Werbung

Nachricht vom 24.05.2020    

Westerwald-Tipps: Marienthal - ehemaliges Kloster mit Wallfahrtskirche

Das ehemalige Kloster Marienthal befindet sich im Westerwald in der Nähe von Hamm an der Sieg. Die Klosterkirche von 1839, die als Wallfahrtskirche genutzt wird, bietet viele Besonderheiten. Das Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter“, als Figur in einer Seitenkapelle der Wallfahrtskirche aufgebaut, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Dort befinden sich auch zahlreiche Reliquien von bekannten Persönlichkeiten. Eine Klostergastronomie sowie ein Hotel und eine Gaststätte laden zum verweilen ein. Unmittelbar am Westerwaldsteig gelegen, ist Marienthal über ein großes Wanderwegenetz erschlossen. Bekannt ist beispielsweise der Marienwanderweg, der das Kloster Marienthal mit dem Kloster Marienstatt verbindet.

Ehemaliges Kloster, heute Gastronomiebetrieb mit Restaurant und Tagunsgräumen. Foto: GRI

Marienthal/Seelbach. Wer bei Google den Begriff „Marienthal“ eingibt, wird von den vielen Ergebnissen überrascht sein. Doch gilt unser Interesse nur dem ehemaligen Kloster Marienthal, Ortsteil der Gemeinde Seelbach bei Hamm an der Sieg. Eingebettet im Tal des Marienthaler Bachs, liegt der kleine Ort idyllisch gelegen, im Osten, Süden und Westen von Westerwälder Höhen umgeben. Fährt man die Straße von Hilgenroth kommend die Serpentinen zum Klosterdorf hinunter, könnte man durchaus meinen, dass man sich statt im Westerwald im Schwarzwald befindet. Für uns ein Grund mehr, über Marienthal zu berichten.

Das Klosterdorf Marienthal

Das Kloster ist noch komplett erhalten und präsentiert sich in einem überaus ordentlichen Zustand. Von den Franziskanern 1974 als Kloster aufgegeben und von der Erzdiözese Köln als Bildungsstätte betrieben, verbot ein neues Brandschutzgesetz 2014 die weitere Nutzung der Einrichtung. Seit 2016 ist die Klostergastronomie Marienthal, die im ehemaligen Kloster einen Gastronomiebetrieb mit Restaurant und Tagungsräumen betreibt, Pächter des alten Gebäudes. Bei schönem Wetter lädt der idyllische Biergarten der Klostergastronomie zum verweilen ein. Der Ort Marienthal selbst ist wahrlich schon einen Besuch wert. Neben den gepflegten Häusern, die größtenteils in Fachwerk errichtet sind, ist der alte Friedhof am Ortseingang sehenswert. Das Landhotel Marienthaler Hof mit Restaurant ermöglicht die Übernachtung im Klosterdorf. Auf der hoteleigenen Lindenterrasse kann man so richtig die Seele baumeln lassen. Vom Wanderparkplatz in Marienthal erreicht man in wenigen Metern den Westerwaldsteig, einen zertifizierten Naturwanderweg, der quer durch den Westerwald führt. Von dort werden zahlreiche Wanderungen, auch als Rundwanderwege, angeboten.
Der Marienthaler Kreuzweg gilt als besonders beliebt. Der Kreuzweg liegt auf einer Anhöhe oberhalb des Klosters mit schönem Rundweg, herrlich in die Natur eingebettet, und führt nach etwa einem Kilometer an das Ausgangsziel zurück. An verschiedenen Stationen kann man hier den Leidensweg Christi verfolgen, der in imposanten Reliefbildern dargestellt wird.
Bekannt ist außerdem der Marienwanderweg, der die Klöster Marienthal und Marienstatt miteinander verbindet. Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt führt eine Prozession, von Marienstatt startend, etwa 300 Pilger, von einer Blaskapelle begleitet, nach Marienthal. Trotz Aufgabe des Klosters ist Marienthal bis heute weiterhin Wallfahrtsort geblieben, denn die Klosterkirche, die für jedermann täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet ist, wird als bekannte Wallfahrtskirche genutzt.

Die alte Klosterkirche am Wallfahrtsort Marienthal

Die Klosterkirche des ehemaligen Klosters Marienthal, die der „Schmerzhaften Mutter“ geweiht ist, hat für den Besucher einige Besonderheiten zu bieten. Dazu zählen das Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter“, der barocke Hochaltar mit dem Hochaltarbild „Maria Immaculata“ und verschiedene Reliquien von Heiligen und kirchlichen Persönlichkeiten. Die heutige Klosterkirche wurde 1839 auf einem Teil der Grundmauern der um 1500 erbauten ursprünglichen Kirche errichtet. Bei einem Umbau und Restaurierung der Kirche im Jahr 1969 wurden alte Fresken freigelegt und ein altes Gewölbe entdeckt. Der hohe einschiffige Kirchenraum ist mit Stichkappengewölbe und Rocailleschmuck versehen. Der barocke Hochaltar wurde erst 1968 hier aufgestellt, er stammt aus Windorf an der Donau. Das Hochaltarbild „Maria Immaculata“ wurde 1841 von Clementine von Geyr-Schweppenburg gemalt. Die berühmte, etwa 105 Zentimeter große Figur der „Schmerzhaften Mutter“, als Gnadenbild bezeichnet, stammt aus dem 15. Jahrhundert und steht seit 1969 in einer Seitenkapelle der Wallfahrtskirche. Dort sind auch die Reliquien, beispielsweise Knochen oder persönliche Gegenstände, der heiligen Edith Stein oder von Papst Leo X und anderen Persönlichkeiten ausgestellt.

