Werbung

Nachricht vom 27.05.2019    

Vesakh-Fest im Kloster Hassel

Mitte Mai (2019) fand im Kloster Hassel wieder das traditionelle Vesakh-Fest statt. Hierbei handelt es sich um einen weltweit zelebrierten buddhistischen Feiertag. Gestaltet wurde dieser im Kloster Hassel als offener Tag.

Fotos: Pr

Hassel. Nach der von Dieter Born und Daniel Simon geführten Wanderung begann das Fest im Kloster mit Grußworten.

Dietmar Henrich, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hamm/Sieg eröffnete das Fest und wies auf seine Bedeutung hin (das Gedenken an Siddhattha Gotama, den letzten Buddha). Er hob die Schönheit der Landschaft und die gute Atmosphäre im Kloster hervor, die ideal zum Entschleunigen und Loslassen seien. Er begrüßte die Beiträge des Klosters in den Bereichen Kultur und Bildung sowie die Naturprojekte als Bereicherung der Vielfalt in der Gemeinde und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf.

Pfarrer Prof. Dr. Klaus Otte, evangelischer Theologe mit vielfältigen Ämtern und seit langem engagiert für den interreligiösen Dialog, begann sein Grußwort mit einer Reflexion zum Thema Grenzen, die eine weitreichende Betrachtung erlauben. Sie können Hoffnung auf Zukunft bedeuten und auch Verfestigung und Zementierung. Es gelte im Leben, sich auf den Weg zu machen, ohne Illusionen über die Zukunft und ohne zu sehr zurück in die Vergangenheit zu schauen. Das Geheimnis des Lebens stelle sich in jedem Moment neu her. Er wünsche eine Zukunft, die zugreift, so wie der Samariter, der auf seinem Weg einen Verletzten versorgte. Das Kloster strahle Offenheit aus, Prof. Otte dankte für die gute Freundschaft und beendete seinen Beitrag mit einem Friedensgruß.

Peter Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hachenburg, stellte in seinem Beitrag einen positiven und konstruktiven Bezug zum Gemeinwesen her. Er griff gängige Vorbehalte auf, z.B. „man kann ja sowieso nichts ändern“ und hielt dem entgegen, dass Mitgestalten möglich sei. Es brauche halt einen langen Atem. Hilfreich seien gemeinsames Gestalten und Gemeinschaftserlebnisse sowie das Engagement für konkrete Ziele auf kommunaler Ebene.

Den Hauptvortrag zu Lehre und Leben des Buddha hielt die Klosterleitung, Ew. Dhammā Mahātherī, die darum gebeten worden war. Der Gedenktag umfasse einen ganzen Kreislauf: die Geburt des Buddha, seinen Durchbruch zu klarem Sehen, vollständiger Erkenntnis und innerer Freiheit sowie seinen Tod und er rege damit zur Betrachtung der Prozesse des Lebens an - nüchtern, ohne Wertung, „es ist, wie es ist“. Zentral in der Lehre sei die Aufforderung des Buddha: Komm und sieh, prüfe selbst. Folge nicht blindlings dem, was andere Dir sagen. Den Frieden kann man in sich selber finden.

Begegne man einem Menschen, der andere Auffassung trage, solle man prüfen, was daran heilsam und gut und ihn darin bestärken, und ihn nicht von der eigenen Betrachtung überzeugen wollen. Die Buddha-Lehre sei kein Dogma, sondern ein Übungsansatz – sei achtsam, heißt es. Dabei gehe es einerseits um Reinigung, um inneres „Aufräumen“ unförderlicher, fürs eigene Leben nachteiliger Gewöhnungen sowie andererseits um Großzügigkeit und die Stärkung positiver Charaktereigenschaften wie Vertrauen, Dankbarkeit und Wohlwollen. Es sei möglich, in Würde immer wieder neu zu beginnen. Das Leben beginne jeden Moment neu – wir dürfen jeden Moment neu anfangen. Bei der Schulung der Achtsamkeit sei es wichtig, dem Leben eine Richtung zu geben, zu reflektieren, was man für sich selbst als wichtig erachtet und diese Werte und Ideale stärkend zu erhalten.

Der Buddha entstammte einem wohlhabenden Herrscherhaus. Zentrale Erfahrungen für ihn seien die Begegnung mit kranken, alten und sterbenden Menschen sowie die mit einem Asketen, einem Wandermönch, gewesen. So wuchs in ihm der Entschluss zur Suche nach der Wahrheit des Lebens, nach einem Zugang zu einer bleibenden Art von innerem Frieden und Freiheit. Mit 26 Jahren wählte er den religiösen Weg und wurde Mönch. Er erlernte die gängigen Schulungswege, die ihm nicht die gesuchte Antwort schenkten. Die Suche und inneres Üben führten ihn schließlich zu der Erkenntnis, dass der menschliche Geist nicht in Extremen Ruhe und Frieden sich schaffen kann. Seien es nun die ausschweifenden Sinnesgenüsse oder auch extreme Askese – beides verwarf er als Weg zu innerem Frieden.



Er erkannte das Begehren, den dauerhaften inneren Drang nach etwas Habenwollen oder Weghabenwollen, als Ursache innerer Unzufriedenheit und den Weg zur Überwindung – nicht blind allen Impulsen zu folgen. Die innere Stärkung, die aus Charakterqualitäten und innerer Beruhigung erwachse, erfülle tiefgreifender als die rasch dahineilenden Begehrensimpulse in ihrem Stillung versprechenden Erfüllen tragen können. Die kurzfristige Befriedigung des Begehrens trüge rasch wieder Vergehen und alsbald erneutes Begehren nach mehr und neu.

