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Nachricht vom 13.06.2019    

Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg: DRK will einen Standort

Die DRK-Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg sollen an einem Standort zusammen geführt werden. Darüber informiert die DRK-Trägergesellschaft Süd-West aktuell per Pressemitteilung. Die wirtschaftliche und personelle Entwicklung führt demnach zu diesem Schritt. Mögliche Standorte sollen nun geprüft werden. Für das DRK-Krankenhaus Kirchen will man Kooperationen mit großen Kliniken in Siegen eingehen. Das Verbundkrankenhaus Altenkirchen-Hachenburg verzeichnete im letzten Jahr ein Defizit von 1,8 Millionen Euro, das Kirchener Haus ein Defizit von 1,4 Millionen. Die Mitarbeiter seien informiert. Betriebsbedingte Kündigungen wird es laut DRK nicht geben.

Das DRK-Krankenhaus Altenkirchen (Foto) und das DRK-Krankenhaus Hachenburg sollen an einem Standort zusammen geführt werden. (Foto: DRK/Archiv AK-Kurier)

Altenkirchen/Hachenburg/Kirchen. Die wirtschaftliche Situation ist in zahlreichen Krankenhäusern überaus angespannt. Besonders betroffen sind vor allem ländliche Krankenhäuser mit einer Bettenzahl unter 200. Gerade diese Häuser stehen unter dem Druck, sich für die Zukunft überlebensfähig aufzustellen. Verantwortlich für diese angespannte wirtschaftliche Situation sind die bundespolitischen Vorgaben zur Krankenhaus-Finanzierung, denn: die Finanzierung der unabwendbaren Kostenentwicklungen werden durch die vorgegebenen Einnahmensteigerungen nicht gedeckt.

Zudem gestaltet sich die Nachbesetzung von freien Stellen, insbesondere im ärztlichen und pflegerischen Bereich, immer schwieriger. Auch sank die Patientenzahl dank neuer Behandlungsmethoden, minimal-invasiven oder ambulanten Operationen und der zunehmenden Spezialisierung. Hinzu kommt die kürzere Verweildauer der Patienten im stationären Bereich. Zusätzlich macht die Sogwirkung großer Kliniken in Großstädten den kleineren Häusern zu schaffen. Dies hat zur Folge, dass zunehmend Krankenhäuser kooperieren oder fusionieren. Manche Einrichtungen schlittern in wirtschaftliche Turbulenzen, holen sich Sanierer ins Haus oder werden sogar insolvent.

Westerwälder Häuser bereiten Sorgen: Defizite in Millionenhöhe
Jetzt schlägt auch die DRK-Trägergesellschaft Süd-West mbH Alarm. Sie führt unter ihrem Dach 11 Krankenhäuser an 13 Standorten in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Insbesondere die DRK-Krankenhäuser im Westerwald bereiten dem Träger zunehmend Sorgen. „Wir wollen eine qualifizierte Behandlung der Patienten im ländlichen Raum auch in Zukunft sicher stellen, deshalb müssen wir jetzt mutig und weitsichtig handeln“, macht Rainer Kaul, Präsident des DRK-Landesverbandes und Aufsichtsratsvorsitzender deutlich.

Wie eng die wirtschaftliche Situation aktuell ist, belegen die Betriebsergebnisse. Im vorigen Jahr betrug das laufende Defizit im DRK-Krankenhaus Kirchen knapp 1,4 Millionen Euro, im Verbund-Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg sogar knapp 1,8 Millionen Euro. Derartige Defizite kann kein Krankenhausträger dauerhaft abdecken. Um die Krankenhäuser nicht an die Landkreise zurückgeben zu müssen, will das DRK jetzt mit Hochdruck die Weichen neu stellen. Dazu hat der Träger sowohl bei den eigenen Mitarbeitern als auch bei der Gesundheitsministerin, Landtagsabgeordneten, Landräten und Bürgermeistern um Unterstützung gebeten.

