Werbung

Nachricht vom 18.06.2019    

Aus zwei kranken Häusern wird nicht automatisch ein gesundes

Zur vom DRK angekündigten Fusion der Kliniken Altenkirchen und Hachenburg äußerst sich CDU-MdB Erwin Rüddel, der in Berlin dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages vorsitzt. Er fordert unter anderem: „Krankenhausgesellschaft, Kassen, Ärztliche Vereinigung, Land und Kommunen müssen an einen Tisch und die medizinische Versorgung der Region aus einer Hand planen. Die Chancen der Digitalisierung und der Vernetzung müssen umfassend genutzt werden. Aus zwei kranken Krankenhäusern wird nicht automatisch ein gesundes.“

Das DRK-Krankenhaus Altenkirchen (Foto) und das DRK-Krankenhaus Hachenburg sollen an einem Standort zusammen geführt werden. (Foto: DRK/Archiv AK-Kurier)

Altenkirchen/Hachenburg. Zur Ankündigung des DRK, die Krankenhausstandorte Altenkirchen und Hachenburg in einem Neubau zusammenführen zu wollen, hat jetzt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, der in Berlin dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages vorsitzt, Stellung bezogen. „Diese Diskussion begleitet uns ja schon einige Jahre“, erklärte Rüddel mit der Fortführung: „Ich stand dieser Idee ursprünglich eher zurückhaltend gegenüber, und zwar aus guten Gründen. Dazu zähle ich neben der generellen Erreichbarkeit vor allem die Notfallrettung und die stationäre Grundversorgung. Mein CDU-Landtagskollege und designierter Landrat des Kreises Altenkirchen, Dr. Peter Enders, hat deshalb ja auch kürzlich noch einmal auf die Alternative einer weiteren Spezialisierung an den beiden vorhandenen Standorten einschließlich einer Notfallgrundversorgung in beiden Häusern hingewiesen.“

Fusion als letzter Ausweg?
Mittlerweile hat sich indes die finanzielle Situation der Krankenhäuser offenbar so verschlechtert – „nicht zuletzt aufgrund der unzureichenden Finanzierung durch die Landesregierung in Mainz“, wie Rüddel hinzufügte –, dass die Trägergesellschaft des DRK wohl keinen anderen Ausweg mehr sieht als die Fusion in Gestalt eines Neubaus. „Wenn dies so sein sollte, dann aber nur unter ganz klaren Bedingungen“, betonte der Bundestagsabgeordnete. „Die Investitionskosten des Projekts müssen zu 100 Prozent pflichtgemäß vom Land finanziert werden. Denn die Krankenhausplanung und die Finanzierung der hierfür notwendigen Investitionen ist einzig Aufgabe des Landes. Die Krankenkassen sind nur für die Finanzierung der Behandlung zuständig.“

Chancen der Digitalisierung und Vernetzung nutzen
Weiter sagte Erwin Rüddel: „Da die Krankenhäuser immer stärker auch die Funktion der ambulanten Versorgung über medizinische Versorgungszentren übernehmen müssen, muss neben der Krankenhausplanung auch die ambulante Versorgung der Region parallel mit eingeplant werden. Krankenhausgesellschaft, Kassen, Ärztliche Vereinigung, Land und Kommunen müssen an einen Tisch und die medizinische Versorgung der Region aus einer Hand planen. Die Chancen der Digitalisierung und der Vernetzung müssen umfassend genutzt werden. Aus zwei kranken Krankenhäusern wird nicht automatisch ein gesundes. Entscheidend ist und bleibt, dass das Land seinen Verpflichtungen voll umfänglich nachkommt und dauerhaft seine Finanzierungsverpflichtungen erfüllt. Die Krankenhausplanung muss absolut stringent und verlässlich sein. Dabei sind Doppelstrukturen durch die Krankenhausplanung in der Region auszuschließen, damit es keine Selbstzerfleischung gibt. Dafür spricht auch, dass die Kliniken immer höhere Fallzahlen erreichen müssen, damit unsere hohen Qualitätsstandards erfüllt werden.“

Entscheidend ist die Qualität der Versorgung
Sollte das Neubauprojekt entsprechend den Vorstellungen des DRK tatsächlich Gestalt annehmen, werde er sich als Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag auch selbst in die Pflicht nehmen, fügte Rüddel hinzu: „Wir haben im Bund einen Strukturfonds geschaffen, der genau solche Krankenhausreformen unterstützen soll. Wenn die Planungen konkret werden, werde ich mich deshalb mit Nachdruck dafür einsetzen, dass dieses Projekt über den Strukturfonds gefördert wird.“ Deutschland stehe aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren vor der Situation, dass die Herausforderung immer größer werde, im ländlichen Bereich eine gute ambulante Versorgungsstruktur mit Haus- und Fachärzten sowie mit leistungsstarken Krankenhäusern sicherzustellen. Entscheidendes Kriterium sei die hohe Qualität der Versorgung zum Wohl der Patientinnen und Patienten. „Darauf müssen sich die Menschen überall in unserem Land verlassen können – und das gilt selbstverständlich auch für unsere Region“, bekräftigte Erwin Rüddel. (PM)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!


