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Nachricht vom 27.02.2010    

Demo in Wissen: "Rettet den Notarzt"

CDU und FWG haben zu einer Demonstration in Wissen aufgerufen. Am Samstag, 6. März, sollen die Menschen Gelegenheit haben, sich für die Rettung des Notarztstandortes einzusetzen.

Wissen. Nachdem die Innere Abteilung im St.-Antonius-Krankenhaus geschlossen wird, gehe es nun mit aller Kraft um die Rettung des Notarztstandortes Wissen, heißt es in einem Aufruf von CDU und FWG zu einer Demontration in Wissen. Über den Notarztstandort sei noch nicht entschieden. "Der Druck muss jetzt von den Menschen auf der Straße ausgeübt werden. Ansonsten wird möglicherweise wieder über die Köpfe hinweg entscheiden und der Notarzt in Wissen geschlossen", so CDU und FWG in Stadt und VG Wissen.
Die Bevölkerung von Wissen und Umgebung müsse Flagge zeigen und die Organisatoren rufen zur Demo "Rettet den Notarzt in Wissen" auf.
Am Samstag, 6. März, 11 Uhr, soll der Demonstrationszug vom Regio-Bahnhof zur DRK-Rettungswache gehen. Dort findet eine Kundgebung statt mit Ärzten und Notärzten. "Ohne den Druck der Straße droht möglicherweise dasselbe Fiasko wie beim Krankenhaus und die Menschen müssen sich ernsthafte Sorgen um die Akutversorgung machen", so die Fraktionsvorsitzenden beider politischen Organisationen in Stadt und Verbandsgemeinde, Hermann Josef Selbach, Ulrich Marciniak, Wolf-Rüdiger Bieschke und Hubert Wagner. "Wenn schon die Innere mit der Intensivstation nicht mehr vorhanden ist, muss der Notarzt bleiben. Den Notarzt brauchen wir in jedem Fall. Wenn bei Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall der Notarzt von außerhalb anreisen muss und der Notfallpatient dann noch nach Kirchen, Waldbröl oder Siegen gefahren werden muss, geht wertvolle Zeit verloren", ergänzt die CDU-Frau im Stadtrat und Hausärztin, Dr. Katrin Salveter. Das ist keine Angst- oder Panikmache sondern bittere Realität, so CDU und FWG uniso. Der Notarzt muss daher in Wissen bleiben.
Dieser Ansicht ist auch Dr. Peter Enders, CDU-Landtagsabgeordneter, der die Entwicklung mit großer Sorge verfolgt. Enders wird auch bei der Kundgebung am Samstag das Wort ergreifen. Er ist selbst aktiver Notarzt und kann aus eigener Erfahrung zu der brisanten Thematik Stellung nehmen. Ferner wird der Leitende Notarzt Dr. Michael Theis die Problematik aus haus- und notärztlicher Sicht darlegen.
Die CDU und die FWG in Wissen laden die gesamte Bevölkerung, auch aus den VGs Hamm und Gebhardhain einschließlich aller Verbände, Einrichtungen, Vereine, Selbsthilfegruppen, Initiativen und alle politischen Parteien ein, bei der Demo aktiv mitzumachen. Nur so könne den politisch Verantwortlichen in Mainz und Montabaur sowie den Kostenträgern bei Krankenkassen und Kassenärztlicher Vereinigung gezeigt werden, dass die Bevölkerung hinter ihrem Notarzt steht und Planspielchen am grünen Tisch zur Schließung des Notarztstandortes Wissen eine klare Absage erteilt. Der Notarzt könne zu einer (Über-)Lebensfrage der Menschen im Wissener Raum und den benachbarten Gemeinden werden, so CDU und FWG.
Die Veranstalter bitten die Bevölkerung mit der Teilnahme an der Demonstration ihren Unmut über die Entwicklung der Notfallversorgung im Wissener Raum zum Ausdruck zu bringen. "Jedes Schild und jedes Transparent mit entsprechenden Äußerungen prägt die Demonstration und ist äußeres Zeichen des Unmutes. Wir geben nicht auf und bleiben am Ball in Sachen ärztlicher und notärztlicher Versorgung", so der Gemeindeverbandsvorsitzende Claus Behner.



Kommentare zu: Demo in Wissen: "Rettet den Notarzt"

1 Kommentar
Es zeigt sich mal wieder, dass es nicht egal ist wo man wohnt. Wissen und Umgebung ohne Notarzt und Notfallkrankenhaus mit Intensiv-Station bedeutet im wahrsten Sinne des Wortes, dass die Menschen "zum Sterben verurteilt" sind. Was spricht eigentlich dagegen, ein eigenes kleines "Notfall-Krankenhaus" mit ca. 20 Betten und einer Intensivstation an der derzeitigen Rettungswache anzubauen, um eine wirkliche Erstversorgung zu gewährleisten? Nach Stabilisierung der Patienten kann dann eine Verlegung nach Kirchen, Waldbröl oder Siegen erfolgen. Haben daran mal die Stadt Wissen und die angeschlossenen Verbandsgemeinden gedacht? Diese Situation haben und werden uns daran hindern, wieder in unsere Heimatstadt zu ziehen.
#1 von Margit Reifenrath, Köln-Wahn, am 27.02.2010 um 17:16 Uhr

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