Die Mittagspause bot Gelegenheit zu Austausch und Information. Das Küchenteam um Thomas Heck erfreute die Gäste mit wohlschmeckender Pizza aus dem Holzkohleofen und frischen Salaten. Auf großes Interesse stieß die anschließende Einführung und Erläuterung der Gehmeditation durch Irmela und Daniel.

Im offenen Gesprächskreis mit der Klosterleitung und Freunden des Klosters stellten Gäste zahlreiche Fragen zu praktischen Ansätzen der Buddha-Lehre.

Auf Wunsch wurde der Übungsansatz zur alltagsnahen Achtsamkeitsschulung erläutert, wie er auch bei Offenen Ruhigen Aufenthalten im Kloster sehr praxisnah und alltagsbezogen Anwendung findet. Es sei ein Weg, im eigenen Alltag sich Hilfen zu innerer Beruhigung und Regeneration zu erschließen.

Gefragt wurde auch nach Möglichkeiten zum Umgang mit Stress und starkem beruflichem Eingebunden-Sein. Der Satz „es ist, wie es ist“ bedeute nicht, alles unreflektiert hinzunehmen. Vielmehr gehe es darum, sich bewusst zu machen, wo man steht und davon ausgehend Veränderungen in kleinen Schritten vorzunehmen. Die Hilfe der im eigenen Charakter wurzelnden Qualitäten wie z.B. Großzügigkeit, Dankbarkeit, Aufrichtigkeit und Gönnen-können sei im Alltäglichen von Innen sehr stärkend. Es gelte immer wieder, aus allem das Beste zu machen.

Am Nachmittag folgte ein Kulturprogramm mit vielfältigen Beiträgen. Dr. Salamat Schiftah brachte orientalische Klänge aus der Zeit des Buddha zu Gehör. Das Barockensemble Orlando der Musikschule Altenkirchen spielte auf klassischen Instrumenten Musik alter Meister. Die Mitglieder des Ensembles ließen sich auch durch Wind und Regen nicht aus dem Takt bringen.

Axel Dohms trug Märchen vor, die humorvoll und mit überraschenden Wendungen Lebensweisheiten vermitteln. Für die musikalische Begleitung sorgten Thalia Staedel und Georg Meinhardt. Sie waren es auch, die den Tag mit einem Sonatenkonzert ausklingen ließen, bevor die Klosterleitung die Gäste mit guten Wünschen verabschiedete.

Ein friedvoller und harmonischer Tag ging zu Ende; viele Gäste hoben die ruhige und zugleich inspirierende Atmosphäre im Kloster Hassel hervor. (PM)


Lokales: Hamm & Umgebung

Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Hamm auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   


Kommentare zu: Vesakh-Fest im Kloster Hassel

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Verkehrsunfall auf der Autobahn zwischen Willroth und Epgert führte zu Stau

Willroth. Zunächst war nicht klar, ob es noch eine zweite Unfallstelle gab. Dies konnte im weiteren Verlauf durch die Autobahnpolizei ...

Schwere Brandstiftung in Wissen: Brandopfer sagten vor dem Landgericht Koblenz aus

Region. Dem heute 57-jährigem Angeklagten wird seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, am 31. Oktober 2021 aus Wut über ...

IGS Hamm: Sprachprüfungen in Französisch erfolgreich abgelegt

Hamm. Französischlehrerin Iris Weiß bot nachmittags eine DELF-AG an, um die Schüler bei der Vorbereitung zu unterstützen. ...

VHS-Kurs in Neuwied: Fehler machen, aber richtig

Neuwied. Kommunikationstrainer Martin Heyer hingegen meint: "In Fehlern und Misserfolgen steckt ein riesiges Potenzial. Der ...

Wohnmobil in Wissen beschädigt - Verursacher begeht Unfallflucht

Wissen. Laut Polizeidirektion Neuwird ereignete sich der Unfall am Samstag, dem 14. Mai. Das Wohnmobil parkte dessen Fahrzeugführer ...

Herdorf: Tasereinsatz bei Widerstand - Polizeibeamtin durch Tritt verletzt

Herdorf. Am Montag, den 16. Mai, hatte die Polizei gegen 10 Uhr eine Mitteilung erhalten, wonach in einer Arztpraxis in Herdorf ...

Weitere Artikel


Westerwälder Firmenlauf: Die neunte Auflage steht an

Betzdorf. Die neunte Auflage des Westerwälder Firmenlaufs wirft ihre Schatten voraus: Am Freitag, dem 13. September, startet ...

In Altenkirchen feierten drei Einrichtungen das DRK Jubiläum

Altenkirchen. Es begann mit einem offiziellen Festakt im neuen Besprechungsraum des Krankenhauses. Hier konnte der kaufmännische ...

VG Altenkirchen-Flammersfeld: Das ist der erste Verbandsgemeinderat

Altenkirchen/Flammersfeld. Alles neu macht der Mai: Zumindest die Kommunalwahl im Mai 2019 beschert der neuen Verbandsgemeinde ...

Studienpreis des Kreises Altenkirchen wurde zweimal vergeben

Kreis Altenkirchen. Um die enge Bindung der Region an die Universität Siegen zu unterstreichen, wurde im Jahr 2004 der Studienpreis ...

Poetische Büffelbäuerin begeisterte im Stadthaus

Selters. Ein Jahr lang hatte Julia Bourmer auf Luxus und Konsum verzichtet und zusammen mit vier Büffeln und zwei Huzulenpferde ...

Ehrung für Dekan i.R. Pfarrer Gerhard Zimmermann

Dillenburg/Rennerod/Siegen. Als eine von zahlreichen weiteren Ehrungen erhielt im Jahre 1990 vom Deutschen Koordinierungsrat ...

Werbung