch wenige Tage sind es, dann steht fest, wer am 1. September die Nachfolge von Landrat Michael Lieber antreten wird: Peter Enders (CDU) und Andreas Hundhausen (SPD) stellen sich der Wahl am 26. Mai. Im heutigen Interview kommt der SPD-Bewerber zu Wort.

Die Sozialdemokraten gehen mit ihrem Kreisvorsitzenden Andreas Hundhausen ins Rennen um die Position des Altenkirchener Landrats. (Foto: privat)

Kirchen/Kreisgebiet. Die Sozialdemokraten gehen mit ihrem Kreisvorsitzenden Andreas Hundhausen ins Rennen um die Position des Altenkirchener Landrats. Wie mit dem CDU-Bewerber Peter Enders konnte der AK-Kurier auch mit ihm ein kurzes Interview führen.

Das ist Andreas Hundhausen

Geboren 1985 in Kirchen, bezeichnet sich Andreas Hundhausen als „Kind des Kreises Altenkirchen“. Nach Abitur in Betzdorf und dem Studium in Siegen ist er seit 2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Sabine Bätzing-Lichtenthäler, MdL, sowie seit 2016 Doktorrand an der Universität Siegen am Zentrum für ökonomische Bildung. 2011 wählten ihn die Sozialdemokraten im Kreis Altenkirchen zu ihrem Parteivorsitzenden, 2014 wurde er Kirchener Stadtbürgermeister. Seit 2016 ist er auch Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag. Zudem engagiert er sich, so Hundhausen, „mit großer Leidenschaft“ seit 2001 als Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr im Löschzug Kirchen.

Es geht in den Endspurt. Wie läuft der Wahlkampf? Wo drückt den Bürger der Schuh? Und wie reagieren Sie auf ganz konkrete Problembeschreibungen, beispielsweise bei Ihren Haustür-Gesprächen?

Andreas Hundhausen: Mit dem bisherigen Verlauf des Wahlkampfes bin ich sehr zufrieden. Insbesondere die vielen positiven Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger an den Haustüren bestärken und motivieren mich. An den Haustüren bin ich bislang auf eine Vielzahl an Themen angesprochen worden. Allerdings gibt es zwei, drei Themen, die immer wieder genannt werden. Das sind vor allem der schlechte Zustand der Kreisstraßen, die Ticketpreise im ÖPNV sowie der Forderung nach einer stärkeren Bürgernähe der Kreisverwaltung. Immer dann, wenn sich konkrete, persönliche Probleme an einer Haustür ergeben, nehme ich diese auf und versuche sie zu lösen. Die betreffenden Bürger erhalten eine Rückmeldung von mir.

Beim Festakt „50 Jahre Stadt Wissen“ skizzierte der Zukunftsforscher Daniel Dettling die Möglichkeiten eines Comebacks des ländlichen Raums. Mit welchen drei Top-Argumenten wirbt ein künftiger Landrat Andreas Hundhausen für die Region zwischen Willroth und Mudersbach? Und was muss hier besser werden?

Andreas Hundhausen: Die drei Top-Argumente lauten:
1. schöne Landschaft
2. hilfsbereite Menschen
3. lebenswerter Raum

Bei allem Positiven, was den Landkreis Altenkirchen ausmacht, stehen wir aber auch vor einer Reihe von Herausforderungen. Wir müssen uns stärker um die Infrastruktur kümmern. Wir brauchen bessere Kreisstraßen, bessere Breitbandnetze, einen attraktiveren ÖPNV mit bezahlbaren Tickets und eine ausreichende medizinische und pflegerische Versorgung.

Auf der kommunalen Ebene, so argumentieren parteiunabhängige Wählergruppierungen oft, habe Parteipolitik nichts zu suchen. Ganz ohne geht es aber wohl nicht. Was ist typisch sozialdemokratisch am Kommunalpolitiker Andreas Hundhausen?

Andreas Hundhausen: Auf der kommunalen Ebene spielt Parteipolitik oftmals eine untergeordnete Rolle. Das ist auch nicht schlimm. Im Gegenteil: es geht doch darum, die Gemeinde, Verbandsgemeinde oder den Kreis im Sinne der Bürgerinnen und Bürger positiv zu gestalten. Meine Wurzeln sind sozialdemokratisch, damit verbinden sich bestimmte politische Werte, die ich auch lebe. Wählerinnen und Wähler entscheiden bei Kommunalwahlen eher danach, ob sie jemanden kennen, jemanden kompetent finden oder schlicht zutrauen, etwas für die eigene Gemeinde oder den eigenen Landkreis zu bewegen.

Mir als Sozialdemokrat ist wichtig, dass die Menschen im Mittelpunkt unseres kommunalpolitischen Handelns stehen. Ich möchte die Lebenswelt so gestalten, dass die Menschen gerne hier leben.

Haben Sie (politische) Vorbilder?

Andreas Hundhausen: Willy Brandt und Helmut Schmidt haben die Bundesrepublik Deutschland geprägt. Heute fehlen uns solche „Typen“.

Sie haben eine Million Euro zur Verfügung: Damit sollen Sie weder Haushaltslöcher stopfen noch Straßen sanieren. Allerdings soll der Kreis profitieren. Ihr konkreter Vorschlag?

Andreas Hundhausen: Ich würde das Geld in nachhaltige Projekte investieren, beispielsweise energetische Sanierungen von Kreisliegenschaften oder die Ausstattung der kreiseigenen Dächer mit Photovoltaik-Anlagen, damit der Kreishaushalt dauerhaft entlastet wird. Zusätzlich würde ich die wertvolle Schulsozialarbeit ausweiten. (red)


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