Mitarbeiter sind informiert
Die Verantwortlichen der DRK-Trägergesellschaft Süd-West haben die Entwicklung bereits vor fünf Jahren erkannt. Bereits damals wurde auf der Basis eines durchgeführten Strukturgutachtens durch das Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung GmbH (BAB) eine Einhauslösung, also ein Neubau für die beiden Standorte Altenkirchen und Hachenburg favorisiert. Aufgrund erkennbarer Widerstände vor Ort wurde das Projekt zunächst zugunsten anderer Konzentrationsmaßnahmen zurückgestellt. Das reicht aber nicht mehr aus.

Geschäftsführer Bernd Decker hat in zwei Mitarbeiterversammlungen in Altenkirchen und Hachenburg die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Standorte darüber informiert, dass die Verantwortlichen des DRK wieder den Fokus auf einen Neubau ins Auge fassen. Diese Mitteilung wurde von den Mitarbeitern beider Standorte mit großer Begeisterung aufgenommen. Neben dem finanziellen Aspekt begründete Decker dies auch mit der schwierigen personellen Situation der beiden Krankenhausstandorte. „Es wird immer problematischer, geeignetes Personal insbesondere im Ärztlichen Bereich und Pflegebereich zu finden“, erläutert er. Das Institut BAB soll nun beauftragt werden, unter Berücksichtigung der Einzugsgebiete beider Krankenhäuser Standortvorschläge zu machen. Darüber informiert die DRK-Trägergesellschaft Süd-West aktuell per Pressemitteilung.

Keine betriebsbedingten Kündigungen
Mit dem Neubau sollen auch die Arbeitsplätze der rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert werden. Betriebsbedingte Kündigungen schließt Decker aus. Für die Einhauslösung durch Neubau benötigt das DRK allerdings die Unterstützung der Kommunalpolitik und der Landesregierung sowie der Krankenkassen. Der mögliche Neubau kann nur durch eine Finanzierung über den sogenannten Strukturfonds realisiert werden. Hier werden Maßnahmen, wie die Zusammenlegung von Krankenhausstandorten, durch Bund und Land im Rahmen des Strukturfonds finanziert.

Auch für den Standort Kirchen werden Veränderungen notwendig, um aus den roten Zahlen zu kommen. Aufgrund der dort ebenfalls engen wirtschaftlichen und personellen Situation sieht Decker hier nur die Möglichkeit, Kooperationen mit den großen Krankenhäusern in Siegen einzugehen. Dort führt das DRK unter anderem eine renommierte Kinderklinik. „Unser Ziel muss die bestmögliche Versorgung der Menschen im Westerwald sein“, betont Bernd Decker. (PM)


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Kommentare zu: Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg: DRK will einen Standort

1 Kommentar
Die Probleme sind bereits seit längerem bekannt, jedoch wenn ich lese „Unser Ziel muss die bestmögliche Versorgung der Menschen im Westerwald sein“ sein dann kann dieses nicht so zutreffend sein u.a. aufgrund der signifikant hohen Abmeldequoten vom Notarztdienst, zumal der Notarztdienst von beiden Häuser gestellt wurde, wenn auch nicht vertragsgerecht. Letztendlich ist ein Krankenhaus ein Wirtschaftsbetrieb und fast 30 % der Patienten werden vom Rettungsdienst in die Krankenhäuser gebracht. Durch die Abmeldungen von Notarztdiensten gewährleistet das DRK bereits jetzt noch nicht einmal ihren Versorgungsvertrag grundlegend. Zudem das Haus müsste für die VG Altenkirchen, Hachenburg, Bad Marienberg, Rennerod und Westerburg zeitnah insbesondere bei zeitkritischen Notfällen o.ä. erreichbar sein. Der Versorgungsbereich eines einzelnen Krankenhauses ungeachtet der Rentabilität ist unrealisierbar, dafür wurden die Weichen nunmehr zu spät gestellt.
#1 von Thorsten Mücke, am 14.06.2019 um 07:23 Uhr

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