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Nachricht vom 12.06.2019    

Stichwahl in Altenkirchen: Wer erobert den Chefsessel der Kreisstadt?

INTERVIEW | Die beiden Stadtbürgermeisterkandidaten Matthias Gibhardt (SPD) und Ralf Lindenpütz (CDU) stellen sich am Sonntag, 16. Juni, der Stichwahl zum Amt des Stadtbürgermeisters von Altenkirchen. Im Vorfeld hat der AK-Kurier beide Bewerber gebeten, ein paar Fragen zur Person, zum Amt und zur Stadt zu beantworten.

Matthias Gibhardt (SPD/links) und Ralf Lindenpütz (CDU) treten in der Stichwahl gegeneinander an. (Fotos: GRI)

Altenkirchen. Am Sonntag, dem 16. Juni, entscheiden die Wählerinnen und Wähler der Kreisstadt Altenkirchen in einer Stichwahl, wer die nächsten fünf Jahre das Amt des Stadtbürgermeisters von Altenkirchen ausführen soll. Zur Wahl stehen Matthias Gibhardt (SPD) und Ralf Lindenpütz (CDU), da keiner der beiden Kandidaten bei der Kommunalwahl am 26. Mai die erforderliche Stimmenmehrheit von über 50 Prozent erreicht hatte. Damit die Wählerinnen und Wähler sich ein besseres Bild von den Bewerbern machen können, haben wir beide Kandidaten noch einmal gebeten, uns ein paar Fragen zu beantworten.

Warum sollten die Bürgerinnen und Bürger von Altenkirchen Ihnen am 16. Juni die Stimme geben?

Matthias Gibhardt:
Wer Veränderung für Altenkirchen möchte, sollte mir seine Stimme geben. Im täglichen Austausch mit Menschen zu stehen, gemeinsam Lösungen zu suchen und Projekte zu entwickeln, ist mein Beruf. Gute Führung heißt für mich im Team zu arbeiten, gute Netzwerke zu knüpfen um Synergien zu nutzen, die Verwaltung mit einzubeziehen oder anders gesagt „miteinander unterwegs“ zu sein. Es geht um den Menschen!

Ralf Lindenpütz:
Für die Altenkirchener geht es um eine Richtungsentscheidung. Weitermachen wie gehabt oder mit mir einen Neuanfang und den Start in die Zukunft unserer Stadt zu wagen. Dank meiner Erfahrung aus Beruf und Stadtpolitik kann ich das Potenzial unserer Stadt realistisch einschätzen um Vorhaben umzusetzen. Mir ist es wichtig, dass die Belange der Bürger berücksichtigt werden und es uns gemeinsam gelingt, unsere Stadt nach vorn zu bringen.

Wenn Sie heute drei Dinge in Altenkirchen aus der Vergangenheit ändern könnten, was würden Sie ändern?

Matthias Gibhardt:
Altenkirchen hat über 700 Jahre Geschichte, deren wir uns bewusst sein sollten, über die wir reden müssen und die wir bewahren wollen. In der Vergangenheit sind einige Entscheidungen „gerade im baulichen“ ohne dieses Geschichtsbewusstsein getroffen worden. Da haben wir Nachholbedarf! Im Historischen Quartier wird die städtische Vergangenheit gut aufbereitet und hilft uns in Zukunft da besser zu werden. Wenn ich drei bauliche Dinge nennen soll: Stadthalle, Stadthalle und Stadthalle.

Ralf Lindenpütz:
1. Den Verzicht auf attraktive Freizeitangebote für junge Leute wie z.B. Kino, Freibad und Diskotheken für Altenkirchen.
2. Im gelungenen Sanierungskonzept der Innenstadt wurde auf ein Radwegekonzept verzichtet. Die frühzeitige Chance für umweltschonende Verkehrsmittel wurde nicht erkannt. 3. Die Passivität der Stadt Altenkirchen zur Eigenvermarktung inklusive des notwendigen Autobahnanschlusses an die angrenzenden Regionen.
Diese Punkte möchte ich gerne, soweit dieses durch die Stadt möglich ist, nachholen

Wenn jemand Sie fragt, was Altenkirchen besonders macht, was antworten Sie?