Die Geschichte des Klosters Marienthal

Der Überlieferung nach soll ein Hirte am Ort des ehemaligen Klosters aus Holz eine Marienstatue geschnitzt und dort etwa um 1428 aufgestellt haben. An dieser Stelle wurde 1460 eine Kapelle errichtet. Den Namen Marienthal (Mergendaell) erhielt die Kapelle 1489 anlässlich der Einweihung eines Altars durch den Kölner Weihbischof Johann Spender.
In den Jahren 1487 bis 1492 beschrieb ein Mönch aus Marienstatt das Marienthaler Wunderbüchlein, auch Marienthaler Mirakelbuch genannt, in dem 81 Wunderheilungen aufgeführt sind. Als Pilgerkapelle zu klein geworden, musste das kleine Gotteshaus in der Zeit von 1494 bis 1503 einer dreischiffigen gotischen Kirche weichen, die der „Schmerzhaften Mutter“ geweiht wurde. Im Zusammenhang mit den vielen Wallfahrten wurden am Ort jährlich mehrere Jahrmärkte veranstaltet. Die Wallfahrten wurden 1561 eingestellt, als Marienthal Teil der Grafschaft Sayn wurde, die der lutherischen und reformierten Konfession zugeneigt war. Erst 1666 erfolgte durch Graf Salentin Ernst von Manderscheid die Klostergründung, jedoch verzögerte sich der Bau des Klosters durch die Lage und widrige Umstände immer wieder, so dass der Grundstein erst 1668 gelegt wurde. Die ersten Mönche gehörten dem Franziskanerorden an. Schon 1703 begann man den ersten Klosterbau durch einen neuen, dreigeschossigen Fachwerkneubau auf der Anhöhe über dem Ort zu ersetzen. 1756 wurde der Fachwerkbau wegen Baufälligkeit durch einen Bruchsteinbau ersetzt. Unter der nassauischen Regierung wurde das Kloster 1813 geräumt, 1815 kam es in preußischen Besitz. Von 1853 bis 1864 waren Lazaristen, von 1864 bis 1872 Spiritaner und anschließend Franziskaner in Marienthal als Mönche tätig.1974 wurde das Kloster mangels Nachwuchs von den Franziskanern aufgegeben und wurde bis 1982 von der Erzdiözese Köln als Nebenstelle ihrer Landvolkshochschule in Rhöndorf genutzt, später als Bildungsstätte weiter betrieben. 2014 musste der Tagungsbetrieb wegen neuer Brandschutzbestimmungen eingestellt werden, so dass das Kloster aufgegeben werden musste. Seit 2016 wird in den Räumen des ehemaligen Klosters die Klostergastronomie Marienthal betrieben. Seit 2017 ist die ehemalige Hauskapelle des Klosters eine Außenstelle des Standesamts der Verbandsgemeinde Hamm/Sieg. (GRI)

Hier befindet sich das ehemalige Kloster Marienthal:


In unserer Facebook-Wandergruppe "Wandern im Westerwald" gibt es übrigens auch ständig schöne neue Ecken der Region zu entdecken.


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
       
       
     


Kommentare zu: Westerwald-Tipps: Marienthal - ehemaliges Kloster mit Wallfahrtskirche

1 Kommentar
Man sollte auch an die Gelegenheit denken, Kloster Marienthal mit der putzigen Bahnstrecke von "Altenkirchen Bahnhof, Altenkirchen (Ww)" nach Au/Sieg zu erreichen. Sie führt z.B. sonntags alle 2 Stunden ab 8:16 von Altenkirchen mitten durch den Wald. Die Fahrt ist ein Erlebnis an sich. Drückt man rechtzeitig auf den Halteknopf (Bedarfshaltestelle), wird man mitten im Wald an der Haltestelle "Bahnhof Kloster Marienthal, Seelbach (b. Hamm/Sieg) - Marienthal" rausgelassen.
Dann sind es noch vielleicht 50mtr. über den ungepflasterten Waldweg (das ist der offizielle Zugang zur Haltestelle...) zur Straße und noch 2...300 Meter in den Ort.
Umgekehrt von/nach "Au (Sieg) Bf, Windeck - Au" kann man die Fahrt natürlich ebenfalls antreten.
Bei z.B. www.vrsinfo.de muss man die Haltestelle des Klosters genau so als Ziel eingeben, wie oben zitiert.
#1 von Hannes Birnbacher, am 25.05.2020 um 18:59 Uhr

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


14-Jähriger schlägt mit Baseballschläger auf Kontrahenten ein

Für die Polizei Betzdorf war es wieder ein ereignisreiches Wochenende, wie aus einer Mitteilung vom Sonntagmorgen, 12. Juli, hervorgeht. Unter anderem mussten sich die Beamten mit einem Fall von Körperverletzung befassen, an dem ein betrunkener 14 Jahre alte Junge beteiligt war.


