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Nachricht vom 23.05.2019 - 14:35 Uhr    

20 Meter unter Tage: Das historische Schieferbergwerk Assberg am Westerwaldsteig

Das Schieferbergwerk „Assberg“ in Limbach zeugt vom Schieferabbau in der Kroppacher Schweiz, der dort schon seit dem Mittelalter stattgefunden hat. Der Stollen des Schieferbergwerkes ist in 20 Meter Tiefe über eine Treppe begehbar. Das unterirdische Bergwerk wurde von Hand ausgehauen, dabei wurden die einzelnen Schieferschichten abgetragen, nach oben befördert und zu Dachschiefer verarbeitet. Das alte Schieferbergwerk befindet sich in unmittelbarer Nähe des Westerwaldsteiges und gehört zu den historischen Attraktionen des Wanderweges.

Bergwerkseingang zum historischen Stollen des Schieferbergwerks. Fotos: GRI

Limbach/Hachenburger Westerwald. Der Tipp eines Lesers führte den WW-Kurier nach Limbach bei Hachenburg im Westerwald. Dort, mitten im Wald, befindet sich unter Tage in 20 Meter Tiefe der Bergwerksstollen eines ehemaligen Schieferbergwerks (Schiefergrube), der für Jedermann frei zugänglich ist. Direkt am Westerwaldsteig, Marienwanderweg und Druidensteig gelegen, ist dieser historische Platz Teil der besonderen Attraktionen des Wanderwegenetzes und des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Ein Schild mit der Aufschrift „Schiefergrube“ weist uns den Weg. Vom Wanderweg rechts abgebogen, erkennen wir einen überdachten Rastplatz, auf den wir zusteuern. Dort angekommen ist der Eingang zum Bergwerk nicht zu übersehen. Eine Art Holzhaus mit der Überschrift „Historisches Schieferbergwerk Assberg Limbach“ dient als Eingang. Es gibt keine Tür, der Zugang ist offen. Wie gehen hinein und sofort geht das Licht an, das durch einen automatischen Bewegungsmelder gesteuert wird. Links und rechts an den Wänden befinden sich zwei Ruhebänke aus Holz, fest mit der Wandkonstruktion verbunden. Sogar an Sitzkissen wurde gedacht. An den Wänden entdeckt man die Schautafeln, die die Geschichte des Schieferbergwerks und des Schieferabbaus im Westerwald erzählen. Und es liegt ein Gästebuch aus, in dem man sich eintragen kann. Wir werfen einen Blick ins Gästebuch und stellen erstaunt fest, dass viele Wanderer aus unterschiedlichen Regionen von ganz Deutschland schon hier gewesen sind. Ein Zeichen dafür, dass der Westerwaldsteig sich großer Beliebtheit erfreut.

Eine Stahltreppe nach unten führt in den Stollen

Am Ende des Holzhauses scheint man eine Art Höhle zu sehen. Man schaut auf einen dunklen Felsen. Dort befindet sich der Zugang zum Bergwerksstollen. Wir machen ein Foto und sehen im Blitzlicht, dass die Felswand aus mehreren Schichten dunkelbrauner, fast schwarzer Felsformationen besteht. Jetzt wird uns klar, dass man die einzelnen Steinschichten abgetragen und zu Dachschiefer verarbeitet hat. Wir stehen an einer Eisentreppe, blicken etwa 20 Meter nach unten und erkennen den Zugang zu einem größeren Raum, den wir im Lichtschein der unten montierten Lampe sehen. Wir beginnen den Abstieg. Festes Schuhwerk ist empfohlen, wenn man die nassen und dadurch etwas rutschigen Stufen der Stahltreppe in den Stollen nach unten steigt. Doch vorher sollte man sich vergewissern, dass das Licht funktioniert. Denn ohne Licht, in absoluter Dunkelheit, scheint uns ein Abstieg zu gefährlich. Unter Tage angekommen, betritt man eine Bergwerkskammer mit einem etwa 10 Meter hohen Gewölbe. Ein großer und mächtiger Raum. Kaum vorstellbar, wie beschwerlich die Arbeiten hier früher gewesen sein mussten, das schwere Schiefergestein aus dem Felsen zu hauen und dann mit Körben an Seilen oder über Leitern nach oben zu transportieren. Im Bergwerksstollen hat man zwei Sitzbänke aufgestellt. Es ist feucht, Wasser läuft an einer Wand hinunter. Wir schauen an der Treppe nach oben. Erst jetzt wird uns klar, wie tief wir hier schon unter der Erde sind. An der Wand ist ein Schild befestigt auf dem erklärt wird, dass das unterirdische Bergwerk von Hand ausgehauen wurde und dass man dort auch im Winter mit drei bis fünf Leuten gearbeitet hat. Über sogenannte „Fahrten“ (Leitern) die an „Strossen“ (Stufen) angelehnt waren, ist man früher nach unten geklettert. Andächtig schauen wir uns noch etwas um, bevor wir uns wieder auf den Weg nach oben begeben. Mit einem Eintrag ins Gästebuch verlassen wir diesen doch etwas mystischen Ort.

Historie und Lage des Schieferbergwerks

Das Schieferbergwerk „Assberg“ in Limbach wurde zwar schon 1548 erwähnt, soll aber in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der von 1618 bis 1648 gedauert hat, in der heutigen Form unter Tage entstanden sein. Zum nahen Kloster Marienstatt gehörend wird vermutet, dass der Stollenraum während des langen Krieges als Versteck sowie auch sakralen Zwecken gedient haben könnte. Davon zeugen die gebogene Form der Wandfläche an der Ostseite mit einer Altarstufe und das gegenüber eingemeißelte Kreuz. Der Schieferabbau über Tage soll in der Schiefergrube bereits im Mittelalter stattgefunden haben. Die historische Dachschiefergrube „Assberg“ dürfte die größte und älteste Schiefergrube des Westerwaldes gewesen sein. Wer das Bergwerk nicht auf Wanderschuhen erkunden möchte, kann mit dem Auto am Ortseingang von Limbach, von Heimborn aus kommend, rechts den ersten Weg einbiegen und mit dem Fahrzeug bis zum Parkplatz kurz vor das Bergwerk fahren. Die GPS Koordinaten der Schiefergrube sind: 50.694838, 7.792665. (GRI)



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