Matthias Gibhardt:
Zuallererst, die tollen Menschen die in Altenkirchen leben. Ob jung oder alt, alteingesessen oder zugezogen. Wir alle zusammen sind Altenkirchen! Darüber hinaus ist Altenkirchen das Mittelzentrum der bestehenden VG Altenkirchen und auch nach der VG-Fusion die größte Ortsgemeinde. Sie ist Gesundheitszentrum, Einkaufszentrum und Bildungsstandort für die umliegenden Ortsgemeinden. Als Verwaltungsstandort und Kreisstadt hat sie die Stärke eine lebendige und attraktive Kleinstadt zu sein. Sie ist eine Stadt der kurzen Wege. Verkehrstechnisch sind wir gut an den ÖPNV angebunden. „Unser Altenkirchen“ ist ein guter Ort zum Wohnen. Die Landschaft ist attraktiv und die vielfältigen Vereine bietet ein reichhaltiges und bezahlbares Freizeitangebot. Mit der Sanierung ist in vielen Bereichen ein ansprechendes Stadtbild entstanden. Modern und mit viel Freiraum, um diesen zu gestalten.
Einzigartig für unsere Region ist das gut ausgebaute Sportzentrum. Mit dem neuen Hallenbad wird es noch einmal deutlich aufgewertet. Hieraus sollten wir definitiv mehr machen.

Ralf Lindenpütz:
Altenkirchen ist ein idealer Platz zum Wohnen in allen Lebenssituationen. Kindergärten, Schulen, Ärzte, Lebensmittel- und Fachgeschäfte, Behörden, Sporteinrichtungen, Seniorenheime und betreute Wohneinrichtungen sind in Altenkirchen auf kurzen Wegen erreichbar. Dazu bezahlbarer Wohnraum und Bauplätze. Mit unseren Veranstaltungen und Festen begeistern wir viele Besucher aus nah und fern.

Was fehlt Altenkirchen noch, um eine liebens- und lebenswerte Stadt zu sein?

Matthias Gibhardt:
Schon an anderer Stelle habe ich betont, dass Altenkirchen für mich eine liebens- und lebenswerte Stadt ist. Viele Familien leben seit Generationen sehr gerne in Altenkirchen. Zugezogene haben einen erfrischend offenen Blick auf die positiven und liebenswerten Seiten unserer Stadt. Mir persönlich fehlt eine atmosphärische Kleinkunstbühne und manchmal bedauere ich es, mit einem Augenzwinkern, dass Altenkirchen nicht an einem See liegt.

Ralf Lindenpütz:
Altenkirchen muss ein gemeinsames Stadtgefühl entwickeln. Während des Wahlkampfes wurde viel über die Verbesserung der Stadt diskutiert, wenn es gelingt diesen Schwung zu nutzen, können wir gemeinsam viel erreichen. Dazu gehören Treff- und Kommunikationspunkte für alle Altersgruppen, aber auch freies WLAN in der Fußgängerzone, am Bahnhof, am Krankenhaus, im Sportzentrum und am Bismarckturm.
Als Stadt im Grünen müssen wir auch die Möglichkeiten unserer Natur nutzen und z.B. unsere Spazier- und Wanderwege verbessern.

Wie wollen Sie als Stadtbürgermeister den Kontakt zu den Bürgern pflegen?

Matthias Gibhardt:
Bereits im Wahlkampf habe ich die positive Erfahrung gemacht, dass die Menschen mich in meinem Alltag auf der Straße mit ihren Anliegen ansprechen. Mein Arbeitsplatz in der Fußgängerzone ist dabei sicherlich hilfreich. In regelmäßigen Sprechstunden und vor Ort werde ich persönlich ansprechbar sein. Die Haustürbesuche sind sehr bereichernd und ich werde auch als Stadtbürgermeister hin und wieder an den Türen klopfen.

Ralf Lindenpütz:
Zuerst einmal möchte ich das Bürgermeisterbüro in die Fußgängerzone verlegen. Durch mobile Sprechstunden in öffentlichen Räumen unserer Stadt und ein Bürgertelefon bin ich für unsere Bürger erreichbar. In offenen Ratssitzungen bringe ich Stadtpolitik und Bürger zusammen.

Worin sehen Sie die Möglichkeit der Stadt Altenkirchen, trotz notwendiger Investitionen, Schulden abzubauen?