Region, Artikel vom 10.07.2020

Motorradfahrer stirbt bei Frontalzusammenstoß

Motorradfahrer stirbt bei Frontalzusammenstoß

AKTUALISIERT. Am Freitag, 10. Juli, gegen 19.55 Uhr, ereignete sich auf der Bundesstraße 256, zwischen den Ortslagen Altenkirchen und Neitersen, ein schwerer Verkehrsunfall. Hierbei wurde ein Motorradfahrer tödlich verletzt.


Wehmut bleibt: Auch ohne Schützenfest feiert der SV Wissen

Eigentlich hätte es eines der größten Feste in Wissen werden sollen, aber das Schützenfest musste in diesem Jahr abgesagt werden. Dies ist besonders in Anbetracht des Jubiläums traurig, sind sich alle Beteiligten einig. „Wir haben für das 150+1-Jubiläumsjahr 2021 bereits die Programmpunkte festmachen können. Es wird dann ein rauschendes Fest“, verspricht Geschäftsführer Jürgen Thielmann.


Es wird gebaut und gebaut in Wissen und alles liegt im Plan

Aus der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung gab es auch viele weitere Informationen um das bauliche Geschehen in Wissen. So ist auch die Baustelle der Altstadtbrücke einen näheren Blick wert – vielleicht bei einem Kaltgetränk bei der ortsansässigen Gastronomie.


Domstürmer am Kloster Marienthal garantierten gute Laune

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KulturGenussSommer“ der Verbandsgemeinde Hamm gastierte die Kölner Band „Domstürmer“ am Kloster Marienthal. Am Freitag, 10. Juli, war die lange Suche nach einer Parkmöglichkeit bereits Hinweis auf den Besucherandrang. Lange vor Beginn des Konzertes waren der Biergarten der Klostergastronomie und die angrenzenden Bereiche gut gefüllt.




Aktuelle Artikel aus Region


Feuerwehr in Wissen nimmt den Übungsbetrieb wieder auf

Wissen. „Wir müssen deswegen versuchen Übungen so zu gestalten, dass einerseits die vorgegebenen Regeln beachtet werden, ...

Nicole nörgelt… über ihren Jugendschwarm

Wenigstens sind wir mittlerweile in einem Alter, in dem nicht mehr in einer zugigen Grillhütte gefeiert wird, sondern sich ...

14-Jähriger schlägt mit Baseballschläger auf Kontrahenten ein

Körperverletzung
Im Rahmen eines Streits in der Daadener Straße in Weitefeld in der Nacht zu Sonntag gegen 0. 14 Uhr schlug ...

Domstürmer am Kloster Marienthal garantierten gute Laune

Selbach/Marienthal. Am Freitag, 10. Juli, zeigte sich am Kloster Marienthal, wie sehr die Menschen das Feiern vermisst haben. ...

Zeugen gesucht: Unbekannte entfernen Kanal- und Gullideckel

Pracht. Ein Anwohner aus der Wichelstraße bemerkte die aufgedeckten Kanaldeckel am Samstagmorgen und informierte die Polizei. ...

Betrunken und ohne Führerschein in Hecke gelandet

Hamm. Der Fahrer setzte zurück und fuhr trotz eines starken Frontschadens und eines defekten Reifens von der Unfallstelle ...

Weitere Artikel


Kita St. Elisabeth machte aus Familie und Berufen ein Fest

Birken-Honigsessen. Seit Anfang des Jahres (2019) beschäftigten sich die Kinder und die Erzieherinnen der Kindertagesstätte ...

Teuerungsrate sinkt im Mai auf 1,5 Prozent

Bad Ems. Die Inflationsrate ist in Rheinland-Pfalz im Mai 2019 gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems aktuell ...

Eine Woche Normandie: Gebhardshainer Schüler besuchten Partner in Fécamp

Gebhardshain. Erneut brachen im Mai 23 Schülerinnen und Schüler der Westerwaldschule Gebhardshain zum Gegenbesuch bei ihren ...

Marienthal: Geführte E-Bike Tour durch den Hachenburger Westerwald

Hachenburg. Die Strecke führt von Hachenburg über Astert, Huezert, Stein-Wingert und Volkerzen nach Marienthal. Nach einer ...

Die neuen Majestäten in Orfgen stehen fest

Orfgen. Das Schießen um die Königswürde begann bereits um 11.00 Uhr im Schützenhaus mit der Begrüßung aller anwesenden Mitglieder ...

Heimische Holzkohle machen: Bürgerverein Fürthen lädt zur Meilerwoche

Fürthen. Wer grillen möchte, der geht einfach in einen Supermarkt und kauft einen Sack Kohle. Oft weiß man gar nicht, woher ...

Werbung