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Nachricht vom 28.05.2019    

Verbindung und Musik bei den „Tagen der Partnerschaft“

Ganz eng verbunden mit den Partnergemeinden im kongolesischen Muku waren die heimischen evangelischen Christen am vergangenen Wochenende. Bei den „Tagen der Partnerschaft“ in der Kreisstadt gab nicht nur viel verbindende Musik. Auch in den Gebeten beim Partnerschaftsgottesdienst in der evangelischen Christuskirche war man grenzenlos vereint.

Mit welcher Bewegungsfreude und Fröhlichkeit im Partnerkirchenkreis Muku (Kongo) Gottesdienste gefeiert werden, brachten Michel Sanya Mutambala und die Afrikachöre
„Pamoja-Umoja“ beim Gottesdienst näher. Im kommenden Jahr feiert man den 40. Geburtstag der kreiskirchlichen Partnerschaft Altenkirchen/Muku.(Foto: Petra Stroh)

Kreis Altenkirchen. Superintendent Reverend Sylvain Muhindo aus Muku hatte die Fürbitten, die zeitgleich auch bei allen Gottesdiensten in dem riesigen Kirchenkreis im Osten des Kongos verlesen wurden, nach Altenkirchen geschickt. Das friedliche Miteinander in Altenkirchen und Muku und die gemeinsame Partnerschaftsarbeit standen dort ebenso im Blick wie die weiterhin schwierige politische Lage im Kongo, die Gewaltaktionen und die Verarmung der Bevölkerung dort und die andauernde Bedrohung durch das Ebola-Virus.

Gemeinsam wurden die Partnerschaftstage vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene, Pfarrer Joachim Dührkoop, der Evangelischen Landjugendakademie, dem Kirchenkreis Altenkirchen, der „CBCA Poste Muku“ und der Evangelischen Kirche im Rheinland veranstaltet. Die Afrika-Chöre „Pamoja-Umoja“ unter der Leitung von Michel Sanya Mutambala, der aus Muku stammt und als Musiker schon viele Jahre in Deutschland lebt und auch mehrfach im Kreis Altenkirchen unterwegs war, bildeten die musikalische Klammer der Partnerschaftstage. Zwei Tage probten die Chöre gemeinsam in der Landjugendakademie in Altenkirchen und erfreuten am Samstagabend bei einem Konzert in der Christuskirche bereits die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrer mitreißenden Musik.

Ganz im Zeichen der seit knapp 40 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen der CBAC Poste Muku und dem Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen stand das Sonntagsprogramm, das mit einem Gottesdienst in der Altenkirchener Christuskirche eröffnet wurde. Hier erreichte die rund 40 Sängerinnen unter Leitung von Michel Sanya Mutambala mit ihren teils fröhlichen, teils ergreifenden, aber immer mitreißenden Rhythmen, die Herzen aller Anwesenden und ließen spürbar werden mit welcher Begeisterung und Inbrunst afrikanische Gottesdienste gefeiert werden und dass es auch Andacht mit viel Bewegung und Tanz gibt.

Gemeindepfarrerin Gudrun Weber Gerhards, Kirchenrätin Anja Vollendorf von der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) aus Düsseldorf und Ökumene-Pfarrer Joachim Dührkoop vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene im „Südrhein“ gestalteten gemeinsam den Gottesdienst rund um die musikalisch-mitreißenden Beiträge der Afrika-Chöre. Dass in Altenkirchen gleich zwei Pfarrerinnen den Gottesdienst in Altenkirchen mitgestalteten ist ein „Trenn-Element“ in der Partnerschaftsbeziehung mit dem Kongo. Die CBCA – der dortige Kirchenverband – ordiniert keine Frauen als Pfarrerinnen. Kirchenrätin Anja Vollendorf als Predigerin erinnerte daran. Vollendorf, im Ökumene-Referat der EKiR, engagiert, lebte selbst einige Zeit im Kongo und unterstrich, wie wichtig in der Partnerschaftsarbeit das gegenseitige Wahrnehmen, Kennenlernen und „Gemeinsam wachsen“ sei. „Damit verändert sich Lebensqualität hier wie dort!“ Historisch, und durch die schwierigen Lebensbedingungen im Ostkongo (noch immer bestimmt von kriegerischen Auseinandersetzungen, Gewalt, Flucht und perfiden Machtkämpfen) bedingt, so Vollendorf, sei es besonders wichtig, dass die Menschen dort neues Vertrauen aufbauen könnten. Auch in ihre eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. „Es gilt neues altes Wissen zu vermitteln“. Viel Wissen, vor allem auch in der landwirtschaftlichen Produktion, sei verloren gegangen. Angesichts der äußeren Umstände konnte „Wissen“ nicht so einfach von Generation zu Generation vermittelt werden; „und Klima- und Umweltveränderungen schaffen ständig neue Herausforderungen!“ Vollendorf dankte allen (heimischen) Akteuren, die mithelfen, dass gerade auch in Sachen „Wissensvermittlung“ viel Fruchtbares die Partnerschaft bestimmt.



Welche Projekte derzeit in der Partnerschaftsarbeit der beiden Kirchenkreises angegangen werden, wurde bei einem Austausch der Partnerschaftstage im Theodor-Maas-Haus deutlich. So berichtete etwa die Altenkirchenerin Christa Hillmer, die über viele Jahrzehnte im heimischen Ausschuss für „Ökumene, Eine-Welt-Arbeit und Partnerschaft“ wirkt, wie es aktuell weitergehen soll mit dem Projekt „Manunga“. Hier müssen nach viele Betriebs-Jahren die Motoren und Pumpen ausgetauscht werden, so dass wieder problemlos Wasser und Strom fließen und die Bedingungen nicht nur in der angeschlossenen Krankenstation von Muku verbessern können.

Vorgestellt wurde auch ein neues Buch von Michel Sanya Mutambala, der als „Kenner zwischen den Welten“ damit insbesondere auch Lehrkräften Materialien für Unterrichtseinheiten und Projekte zur Verfügung stellen will.Engagiert sind die heimischen „Partnerschafts-Arbeiter“ auch imProjekt „Mugogo“: hier wird ein Lager-, Versammlungs- und Verkaufszentrum in der Region Muku ausgebaut. Es hilft sowohl den landwirtschaftlichen Kooperationsprojekten wie auch den mehrfach gebeutelten Frauen der Region.Ein „Schulgeld-Projekt“ wurde jüngst nach einer Reise heimischer Akteure (Pfarrerin Almuth Germann aus Freusburg und den beiden Jugendmitarbeitenden Karolin Schukowski/Gebhardshain und Diakon Michael Utsch/Kirchenkreis) angestoßen. Darüber und auch über die Erfahrungen bei der Delegationsreise informiert das Trio – auch „bildhaft“- am Donnerstag, 6. Juni, 19.30 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus in Herdorf. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. (PM)


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