Matthias Gibhardt:
Im Vergleich mit einigen Nachbarkommunen ist in Altenkirchen in den letzten Jahren verantwortungsvoll mit Geldern umgegangen worden. Daran sollten wir unbedingt festhalten! Möchten wir bei gleichbleibenden und notwendigen Investitionen Schulden abbauen, gelingt das nur mit Einsparungen. Im Stadtrat wurden die Ausgaben für den Bauhof intensiv diskutiert. Mit einem guten Grünpflegekonzept sind hier sicherlich Einsparungen möglich.
Für mich steht nicht zur Diskussion, an Investitionen in die soziale Stadt, in den Menschen, zu sparen. Unsere Förderung der sozialen Einrichtungen wird so weitergeführt.

Ralf Lindenpütz:
Die Stadt Altenkirchen hat eine gute finanzielle Basis. Die bestehenden Schulden sind in langfristigen, günstigen Kreditverträgen geregelt, deren Rückzahlung gesichert ist. Viel wichtiger ist es, die Einnahmesituation zu verbessern um die notwendigen Investitionen, wie z. B. Erschließung neuer Wohngebiete/Gewerbegebiete tätigen zu können. Durch den Verkauf der Bauplätze und den Zuzug neuer Mitbürger/Gewerbetriebe werden sowohl Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf als auch Einnahmen aus der Lohnsteuer/Gewerbesteuer erzielt.

Braucht Altenkirchen ein Kino? Falls ja, geben Sie bitte an, wie Sie als Stadtbürgermeister helfen werden, dies in der Stadt zu verwirklichen.

Matthias Gibhardt:
Der Stadtrat Altenkirchen unterstützt grundsätzlich private Investoren mit guten Ideen in Altenkirchen. Das war in der Vergangenheit so und wird auch in Zukunft mit mir als Stadtbürgermeister so bleiben. Eine Idee von Bürgern bei meinen Haustürgesprächen war, gemeinsam mit der Wied-Scala, diese Lücke mit einem Sommer-Openair-Kino-Event zu füllen.

Ralf Lindenpütz:
Altenkirchen als Kreisstadt sollte ein Kino haben. Ein attraktives Kino bereichert die Stadt und ist Publikumsmagnet für Jung und Alt. Als Stadtbürgermeister werde ich mit Kinobetreibern Gespräche zur Realisierung eines Kinos in Altenkirchen führen.

Wie beurteilen Sie die Situation der Stadthalle und was kann man als Stadtbürgermeister tun, damit diese wieder attraktiv wird?

Matthias Gibhardt:
Ich bleibe dabei, gute Konzepte sollten umgesetzt werden. Grundsätzlich ist es unsere Aufgabe, alle Ideen und Konzepte, die für eine sinnvolle Bewirtschaftung an die Stadt herangetragen werden, auf ihre Machbarkeit prüfen. Die Stadt hat ein schlüssig zu lesendes Gutachten für den Betrieb der Stadthalle vorliegen. Hier wird das Modell „Ein Betreiber – ein Gesamtkonzept“ favorisiert. Nur so ist die Stadthalle in einem schwierigen Umfeld sinnvoll zu bewirtschaften. Aber, es konnte in den letzten Jahren nicht der eine Betreiber gefunden werden. So sind und bleiben die Fragen rund um die Stadthalle immer ein Kompromiss.
Nach fast 25 Jahren wurden die Gebühren der Stadthalle erstmals angepasst. Die daraus entstanden Diskussionen und Nöte der Vereine müssen wir ernstnehmen und gemeinsame Lösungen entwickeln. Erste Gespräche mit Vereinen haben mir gezeigt, dass dies möglich ist.

Ralf Lindenpütz:
Ich möchte die Stadthalle nicht aufgeben und sehe diese als zentralen Veranstaltungsort für unsere Stadt. Wenn wir unsere Vereine motivieren, ihre Großveranstaltungen in der Stadthalle durchzuführen, die Schulen ihre Abschlussfeiern und Theateraufführungen in der Stadthalle veranstalten, dann haben wir den ersten Schritt gemacht. Mit neuen Ideen möchte ich die Stadthalle vermarkten. Durch Kooperationen mit Nachbarstädten kann die Zahl der kulturellen Veranstaltungen erhöht werden. (GRI)



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