Kommentare zu: Aus zwei kranken Häusern wird nicht automatisch ein gesundes

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


14-Jähriger schlägt mit Baseballschläger auf Kontrahenten ein

Für die Polizei Betzdorf war es wieder ein ereignisreiches Wochenende, wie aus einer Mitteilung vom Sonntagmorgen, 12. Juli, hervorgeht. Unter anderem mussten sich die Beamten mit einem Fall von Körperverletzung befassen, an dem ein betrunkener 14 Jahre alte Junge beteiligt war.


Wehmut bleibt: Auch ohne Schützenfest feiert der SV Wissen

Eigentlich hätte es eines der größten Feste in Wissen werden sollen, aber das Schützenfest musste in diesem Jahr abgesagt werden. Dies ist besonders in Anbetracht des Jubiläums traurig, sind sich alle Beteiligten einig. „Wir haben für das 150+1-Jubiläumsjahr 2021 bereits die Programmpunkte festmachen können. Es wird dann ein rauschendes Fest“, verspricht Geschäftsführer Jürgen Thielmann.


Region, Artikel vom 10.07.2020

Motorradfahrer stirbt bei Frontalzusammenstoß

Motorradfahrer stirbt bei Frontalzusammenstoß

AKTUALISIERT. Am Freitag, 10. Juli, gegen 19.55 Uhr, ereignete sich auf der Bundesstraße 256, zwischen den Ortslagen Altenkirchen und Neitersen, ein schwerer Verkehrsunfall. Hierbei wurde ein Motorradfahrer tödlich verletzt.


Domstürmer am Kloster Marienthal garantierten gute Laune

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KulturGenussSommer“ der Verbandsgemeinde Hamm gastierte die Kölner Band „Domstürmer“ am Kloster Marienthal. Am Freitag, 10. Juli, war die lange Suche nach einer Parkmöglichkeit bereits Hinweis auf den Besucherandrang. Lange vor Beginn des Konzertes waren der Biergarten der Klostergastronomie und die angrenzenden Bereiche gut gefüllt.


Es wird gebaut und gebaut in Wissen und alles liegt im Plan

Aus der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung gab es auch viele weitere Informationen um das bauliche Geschehen in Wissen. So ist auch die Baustelle der Altstadtbrücke einen näheren Blick wert – vielleicht bei einem Kaltgetränk bei der ortsansässigen Gastronomie.




Aktuelle Artikel aus Politik


Die Region Westerwald aus Jugendsicht

Region. Lorena Schwientek besucht zur Zeit die 12. Klasse des Westerwald Gymnasiums in Altenkirchen und hat im Rahmen des ...

Alter Vorsitzender bleibt auch der neue bei Hämmscher CDU

Hamm-Sieg. Vorsitzender Uli Paul begrüßte zahlreiche Mitglieder und Gäste, auch die hiesige Landtagsabgeordnete Jessica Weller, ...

Anna Neuhof und Ulli Gondorf sollen für die Grünen nach Mainz

Wissen. Zuvor wurde des verstorbenen Mitglieds Udo Bettenhäuser gedacht, der lange Jahre aktiv, u.a. im VG-Rat Altenkirchen ...

SPD-Ortsverein Im Raiffeisenland wählt Delegierte für 2021

Altenkirchen. Zwischen den Wahlgängen gab es für die Anwesenden viele Informationen aus Land, Kreis, Verbandsgemeinde und ...

Grüne Ortsverbände unterstützen Kandidatur von Ulli Gondorf für den Landtag 2021

Kreisgebiet. Überzeugt hatte Ulli Gondorf die anwesenden Parteimitglieder durch sein Wahlprogramm, das nicht nur die Region ...

SPD-Kreistagsfraktion: „Kommen an Windkraftstandort Stegskopf nicht vorbei“

Altenkirchen. Becker lobte die Verwaltung und den Klimaschutzmanager Stefan Glässner für die jetzt im Kreisausschuss vorgelegten ...

Weitere Artikel


Freier Tag oder Feiertag? - Fronleichnam ist das Fest zu Ehren des Leibes Christi

Region. Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche das Hochfest Fronleichnam. Der Name des Feiertages ...

Tag der Generationen beim VfL Hamm sorgte für Begeisterung

Hamm. Was bei der Männermannschaft schon länger im Jahreskalender steht, fand 2019 zusätzlich mit der Frauenmannschaft bei ...

ASG Altenkirchen: Tennisabteilung wählt neuen Vorstand

Altenkirchen. Bei seinen turnusmäßigen Vorstandswahlen wählten die Mitglieder der Tennisabteilung der ASG Altenkirchen einen ...

Junge Pflege: Fachgespräch im Seniorenheim Stegelchen

Herdorf. In Ergänzung zur „Woche der Pflege“ der CDU-Landtagsfraktion besuchte der pflegepolitische Sprecher und Wahlkreisabgeordnete ...

Wissener Elferrat lud zur Familienwanderung

Wissen. Das hat Tradition beim Elferrat der Wissener Karnevalsgesellschaft: der Familienwandertag. Am vergangenen Samstag ...

Maschinisten für neue Drehleiter ausgebildet

Herdorf. Zehn Feuerwehrleute der Verbandsgemeindefeuerwehr Daaden-Herdorf, Löschzug Herdorf, haben am vergangen Sonntag (16. ...

Werbung